Natur

Der Winter war zu warm: Auch Tiere vermissen den Schnee

Der Winterschlaf war zu kurz, der Igel muss hungern.

Der Winterschlaf war zu kurz, der Igel muss hungern.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Bei uns wird es nur noch selten richtig kalt. Für viele Tiere ist das gefährlich. Die warmen Temperaturen bringen ihr Leben durcheinander.

Wieder nix. All die schönen Schlitten langweilen sich im Keller. Statt Schneemännern gibt es draußen nur graue Pfützen. Wisst ihr eigentlich noch, was eine Schneeballschlacht ist? Auch in diesem Jahr hat es in unserer Gegend nicht geschneit. Das Klima verändert sich, es wird häufig nicht mehr so kalt wie noch vor einigen Jahren. Darunter leiden viele Säugetiere und Vögel.

„Unser Klima hat sich schon immer verändert. Das passierte allerdings so langsam, dass alle Tiere genug Zeit hatten, sich daran zu gewöhnen“, sagt Julian Heiermann. Er ist Tierexperte beim Naturschutzbund Nabu: „Aber jetzt geht der Klimawandel so schnell, dass sich viele Tiere nicht anpassen können.“

Das Nest ist besetzt!

Der Kuckuck fliegt zum Beispiel jedes Jahr nach Afrika. Im April kehrt er nach Europa zurück und legt seine Eier in fremde Nester. Die Küken schlüpfen dort und werden von fremden Vogeleltern versorgt. Wenn der Kuckuck aus Afrika heimkehrt, sind die fremden Nester noch leer. Da es früher wärmer wird, fangen die Vögel bei uns auch früher an zu brüten. Plötzlich sind alle Nester schon mit anderen Küken besetzt, wenn der Kuckuck ankommt – er kann seine Eier nicht mehr ablegen.

Auch Tiere, die einen Winterschlaf halten, leiden. „Der Igel braucht den Winterschlaf, weil er im kalten Winter nicht genug Futter findet“, sagt Julian Heiermann. „Ist der Winter zu warm, schläft er nicht ein oder wacht früher auf und findet dann noch keine Nahrung. Das kann für ihn sehr gefährlich werden.“

Siebenschläfer suchen nach dem Aufwachen in verlassenen Höhlen und Nistkästen einen Platz für ihre Jungen. Sind die Nagetiere zu früh dran, treffen sie dort noch auf Eier oder Jungvögel – und fressen sie auf.

Weißes Fell auf grüner Wiese

Für das Hermelin ist der Schnee lebenswichtig. Das kleine Raubtier trägt im Sommer ein braunes Fell und im Winter ein weißes. So ist es für seine Feinde im Schnee fast nicht zu entdecken. Auf grünen Wiesen sind die Hermeline mit dem weißen Fell sehr auffällig. Jetzt werden sie leicht zur Beute für andere Tiere.

Julian Heiermann fürchtet, dass die Winter noch wärmer werden und viele weitere Tiere Probleme bekommen. Insekten dagegen mögen milde Winter: Mücken, Zecken und Fliegen vermehren sich dann rekordverdächtig.

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