Beifall mit einer Zugabe quittiert

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KONZERT. Park-Trio musizierte zum Auftakt des "Kulturherbstes Isselburg 2008" im pädagogischen Zentrum der Strombergschule.

ISSELBURG. Eine kleine, aber treue Fangemeinde fand sich zur Eröffnung des Isselburger Kulturherbstes zum Konzert des Park-Trios in der Strombergschule ein. Die erlebte einen Abend mit reizvollen Werken für die Instrumentenkombination Klavier, Flöte und Oboe, die durchaus Ausflüge mit experimentellem Charakter einschloss und dadurch deren Bandbreite eindrucksvoll präsentierte.

Fortsetzung der Fantasiestücke

Das Kölner Park-Trio wird gebildet aus den Musikschuldozenten und freien Künstlern Benedikt Newzella (Klavier), Anke Grotz (Oboe) und Gudrun Kißler (Flöte). Die Gemeinschaftsaktion von "Isselburg Activ" und der Musikschule Bocholt-Isselburg-Rhede hatte die Künstler schon im letzten Jahr eingeladen. Daher begann das Kammerkonzert auch mit der Fortsetzung der Fantasiestücke von Robert Fuchs, einem Zeitgenossen von Johannes Brahms. Es waren die Stücke vier bis sieben zu hören, die für diese Instrumentierung neu arrangiert worden waren. Ein schöner Einstieg, denn die Stücke zeigten neben ihrem eher gemütvollen und verträumten auch einen beschwingten und lebhaften Charakter.

Es folgten die Werke dreier Komponistinnen des 20. Jahrhunderts, die einem Kaleidoskop gleich bunte Tupfer aus Filmmusik, Tanz, Traum und Experiment in das Pädagogische Zentrum zauberten und dem Park-Trio die Möglichkeit zu effektvollen Inszenierungen boten. Madeleine Drings Tänze für Klavier und Flöte ließen beim Walzer, der Sarabande und dem Tango leichtfüßig gespielte Passagen erklingen. Schnell und heiter ging es mit dem Impromptu für Oboe und Klavier von Claude Arieu weiter, das sehr eingängig wirkte.

Zum Schluss des ersten Teils war eine Auftragskomposition zu hören, die von Ursula Wachowiak kreiert wurde. "Der dritte Satz ist der schrägste", wurde im Vorfeld "vorgewarnt". Denn "Pipe down" beschäftigte sich damit, das Phänomen Lärm künstlerisch zu präsentieren. Mit lautmalerischen Elementen, kurzen und abgehackten Passagen sowie unterschiedlichen Lautstärken gut nachzuempfinden, wobei der Eindruck von zeitweiliger Disharmonie beabsichtigt war. Zuvor erklang ganz im Gegensatz dazu ein inniges Gebet, das den Übergang zu Ludwig van Beethovens "Mondscheinsonate" herstellte, die Benedikt Newzella sehr träumerisch und pianissimo anlegte. Dem folgte ein sehr ansprechendes Madrigal von Philippe Gaubert.

Schlusspunkt mit Tafelmusik

Den Schlusspunkt setzte das Park-Trio mit der Tafelmusik von Robert Delanoff, die neben einem ungewöhnlichen Klangspektrum und einem 9/8-Takt von den Künstlern das höchste Metronomtempo von 208 verlangte. Das gelang in fulminanter Weise, so dass der Beifall, der mit einer Zugabe quittiert wurde, mehr als wohlverdient war. (beh)

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