Fernsehserie

Juri Gayed spricht über seine Rolle in Kika-Kriegsserie

Anton will unbedingt dazu gehören und schließt sich der Hitler-Jugend an. Erst später wird ihm klar, was das bedeutet.

Anton will unbedingt dazu gehören und schließt sich der Hitler-Jugend an. Erst später wird ihm klar, was das bedeutet.

Foto: SWR/LOOKSfilm/Andreas Wünschirs

Interview: Juri Gayed spricht über seine Rolle in der Kika-Serie „Der Krieg und ich“. Darin geht es um Kinder im Zweiten Weltkrieg.

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Ende August startet im Kika eine neue Serie. Sie heißt „Der Krieg und ich“. Sie soll zeigen, wie Kinder die Zeit des Zweiten Weltkriegs erlebt haben. In dieser Zeit herrschten die Nationalsozialisten in Deutschland. Sie haben jüdische Menschen verfolgt und umgebracht.

Kriegs-Serie mit acht Folgen

In jeder der acht Folgen geht es um ein anderes Kind in einem anderen Land. Die erste Folge beschäftigt sich mit dem zehnjährigen Anton aus Deutschland. Er ist ein Außenseiter und möchte in die Hitler-Jugend gehen. Das war der Nachwuchs-Verein der Nationalsozialisten. Anton möchte dazugehören.Als aber jüdische Freunde bei der Familie Schutz suchen, erkennt Anton, wozu die Nationalsozialisten fähig sind.

Gespielt wird Anton von Juri Gayed (14). Es ist eine seiner ersten großen Rollen. Wie er den Dreh empfunden hat, erzählte er uns im Interview:

Erste große Rolle für Juri Gayed

Wie lange bist du schon Schauspieler und was hast du bisher für Rollen gespielt? Schauspieler bin ich jetzt seit dreieinhalb oder vier Jahren. Seitdem bin ich bei einer Casting-Agentur in Leipzig. Vor „Der Krieg und ich“ gab es eigentlich nicht viel. Danach hatte ich eine zweite Hauptrolle in „Junas fantastische Reise“.


Wie ist es dazu gekommen, dass du in „Der Krieg und ich“ mitspielst? Ich habe von meiner Agentur eine Casting-Einladung bekommen. Das war praktisch, weil das direkt in Leipzig war, wo ich auch herkomme. Da bin ich ein paar Mal hingegangen und dann habe ich die erfreuliche Nachricht bekommen, dass ich genommen wurde.

Durch die Serie dazugelernt

Die Geschichte spielt in den Jahren 1938/39. Kannst du die Zeit beschreiben? Ich stell’s mir so vor, dass es so eine Art Aufbruchstimmung war. Hitler war gerade an die Macht gekommen. Damals dachten ja noch alle: ‚Jetzt wird alles ganz toll und wir kriegen alle Arbeit‘ und so. Aber in den jüdischen Familien war die Stimmung natürlich eher gedrückt. Weil alle dachten: ‚Oh nein, jetzt kommt der Nationalsozialist Adolf Hitler an die Macht. Was passiert jetzt mit uns?‘

Hast du dich auf das Thema Zweiter Weltkrieg besonders vorbereitet? Oder kanntest du das schon alles? Vieles kannte ich schon, weil ich mich für Geschichte interessiere. Wir haben auch in der Schule gleichzeitig den Zweiten Weltkrieg als Thema gehabt. Durch den Film habe ich natürlich noch etwas dazu gelernt.

Heute passen die Leute mehr auf

Um deine Rolle, den Anton, geht es gleich in der ersten Folge. Kannst du ihn beschreiben? Was ist das für ein Junge? Der Anton ist ziemlich mutig, würde ich sagen. Er ist aber auch noch jung. Ich sag mal so: jung, dumm und unerfahren. Er möchte in die Hitler-Jugend, weil er einfach auch dazu gehören möchte.


Sind dir Unterschiede aufgefallen, wie die Menschen damals waren – im Vergleich dazu, wie sie heute sind? Ich schätze mal, früher waren die Menschen unerfahrener. Aber sie wussten ja noch nicht, was so kommt. Heute passen die Leute, glaube ich, ein bisschen mehr auf – auf alles, was so passiert.

Hast du eine Lieblingsszene? Eine gute Szene ist die, nachdem Anton dem Rudi erzählt hat, dass sie Juden zu Hause haben. Danach rennt er weg und merkt: ‚Jetzt hab ich was ganz Dummes gemacht!‘ Zuhause erzählt er das dann direkt. Er denkt nicht: ‚Mh, soll ich das jetzt erzählen?‘, sondern sagt direkt: „Papa, ich habe das und das gesagt und jetzt sind Greta und ihre Familie in Gefahr.“ Ich glaube, das ist eine meiner Lieblingsszenen. Warum? – Einfach die Situation. Ich war total aufgeregt, als ich das spielen musste. Man empfindet das ja mit.


Warum empfiehlst du anderen Kindern, sich die Serie „Der Krieg und ich“ anzuschauen? Damit sie was über die Zeit erfahren und damit sie wissen, was damals passiert ist.


Hast du neben der Schauspielerei noch Zeit für Hobbies? Manchmal spiele ich Basketball, Fußball, ein bisschen Frisbee und Tischtennis. Ansonsten hab ich noch ein relativ seltenes Hobby, das nennt sich „Speed-Cubing“. Man löst dabei Zauberwürfel auf Zeit. Ansonsten halt die Schauspielerei. Politik und Geschichte interessieren mich auch.

Start der Serie im August

Die neue Serie „Der Krieg und ich“ läuft ab 31. August immer samstags und sonntags, 20 Uhr, im Kika.

Insgesamt gibt es acht Episoden. Erzählt werden die Geschichten von Fritjof (Norwegen), Sandrine (Frankreich), Calum (Schottland), Romek (Polen), Vera (Sowjetunion), Justus (Deutschland) und Eva (Tschechische Republik).

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