Ferienaktion

844 Kilometer mit dem Fahrrad bis nach Prag und zurück

Schon mehrfach

Schon mehrfach

Foto: privat

Der zehnjährige Kinderreporter Thorge Abrahams radelte in den Ferien mit seinem Opa von Magdeburg bis in die Tschechische Republik.

In den Sommerferien bin ich mit meinem Opa schon den Elberadweg von Cuxhaven bis Magdeburg gefahren. Und weil mir das so gut gefallen hat, wollte ich dieses Jahr die Elbe weiter rauf fahren. Mein Opa schlug dann vor, auf dem Elberadweg und dann ein Stück die Moldau rauf bis Prag zu fahren.

Am 14. Juli ging es los. Erst mit dem Rad von Gladbeck zum Bahnhof Essen-Altenessen und dann mit dem Zug über Dortmund, Hamm, Minden und Hannover bis Magdeburg in die Jugendherberge. Am Sonntag begann die eigentliche Radtour. Bei ganz schön heißem Wetter gleich am ersten Tag 89 km bis Dessau. Das war schon anstrengend, aber trotzdem schön, wieder mit Opa unterwegs zu sein.

Besuch bei Martin Luther

Die weiteren Stationen nach jeweils etwa 80 km waren dann Klöden, Strehla, und Dresden. Zwischendurch haben wir uns noch die Lutherstadt Wittenberg angesehen. Der Opa zeigte mir die Tür an der Schlosskirche, wo Martin Luther vor 501 Jahren seine 95 Thesen angenagelt hatte. Damit begann die Reformation der Kirche. Auch die Städte Torgau und Meißen, wo das bekannte Porzellan herkommt, waren interessant.


Von Dresden ging es dann über Bad Schandau in die Republik Tschechien nach Decin. Hier fließt die Elbe in einem engen Tal durch das Elbsandsteingebirge und man sieht links und rechts hohe Felswände und Burgen. Das sieht schon imposant aus. In Melnik sind wir dann von der Elbe abgebogen und an der Moldau weiter bis Prag gefahren.


Ordentlich was los in Prag

Nach 7 Tagen und 579 km hatten wir dann die „Goldene Stadt“ Prag erreicht. Mein Opa erklärte mir, Prag hat deshalb diesen Beinamen, weil dort schon ab dem Mittelalter sehr viel hohe Türme aus Sandsteinen gebaut wurden, die im Sonnenlicht golden schimmern.


In Prag haben wir dann 2 Tage Pause vom Radfahren gemacht und uns die Stadt angeschaut. Am ersten Tag sind wir durch die Altstadt gebummelt und haben das alte Rathaus mit seiner Astronomischen Uhr besichtigt. Besonders lustig war der Weg über die Karlsbrücke. Alle paar Meter spielten Musikgruppen. Händler boten Souvenirs, Schmuck und Kunstgegenstände an. Und dazwischen ein buntes Gewimmel von Touristen aus allen möglichen Ländern.


Fahrt durch eine Schleuse

Am zweiten Tag haben wir dann erst eine tolle Schifffahrt auf der Moldau gemacht und sind dabei zweimal durch eine Schleuse gefahren. Ich kenne die Schleusen ja von unserem Rhein-Herne Kanal, aber auf dem Schiff durch eine Schleuse zu fahren ist total spannend.


Nach der Fahrt auf der Moldau sind wir mit der Drahtseilbahn auf den Hradschin (Burgberg) gefahren. Die Prager Burg bildet die größte geschlossene Burganlage der Welt. Hier haben wir den Dom und den königlichen Palast besichtigt.

Mein Opa erklärte mir, dass hier genau vor 400 Jahren die evangelischen Böhmischen Adligen die Abgesandten des katholischen Kaisers Ferdinand aus dem Fenster auf einen Misthaufen geworfen haben. Und damit begann der 30-jährige Krieg. Der endete erst im Jahr 1648 mit dem Westfälischen Frieden in Münster und Osnabrück. Nach dem Krieg war ganz Mitteleuropa verwüstet und ganz viele Menschen tot. Insgesamt fand ich Prag aber schon ganz toll. Schade, dass wir am 24. Juli schon wieder zurück mussten.

Halt in Dresden

Mit dem Rad ging es dann wieder entlang der Moldau und der Elbe zurück bis Dresden. Hier haben wir dann wieder 2 Tage Pause gemacht und uns die Stadt angesehen. Die Stadt ist ja für Ihre alten Gebäude im Barock-Stil berühmt. Und die Frauenkirche, der Zwinger, die Semperoper und die Brühlsche Terasse sind schon sehenswert.

Toll fand ich auch die Fahrt mit der Gebirgsschwebebahn nach Oberloschwitz. Von oben hat man eine super Aussicht auf die Stadt Dresden und auf das „Blaue Wunder“. Das ist eine alte Brücke aus Eisen. Die wurde mal mit einer grünen Farbe gestrichen, und die Farbe hat sich dann über Nacht wie ein Wunder von grün nach blau verwandelt.

Am Montag, den 30. Juli ging es dann wieder mit dem Intercity von Dresden nach Essen-Altenessen.

Insgesamt sind wir diesmal 844 km geradelt. Ich freu mich schon auf die Radtour im nächsten Jahr. Vielleicht geht’s dann mal in die Berge.

Kinderreporter Thorge Abrahams (10), Gladbeck

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