Studie

Lässt die Antibabypille das weibliche Gehirn schrumpfen?

Pille für den Mann? So soll Verhütung revolutioniert werden

Pille für den Mann? So soll Verhütung revolutioniert werden.

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Berlin.  Im Hypothalamus entstehen wichtige Hormone. Nun finden Forscher Hinweise, dass dieses Hirnareal durch die Antibabypille schrumpft.

Es sind beunruhigende Nachrichten für etwa 100 Millionen Frauen weltweit, die mit der Antibabypille verhüten. US-amerikanische Forscher haben in einer aktuellen Studie Hinweise darauf gefunden, dass der Gebrauch der Pille das Volumen des Hypothalamus bedeutend verkleinert. Dieses Hirnareal produziert wichtige Hormone und steuert das Sexualverhalten.

„Wir können zum ersten Mal feststellen, dass der Gebrauch der Antibabypille mit einem geringeren Volumen des Hypothalamus einhergeht“, sagt der an der Studie beteiligte US-Hirnforscher Michael Lipton. Das Volumen des Hypothalamus nehme um durchschnittlich sechs Prozent ab im Vergleich zu Frauen, die nicht mit der Antibabypille verhüten: „Das ist ein dramatischer Unterschied“, so Lipton.

Studie zur Antibabypille: Kritik an Datengrundlage

Die Forscher vermuten, dass die Pille womöglich die hormonellen Funktionen des Hypothalamus stört und ihn so schrumpfen lässt. Unklar ist allerdings, ob das geringere Volumen negative Folgen hat. „Wenn die Antibabypille das Gefühlsleben von Frauen stark beeinträchtigen würde, dann hätten wir das im Alltag wohl längst gemerkt“, zitiert das Wissenschaftsportal sciencealert.com den Psychologen Alexander Lischke.

Kritik gibt es auch an der schmalen Datengrundlage der Studie. Untersucht wurden 50 Frauen, von denen 21 mit der Pille verhüteten. Zudem ist die Studie bislang nicht von unbeteiligten Wissenschaftlern überprüft worden. „Frauen sollten sich über diese Ergebnisse keine zu großen Sorgen machen“, so die Medizinerin Alexandra Herrera. „Die aktuelle Datengrundlage reicht nicht, um von hormoneller Verhütung abzuraten.“

US-Forscher testen erfolgreich Pille für den Mann

Dass der Hormoncocktail aber nicht harmlos ist, zeigen frühere Studien. So müssen Antibabypillen, Hormonspiralen und andere Präparate seit diesem Jahr den Warnhinweis führen, dass sie Depressionen auslösen können. Der Verdacht, dass hormonelle Verhütung mit einem höheren Krebsrisiko einhergeht, gilt inzwischen aber als widerlegt.

Eine 2017 veröffentlichte Langzeitstudie kam zu dem Ergebnis, dass Hormonpräparate sogar vor bestimmten Krebsarten schützen können. Und wenn es nach US-Forschern geht, ist hormonelle Verhütung in Zukunft ohnehin Männersache. (küp)

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