Spiele

Eine Jury sucht das beste Kinderspiel des Jahres

Auf der Spielemesse in Essen können Kinder die neusten Spiele ausprobieren. In diesem Jahr fällt sie aber aus.

Auf der Spielemesse in Essen können Kinder die neusten Spiele ausprobieren. In diesem Jahr fällt sie aber aus.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Christoph Schlewinski wählt mit seinen Kollegen jedes Jahr aufs Neue das „Kinderspiel des Jahres“. Das macht Spaß, ist aber nicht leicht.

Christoph Schlewinski liebt Spiele! Und er kann auch erklären, wieso: „Beim Spielen kann man gemeinsam etwas erleben und in eine andere Welt eintauchen.“ Seine Leidenschaft für Spiele ist sogar so groß, dass er Jury-Mitglied für das „Kinderspiel des Jahres“ geworden ist.

Dass Gesellschaftsspiele gerade Kindern richtig Spaß machen können, weiß Christoph Schlewinski aus eigener Erfahrung. „Mich hat es schon als Sechs- oder Siebenjähriger gepackt“, erzählt er. „Das Problem war nur, dass damals die Spielauswahl nicht so groß wie heute war.“ Als Jugendlicher merkt er dann, dass ihm besonders die Spiele mit der Auszeichnung „Spiel des Jahres“ gefallen. Daraufhin wünscht er sich zu jedem Geburtstag das neuste Spiel mit dem roten Logo auf der Verpackung.

Kinder testen die Spiele

„Mit zwölf oder 13 Jahren war ich dann das erste Mal auf der Spielemesse in Essen“, erzählt Christoph Schlewinski. Ein echtes Paradies für ihn. Und auch als Erwachsener verliert er sein Hobby nicht aus den Augen. Im Gegenteil! Er schreibt auf einer eigenen Internetseite über neue Spiele, die er selbst ausprobiert hat. Außerdem arbeitet er in einer „Spieliothek“ in Marl. „Das ist wie eine Bücherei, nur mit Spielen“, erklärt er. „Kinder können dort ab sechs Jahren hinkommen und den ganzen Tag spielen.“

Über seine Internetseite und seinen Job in der „Spieliothek“ landet Christoph Schlewinski schließlich auch bei der Jury für das „Kinderspiel des Jahres“. Doch wie wählt eine Jury das beste Kinderspiel des Jahres aus insgesamt 160 Bewerbern? Das ist gar nicht so leicht, wie der Experte erklärt: „Normalerweise bin ich zwei Mal in der Woche unterwegs. Einmal bin ich in einem Kindergarten und einmal an einer Grundschule.“ Dort lässt er die Kinder dann die Spiele ausprobieren. „Manche fallen schon nach der ersten Runde raus. Die meisten muss man aber mehr als ein Mal spielen.“ Das dauert einige Zeit, macht aber auch Spaß.

Kinderspiele müssen begeistern

Christoph Schlewinski spielt meistens nicht selbst mit. Er beobachtet lieber. In den Kindergärten und Schulen sitzt er dann mit am Tisch. Nur in diesem Jahr ist alles wegen des Coronavirus anders. „Ich habe meinen Freunden wie ein Weihnachtsmann Pakete mit Spielen vor die Türen gestellt“, erzählt er. Über Video-Chats konnte er den Familien später beim Spielen zuschauen.

Der Experte achtet dann vor allem darauf, ob sich das Spiel schnell erklären lässt. Außerdem muss das Spiel von Anfang bis Ende begeistern. Das ist der Fall, wenn die Spieler die ganze Zeit konzentriert sind. Und noch etwas macht ein gutes Kinderspiel aus, sagt Christoph Schlewinski: „Es sollte keine zufälligen Bestrafungen geben.“ Nicht so gut ist es also, wenn ein Spieler nur verliert, weil er beim Würfeln Pech hatte. Doch zum Glück gibt immer wieder neue Kinderspiele, die alle Kriterien erfüllen. Schaut doch unten mal selbst, welche das in diesem Jahr sind!

>>> Welches Spiel wird „Kinderspiel des Jahres 2020“?

Drei Spiele sind schon jetzt die Gewinner. Denn sie hat die Jury aus rund 110 aktuellen Gesellschaftsspielen für Kinder ausgewählt. Damit gehen sie am 15. Juni ins Rennen um die Auszeichnung „Kinderspiel des Jahres 2020“. Wir stellen euch die Spiele vor:

Fotosafari unter Wasser

Wer Fische fotografieren will, braucht oft Geduld. Oder ein Aquarium aus Pappe! Bei Foto Fish bleiben alle Fische an ihrem Platz. Die Spieler müssen trotzdem alles gut beobachten. Denn die Würfel bestimmen, welche Fische mit dem Fotorahmen eingefangen werden müssen. Der Schnellste bekommt die beste Belohnung, aber auch der Langsamste geht nicht leer aus.

Wettrennen durch den Wald

Wie auf einem Waldboden liegen Pilze, Äpfel und Blätter auf dem Tisch verteilt. Sie braucht der kleine Igel, um schnell nach Hause zu kommen. Zum Glück hat er sich eingerollt. So haften an ihm die Waldteile, wenn man nur geschickt genug kugelt. Pro Waldteil darf man sich ein Stück weit über den Spielplan bewegen.

Runden mit dem Roboter

Roboter können langsam, normal und schnell sein. Und nur diese Info hat die Runde, wenn der Roboter-Spieler mit seinen Augen die Rennstrecke abfährt und irgendwann verkündet, an seinem geheimen Ziel angekommen zu sein. Aber wie schnell bewegt sich ein langsamer Roboter? Oder ein normaler? Oder ein schneller?

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