Kabarett

Kabarettistin Ulrike Böhmer überzeugt in Warstein

Bei der kfd Warstein zu Besuch: Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer.

Foto: Christian Hölting

Bei der kfd Warstein zu Besuch: Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer. Foto: Christian Hölting

Warstein.   Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer bringt ihr Publikum im Gemeindezentrum in Warstein zum Lachen. Dabei geht es um Luther, Weihrauch und Erotik.

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Die Kabarettistin Ulrike Böhmer versorgte die kfD Gemeinde und ihre Gäste am Donnerstagabend mit viel Witz und Humor. Etwa 150 Gäste folgten der Einladung der kfD Warstein ins Gemeindezentrum zum Kirchenkabarettabend. „Ach hier bin ich ja sogar richtig“, war der erste Satz der Erna Schabiewsky, als sie ihren Kopf durch die Tür steckte. „Zunächst aber erst einmal Prost“, begrüßte die Kirchenkabarettistin ihr Publikum in einem lustigen Ruhrpott-Dialekt.

Rundlich wegen der regelmäßigen Dröhnung Weihrauch

Schon bald zeichnete sich ab, dass die heimischen Gäste sehr viel zu Lachen hatten. Mit ihren Erzählungen zum Thema Martin Luther brachte sie die Gemeinde immer wieder zu schallendem Gelächter.

Zunächst wurde die Figur Erna Schabiewsky vorgestellt: eine durchschnittliche, ältere, hoch katholische Frau aus Dortmund. Ihre etwas rundliche Figur erklärte sie durch die immer wieder kehrende „volle Dröhnung Weihrauch in der Kirche, die sich dann von innen anne Bauchwand festsetzt“. Als dann in Warstein das Gewitter einsetzte, wurde ihr auch etwas Bange und sie drohte, die Veranstaltung aus Angst abzusagen.

„Ablass-Theater“ und „Rosenkranz-Mafia“ aufs Korn genommen

Da die Kabarettistin aber anlässlich des Lutherjahres eingeladen wurde, kam sie schnell auf dieses Thema. Da Erna zunächst null Ahnung von dem Menschen hatte, stellte sie sich die Frage: „Wen kannze fragen?“ Schnell kam es zum Gespräch mit Obermessdiener Ulli, das den Hauptteil des ersten Teiles darstellte. Ob es Playboy-Zeitschriften beim Pastor, Eierlikör am Nachmittag oder Schinkenschnittchen mit Gurkenscheiben war, Erna Schabiewsky behielt das Publikum im Gemeindezentrum fast durchgehend am Lachen und behielt dabei viel Bezug zu den Begebenheiten um die katholische und evangelische Kirche um Martin Luther: Sei es das „ganze Ablass-Theater“ oder die „Rosenkranz-Mafia“ im eigenen Ort.

Auch die sonst so schwierige Rechtfertigungslehre wusste die taffe Katholikin mit Hilfe des Fußballs gut zu erklären: „Wenn der blau-weiße Trainer eine ganz miserable Aufstellung macht und sie dann kläglich verlieren, dann wird er vor der Presse zu Recht fertig gemacht“, witzelte sie über ihren Rivalen aus dem Ruhrpott.

Nach der Pause war Schluss mit Lustig

Nach der Pause war dann „Schluss mit Lustig“ und es ging „inne reale Realität inna Kirche“. Dabei wurden oft die Katholiken und die Evangelen verglichen; oft zum Spott für die Evangelen. So musste zum Beispiel für ein katholisches Fest nur bestimmt werden, wie das Preisverhältnis von Mineralwasser zu Bier ist, während die Evangelen dafür ein halbes Jahr Vorbereitungszeit brauchen. Um die Leute dann zu animieren, das evangelische Fest dann auch zu besuchen, würden dann Luther Bonbons, Luther Kekse, Luther Nudeln bis hin zum Luther Kaffee verteilt werden. Vor letzterem warnte Erna Schabiewsky aber: „Der Luther Kaffee ist sehr gefährlich, hab ich selbst rausgefunden. Beim Trinken gelangt nämlich Luther selbst mit dem Koffein in den Körper und am Ende kämpft er dann mit dem Weihrauch an der Bauchdecke“.

Evangelischer Eheberater soll Erotik ins Leben bringen

Nach einem gescheiterten Versuch, durch einen evangelischen Eheberater mehr Erotik in das Leben zu bekommen, und dadurch „sowohl der Mann, als auch de Erotick aussem Schalfzimmer verschwunden sind“, kam die gefeierte Kabarettistin zum Ende.

Zum Abschluss wurde sie aber noch einmal ernster und vermittelte ihre Intention. „Wir müssen aufhören, zwischen Katholizismus und Evangelismus so gedrängt zu denken, “, appellierte sie an ihre Zuhörer, „und für unsere Meinung gerade stehen“. Bevor sie ihren lang anhaltenden Applaus entgegen nahm, wurde gemeinsam „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ gesungen.

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