Brücke

Julian und Moritz erkunden die Rheinbrücke in Emmerich

Der Brücken-Experte Stephan Huth von Straßen NRW zeigt seinen Söhnen Julian (11) und Moritz (7) die Bauarbeiten auf der Rheinbrücke in Emmerich.

Der Brücken-Experte Stephan Huth von Straßen NRW zeigt seinen Söhnen Julian (11) und Moritz (7) die Bauarbeiten auf der Rheinbrücke in Emmerich.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Die Rheinbrücke in Emmerich ist hoch – aber nicht zu hoch für Julian und Moritz. Die beiden haben die Brücke mit einem Experten besucht.

„Das ist ganz schön hoch“, stellt Julian mit einem Blick nach oben fest. „Ja, 77 Meter hoch“, weiß sein Bruder Moritz. Die beiden stehen an der Rheinbrücke in Emmerich und warten darauf, dass ihr Vater Stephan Huth mit seiner kleinen Führung beginnt. Der ist ein richtiger Brücken-Experte und kümmert sich um die Sicherheit von Straßenbrücken wie dieser.

Bevor es aber losgeht, muss sich jeder erst einmal einen Helm aufsetzen und eine Warnweste anziehen. Denn die Rheinbrücke ist gerade eine Baustelle, auch wenn Autos weiterhin darüber fahren dürfen. Doch woher weiß man eigentlich, dass eine Brücke repariert werden muss? „Jeder Brückenprüfer prüft im Jahr rund 200 Brücken“, sagt Stephan Huth. „Er schaut sich dann jede Brücke ganz genau an. Dabei achtet er darauf, ob irgendwo im Beton etwas fehlt oder im Stahl Risse zu sehen sind.“

Für Julian und Moritz geht es hoch hinaus

Das kann bei jeder Brücke ganz unterschiedlich sein. Stephan Huth zeigt auch direkt, was bei der Rheinbrücke nicht mehr ganz in Ordnung ist. „An den Stahlseilen hier seht ihr rostige Stellen und mit einer Art Röntgengerät hat man innen auch noch Brüche festgestellt“, erklärt er und zeigt auf die sogenannten Hängeseile. Das sind Seile, die unten im Boden und oben an einem Tragseil befestigt sind. Wie das aussieht, dürfen sich Julian und Moritz jetzt etwas genauer ansehen.

Über eine Treppe geht es ein Baugerüst hoch. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte lieber nicht nach unten sehen. Für Julian und Moritz ist das aber kein Problem. Oben angekommen wartet schon Stephan Huth. „Das ist ein Hängepunkt, der immer aus zwei Seilen besteht“, sagt er. „Auf jeder Seite gibt es davon 52. Also hat die Brücke insgesamt 104 Hängepunkte und damit 208 Hängeseile.“

Die Seile tragen viel Gewicht

Das sind ganz schön viele Seile! Deshalb ist es auch kein Problem, wenn die Bauarbeiter ein Seil entfernen und durch ein neues ersetzen. „Selbst wenn ein Seil mal reißen würde, würde die Brücke nicht zusammenbrechen“, weiß Stephan Huth. Denn jedes einzelne Seil trägt schon mehr als 100 Tonnen, also das Gewicht von rund 50 Autos. Außerdem gibt es auch noch die beiden Tragseile, die sich über die gesamte Brücke spannen. Auf beiden Seiten des Flusses werden sie von einem riesigen Betonklotz unter der Erde gehalten. Das sorgt für noch mehr Stabilität.

„Geht’s jetzt endlich weiter?“, fragen Julian und Moritz. Die beiden wollen noch höher hinaus. Stephan Huth nickt und nimmt die beiden mit zur nächsten Plattform. Dort wartet schon ein Fahrstuhl, der sie ratternd bis zum höchsten Punkt der Brücke bringt. „Hier oben soll angeblich ein Goldschatz versteckt sein“, verrät Stephan Huth. Den Schatz finden Julian und Moritz zwar nicht, gelohnt hat sich die Fahrt bis nach ganz oben aber trotzdem. Denn von hier haben sie einen beeindrucken Blick auf den Rhein – und auf die gesamte Rheinbrücke.

>>> Die Rheinbrücke in Emmerich

Die Rheinbrücke in Emmerich ist mit 803 Metern die längste Hängebrücke Deutschlands. Sie wurde 1965 eröffnet und verbindet Emmerich mit Kleve.

Manche Menschen vergleichen die Rheinbrücke in Emmerich mit der berühmten Golden Gate Bridge in der amerikanischen Stadt San Francisco. Beide Hängebrücken sind rot angestrichen. Die amerikanische Brücke ist aber wesentlich größer als die deutsche.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben