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Cornelia Funke rät Kindern: „Sammelt Ideen… wie Schätze!“

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke vor ihrem Bild „Saum des Himmels“.

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke vor ihrem Bild „Saum des Himmels“.

Foto: Foto: Uli Deck / dpa

Langeweile? So etwas kennt Cornelia Funke nicht! Wer nicht weiß, was er mit all der freien Zeit anfangen soll, kann von der Autorin viel lernen.

Die berühmte Schriftstellerin Cornelia Funke kommt aus Deutschland, wohnt schon lange in Amerika, aber eigentlich ist sie in einer Wunderwelt zu Hause. Wo die liegt? Ganz einfach: In ihrem Kopf! Und wenn du es ganz genau wissen willst: Auch hinter deiner Stirn lauern so wilde Abenteuer, wie Cornelia Funke sie in „Tintenherz“ oder „Drachenreiter“ beschrieben hat. Die 61-Jährige erklärt uns im Interview, wie man den Weg in diese funkelnde Welt findet.


Was haben Sie als Kind gegen Langeweile getan?

Cornelia Funke: Ich habe eigentlich nie Langeweile. Ich glaube, das war auch schon so als Kind. Ich hab gemalt und gezeichnet, tausend Bücher verschlungen, die Bücherei kannte mich sehr gut. Ich hatte meine Lieblingsfernsehserien und ich liebte es sehr, mit meinen Freunden draußen zu spielen und mir tausend Abenteuer auszudenken.


Wie beschäftigen Sie sich heute?
Heute gehe ich mit meinen Hunden ans Meer oder besuche meine Esel oder spaziere über meine Farm oder male in meiner Werkstatt oder schreibe oder stricke oder lese oder treffe Freunde oder, oder... Ihr seht schon, eigentlich hab ich nie genug Zeit für all das, was ich gern mache!


Womit füttern Sie Ihre Fantasie?

Ich mach die Augen und Ohren und das Herz ganz weit auf und lass die Welt herein. Und nicht nur die Menschenwelt. Alles um uns herum erzählt ständig Tausende von Geschichten. Man muss nur lernen, hinzuhören und zu sehen. Lasst die Geschichten zu euch kommen! Schreibt jede noch so kleine Idee in ein Notizbuch, sammelt sie wie Schätze – oder Puzzleteile, die eines Tages ein Bild ergeben.


Was raten Sie Kindern, die eine Geschichte schreiben wollen?
Besorgt euch ein Notizbuch -- eins, das nicht zu klein ist. Bemalt es oder beklebt es mit einem Foto, das euch Geschichten erzählt. Und dann fangt an zu sammeln: Ideen, Gedanken, Zeichnungen, Dinge, die ihr ausschneidet. Und vor allem: FRAGEN! Fragen an eure Geschichte. Wann spielt sie? Wo? Ist es kalt, warm? Hell, dunkel? Wer ist die erste Figur, die auftaucht? Wie sieht sie aus? Was hat sie vor? Hat sie ein Geheimnis? Hat sie Angst oder ist sie glücklich?

Alles mit Papier und Stift?
Wenn ihr die erste Seite mit der Hand geschrieben habt, nehmt den Computer und schreibt sie ab – während ihr das tut, ändert und ergänzt und streicht ihr. Als würdet ihr etwas auf Hochglanz polieren!


Sie haben gerade den ersten Band von „Reckless“ überarbeitet...
Ich liebe es, Geschichten besser und besser zu machen. Sie verbergen immer ein paar Geheimnisse vor uns. Ich schreibe all meine Geschichten mindestens sechsmal um.

Cornelia Funke: Reckless. Dressler, neue Fassung, 15 €

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