Mahlzeit-Kolumne

Restaurantbesuch: In Bochum zu Gast auf „Andrés alter Fähre“

Mahlzeit! Zu Besuch im Restaurant „Andrés alte Fähre“ in Bochum. Als Dessert gab es Créme brûlée, dazu ein aromatisches Zitronensorbet, das auf einem Tomatensaucen-Spiegel liegt.

Mahlzeit! Zu Besuch im Restaurant „Andrés alte Fähre“ in Bochum. Als Dessert gab es Créme brûlée, dazu ein aromatisches Zitronensorbet, das auf einem Tomatensaucen-Spiegel liegt.

Foto: Maren Schürmann

Bochum.   Die Terrasse des Lokals mit Blick auf die Ruhr unter einem grünen Dach aus Ahornblättern ist verlockend. Als Dessert gab es Créme brûlée.

Es ist ein lauer Abend, aber können wir es wagen? Die Wespen haben uns schließlich schon so manches Essen draußen vermiest. Doch die Terrasse von „Andrés alter Fähre“ in Bochum mit Blick auf die Ruhr unter einem grünen Dach aus Ahornblättern ist einfach zu verlockend. Und am Ende schwirrt auch nur ein Insekt an – und schnell wieder ab.

Schon die Vorspeisen klingen verlockend: Vichyssoise – kalte Kartoffelsuppe mit Pumpernickel (6 €) – oder Tomatensalat mit Bio-Sorten aus Lünen und Büffelmozzarella (12 €). Da unser Appetit jedoch nicht so groß ist, bestellen wir direkt die Hauptspeisen: Meine Begleitung setzt auf einen Klassiker, den Zwiebelrostbraten (28 €). Das Australische Rumpsteak soll medium sein. Das Fleisch ist zwar etwas länger gegart und nicht durchgehend rosa im Kern, trotzdem gelungen und zart. Gut sind auch die hausgemachten Spätzle und der frische Blattsalat.

Lasagne al Ragú und Créme brûlée

Ich nehme die Lasagne al Ragù (19 €) – wie man auch das Bolognese-Original in Bologna in Italien nennt, bei dem das Rindfleisch nicht gehackt, sondern in Würfeln in der Tomatensauce geschmort ist. Die Lasagneblätter sind selbst gemacht – und so schmecken sie auch. Ebenfalls gut sind die Pfifferlinge, die fast ein Aroma wie das von selbst gesuchten Pilzen haben.

Wir probieren die Crème brûlée (8 €), deren Konsistenz etwas fest geraten ist. Sie hat eine würzige Thymian-Note und ist auf süßen Aprikosen gebettet. Dazu gibt es ein aromatisches Zitronensorbet, das auf einem Tomatensaucen-Spiegel liegt. Alle Komponenten sind ein Genuss, das Zusammenspiel mit der Tomatensauce finde ich jedoch nicht ganz gelungen. Meine Begleitung widerspricht und löffelt sie auf – so verschieden sind die Geschmäcker.

An der Ruhr bis zum Kemnader See spazieren

Einig sind wir uns, dass es sich schon wegen der Küche lohnt, bei André vor Anker zu gehen. Wobei der Name verwirrend ist: Wir speisen auf dem Festland und nicht auf einem Kahn. Richtig schön wird der Ausflug, wenn man vorher oder hinterher Zeit einplant. Schließlich kann man an der Ruhr bis zum Kemnader See spazieren. Auf der anderen Flussseite liegt Burg Blankenstein. Und Haus Kemnade in Hattingen ist auch nicht weit. Das Auto kann man getrost zu Hause lassen: An Andrés Terrasse führt der Ruhrtal-Radweg vorbei.

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