Ausland

Jakob zieht von Jerusalem zurück nach Deutschland

Jakob, seine drei jüngeren Geschwister und seine Eltern stehen vor dem Felsendom in Jerusalem.

Jakob, seine drei jüngeren Geschwister und seine Eltern stehen vor dem Felsendom in Jerusalem.

Foto: privat

Der achtjährige Jakob zieht mit seiner Familie von Jerusalem nach Frankfurt. Die Familie hat fünf Jahre auf dem Ölberg in Ostjerusalem gelebt.

Jakob ist acht Jahre alt, fast neun. Fünf davon hat er in der Stadt Jerusalem verbracht. In dieser Woche zieht seine Familie zurück nach Deutschland. Lest hier, was Jakob über seine Zeit in Jerusalem schreibt:

„Die letzten fünf Jahre habe ich mit meiner Familie (meine Eltern und drei Geschwister) in Jerusalem gelebt. Zusammen wohnen wir auf dem Ölberg in Ostjerusalem. Da hat Jesus gebetet, bevor er gestorben ist.

Heilige Orte für viele

Jerusalem liegt in Israel und Palästina. Das sind zwei Länder, die nicht so gut miteinander auskommen. Sie streiten sich immer um Jerusalem, weil Jerusalem eine der heiligsten Stätten auf der ganzen Welt ist. Denn hier steht der Felsendom, der für die Muslime heilig ist, weil der Prophet Mohammed von dort mit einem geflügelten Pferd in den Himmel gefahren ist.

Für die Juden ist Jerusalem auch heilig, weil hier früher der Tempel stand, und jetzt steht da ihre heilige Tempelmauer. Für die Christen ist Jerusalem heilig, weil hier die Grabeskirche ist. Das ist der Ort an dem Jesus begraben sein soll.

Im Sommer ziemlich warm

Hier kann man aber auch ziemlich normal leben, zumindest gewöhnt man sich hieran. Es gibt ein bisschen mehr Verkehr als in Deutschland und weniger Wasser, weil es viel Wüste gibt. Das Wetter ist meistens ziemlich warm im Sommer. Im Winter schneit es nur sehr selten. Ich hab öfter mal Hagel hier erlebt und ganz oft Regen. Manchmal sogar so viel, dass es Überschwemmungen gab.

Ich gehe in eine amerikanische Schule, die heißt JAIS. Das steht für Jerusalem International American School. Der Unterricht ist auf Englisch, außer wenn wir Französisch oder Spanisch-Unterricht haben. Am Anfang konnte ich kaum Englisch, aber jetzt lese ich ganz viele Bücher auf Englisch von der Schulbibliothek. Ich gucke auch englische Filme. Wie in Deutschland hatte ich wegen Corona auch eine Zeit lang online Unterricht.

Deutsche Nachbarskinder

Wir kamen vor fünf Jahren nach Jerusalem, weil mein Vater eine Arbeit hier hat. Ich habe früher gedacht, dass wir hierher gezogen sind, weil ich einen Garten haben wollte. Wir wohnen in einem großen Haus mit einem Garten und einem Hof. Dort treffen wir unsere Nachbarskinder, die zum Teil deutsch sind, und fahren den Berg mit Rollern, Bobbycars und Rädern runter.

In Jerusalem finde ich einen Aussichtspunkt besonders schön, weil man da Kamelreiten kann. Das ist witzig, weil das Kamel beim Laufen immer huppelt. Nur wenn es hoch oder runter geht, ist es ein bisschen komisch. Da fällt man erst nach vorne und dann nach hinten.

Korallenriffe in Eilat

Hier im Land gibt es sehr viele verschiedenen Zonen, von bergig zu wüstig und von sandig zu steinig. Ich mag eigentlich alle Teile des Landes, weil jeder Ort etwas hat, das ich mag: In Tel Aviv gibt es Strand, in Eilat Korallenriffe, am Toten Meer gibt es Quellen, im Golan Berge und einen See. Das werde ich alles vermissen, wenn ich in Deutschland bin.

In dieser Woche kommt ein großer Container hierher, da packen wir unsere Sachen rein. Der Lkw bringt dann den Container zu einem Schiff, das fährt nach Deutschland und dann wird der Container zu uns nach Frankfurt transportiert. Das dauert natürlich eine Weile, also gehen wir solange nach Österreich in den Urlaub.

Geburtstag am ersten Schultag

Ich fahre nicht mit dem Schiff nach Hause, sondern ich fliege mit dem Flugzeug. Das ist am Donnerstag, 2. Juli, und dauert ungefähr drei bis vier Stunden. Ich freue mich auf unser neues Zuhause, weil es in der Nähe eine Stadtbibliothek und einen Drogeriemarkt gibt, so etwas gibt es in Jerusalem gar nicht.

Ich bin ein bisschen aufgeregt, wie es mit meinen neuen Klassenkameraden sein wird, weil ich ja noch niemanden kenne. Und am ersten Schultag habe ich Geburtstag. Das ist natürlich dann noch aufregender.“

Israelis und Palästinenser streiten schon lange darüber, was in Israel und Palästina wem gehört. Die Israelis sagen zum Beispiel: Ostjerusalem ist Teil des vereinigten Jerusalem und Hauptstadt Israels. Die Palästinenser sagen: Ostjerusalem ist die Hauptstadt eines zukünftigen Staates des Palästinenser.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben