Natur

Familien machen spannende Entdeckungen in der Natur

Im Wald gibt es viel zu entdecken.

Im Wald gibt es viel zu entdecken.

Foto: Andreas Arnold / dpa

Ob im Wald, im Park oder auf der Wiese – Ferien vor der Haustür können spannend sein. Ursula Wawra erzählt, warum die Natur nie langweilig wird.

Im Wald kannst du Schalen von Vogeleiern suchen oder Tierspuren folgen. Auf einer Wiese kannst du Schwalben und Mauersegler am Himmel beobachten. Und vielleicht siehst du abends ja Zwergfledermäuse oder andere nachtaktive Tiere. In der Natur gibt es unendlich viel zu entdecken, das weiß Ursula Wawra sehr gut. Sie ist Naturpädagogin und geht seit über 30 Jahren mit Familien und Schulklassen raus in die Natur. Im Interview erzählt sie, warum Familienferien vor der Haustür ziemlich spannend sein können.

Warum sind Sie so gern in der Natur?

Weil es mich glücklich macht! Es gibt immer etwas zu entdecken und zu lernen, worüber ich mich freue. Nie wird es mir in der Natur langweilig. Außerdem ist man in einer Welt, in der es so schön ruhig ist, ohne Zeitdruck und ohne das Gefühl, etwas erledigen zu müssen. Im Gegenteil: Man vergisst das, was im Alltag belastet.

Was kann an Familienferien vor der Haustür so schön sein?

Ohne lange Autofahrten kann man richtig viel erleben. Dinge, von denen man vielleicht gar nicht wusste, dass sie so nah sind: Im Wald die Spuren von Reh oder Wildschwein suchen, Höhleneingänge von Mäusen und Kaninchen und Spechten entdecken, Marienkäferlarven als „Haustiere“ aufziehen und wieder freilassen, im Wald oder Park picknicken, einer Singdrossel lauschen, die in der Abenddämmerung als einer der letzten Vögel noch singt („Philipp-philipp-philipp“), abends nach 22 Uhr „Zwerge“ (so nenne ich die Zwergfledermäuse) beobachten, die um Straßenlaternen herumfliegen oder auf Glühwürmchensuche gehen und mit etwas Glück erleben, wie der Wald mit den vielen glühenden Lämpchen zum Märchenwald wird... Vor der eigenen Haustür gibt es so viel zu entdecken!

Haben Sie ein Lieblingstier?

Der Mauersegler ist mein Lieblingstier. Weil er fliegt und fliegt und fliegt, sein ganzes Leben lang verbringt er in der Luft, wenn er nicht gerade brütet oder seine Jungen füttert. Er schläft sogar nachts am Himmel! Das ist doch unglaublich faszinierend.

Was zeigen Sie Kindern im Wald besonders gern?

Das Unscheinbare, was man im schnellen Vorbeigehen normalerweise übersieht. Zum Beispiel die dicke Weinbergschnecke, die an einem trockenen Sommertag an einem kühlen Baumstamm hängt, ihre „Haustür“ mit einer Art durchsichtiger Folie verschlossen hat, um nicht auszutrocknen, und auf diese Weise für ein paar Tage eine Sommerruhe hält.

Sollte man Nistkästen für Vögel aufhängen?

Ja! In vielen Gärten gibt es keine alten Bäume mit Höhlen. Kohlmeisen, Blaumeisen, Spatzen, Stare oder Kleiber nehmen unsere Nistkästen gerne an. Sie müssen aber richtig gebaut und aufgehängt werden. Wir bieten den Höhlenbrütern eine sichere Behausung an, und sie übernehmen für uns die Schädlingsbekämpfung. Außerdem ist es spannend, das lebendige Treiben am Nistkasten aus der Nähe zu beobachten.

Was kann man mit Resten von Eierschalen machen, die man findet?

Man kann sie mit Gips ausgießen. Eine tolle Sache! So bleiben sie viele Jahre haltbar. Meine „Eierschalen-Schatzdose“ ist schon von Tausenden großen und kleinen Menschen bewundert worden.

Darf man eigentlich Federn von Vögeln sammeln?

Beim Federnsammeln muss man wissen, dass die Gesetzgebung unterscheidet, ob es sich um eine Feder von einer streng geschützten Art handelt oder nicht. So gehören Greifvögel und Eulen zu den streng geschützten Arten. Für solche Federn besteht eine sogenannte Nachweispflicht. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass ein seltener Vogel gejagt wird, nur um an seine Federn zu gelangen. Aber wir heben ja nur Federn auf, die ein Vogel auf natürliche Weise verloren hat.

Und wie unterscheidet man eine Fuchs- von einer Hundespur?

Mit dem Grashalmtest findest du die Antwort: Lege den Halm genau über den vorderen Rand der beiden Außenzehen. Wenn nun der Halm die Vorderzehen nicht oder nur knapp berührt, ist es eine Fuchspur. Wenn der Halm aber deutlich auf den Vorderzehen liegt, ist die Spur von einem Hund.

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