Ferienaktion

In Mettmann entsteht die „Stadt der Kinder“

Basti, Lion und Fabian (von rechts nach links) bauen an ihrem Häuschen in der Stadt der Kinder auf dem Bauspielplatz in Mettmann.

Basti, Lion und Fabian (von rechts nach links) bauen an ihrem Häuschen in der Stadt der Kinder auf dem Bauspielplatz in Mettmann.

Foto: Kai Kitschenberg / FunkeFotoServices

Was wäre, wenn Kinder bestimmen würden, wie es in der Welt aussieht? Einen Eindruck davon bekommt man derzeit in der Stadt Mettmann.

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Die Stadt Mettmann liegt in unserem Bundesland Nordrhein-Westfalen, in der Nähe von Düsseldorf. Über 100 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren treffen sich hier während der Sommerferien zum gemeinsamen Sägen, Hämmern und Bauen auf dem sogenannten „Bauspielplatz“. Das Besondere daran: Als Material wird ausschließlich altes Holz verwendet. Die Kinder bauen also nachhaltig.

Viele kommen mit Bauplan

„Hier ist schon eine richtige Stadt entstanden“, freut sich Markus Kier von der Stadt Mettmann. Er beaufsichtigt den Bauspielplatz gemeinsam mit weiteren Betreuern. „Die Kinder können hier komplett ihr eigenes Projekt verwirklichen“, erzählt er „Viele kommen sogar mit einem Bauplan.“

Einen Kurs für den Umgang mit dem Werkzeug haben sie nicht besucht. Sie lernen es vor Ort oder haben sich Handgriffe bei ihren Eltern abgeschaut: „Bei mir liegt das einfach in der Familie“, erzählt Lion König (12).

Nach dem Bauen kommen Geschäfte

Viele der Kinder haben in ihren Hütten Kioske oder Läden eingerichtet. Denn auch ums Handeln geht es in der „Stadt der Kinder“. So hat zum Beispiel Tim Laudenberg (12) mit seinen Freunden ein Geschäft mit einem großen Angebot erschaffen. Unter dem Namen „Ikeo“ gibt es bei ihm selbst gebaute Möbel, aber auch Dosenwerfen und Wassereis, außerdem einige ausgemusterte Spielwaren. Bezahlt wird allerdings nicht in Euro, sondern in der Währung „Musterla“.

Das sind kleine Glasplättchen mit buntem Muster. Zum Start bekommt jeder Teilnehmer fünf Musterla, danach müssen die Kinder selbst sehen, wie sie ihr Geld vermehren. „Man arbeitet für andere oder verkauft Sachen“ erklärt Tim.

Fairer Handel ist Voraussetzung

Eren Hazen (16) und sein Bruder Efe (10) gehen ihr Projekt richtig professionell an: „Hier kommt eine Eisdiele, ein Kiosk und ein Chill-Café hin“, erklärt Ezen inmitten seiner Baustelle. Schon letztes Jahr hat sich der 16-Jährige einen Ruf als tüchtiger Baumeister erarbeitet und ein Fünf-Sterne-Hotel samt Balkon errichtet. „Dieses Jahr soll das Haus noch größer werden“, erzählt er. „Wenn es geöffnet ist, kommen noch drei oder vier Mitarbeiter – das werden große Geschäfte!“ Insgesamt drei bis vier Räume schweben ihm vor. Falls es vier werden, wird einer davon vermietet – für fünf Musterla am Tag.

Es gibt allerdings eine Voraussetzung, die die Kinder erfüllen müssen, wenn sie in ihren Hütten Handel treiben wollen: Sie müssen einen Kurs in Fairem Handel bei Angelica Garcia belegen. Anschließend gilt es das Gelernte zu beachten. Angelica Garcia gibt ein Beispiel: „Wenn sie zum Beispiel Wassereis selbst machen und verkaufen, sollte es aus Fairtrade-Säften sein.“

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