Bergbau

Kinder haben Spaß in der Mitmachzeche auf Zeche Zollverein

Philip (links), Leonard und Josefine ziehen mit aller Kraft an einer Lore. Julian schiebt von hinten.

Philip (links), Leonard und Josefine ziehen mit aller Kraft an einer Lore. Julian schiebt von hinten.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Philip, Julian, Leonard und Josefine haben die neue Mitmachzeche auf der Zeche Zollverein in Essen getestet. Es darf viel ausprobiert werden.

Philip, Julian, Josefine und Leonard müssen sich zu viert richtig anstrengen, um die Lore auch nur ein winziges Stück vom Fleck zu bekommen. Der Förderwagen, mit dem früher die Kohle transportiert wurde, ist schwer und lässt sich kaum bewegen. In der Mitmachzeche der Zeche Zollverein steht die Original-Lore ganz nah an einer spannenden Station. Es ist die Wagenschmiede. Hier müssen die Kinder an nachgebauten Loren kaputte Räder austauschen, streng nach Plan.

Sarah ist der Steiger

Philip (8) und Leonard (6) erkennen schnell, wie sie vorgehen müssen. Erst die Lore mit einem Seil hochziehen, dann einen Klotz darunter stellen, die Räder abschrauben und die neuen drauf. Neben ihnen steht Sarah Schumacher, Gästeführerin der Zeche Zollverein. „Heute bin euer Steiger“, erklärt sie den Kindern. Im Bergbau war das sozusagen der Chef einer Gruppe.

Die neue Mitmachzeche auf Zollverein lädt Kinder dazu ein, auf den Spuren der Bergleute durch die alten Zechengebäude zu streifen. Wo früher Lärm und Hitze herrschten, ist es heute still. Doch überall liegen Dinge, die an die Vergangenheit erinnern. Sarah Schumacher zeigt aufs Gezähe. Das war das Werkzeug des Bergmanns.

Ein schwerer Abbauhammer

Eine rostige Kohlenschippe ist dabei und ein ziemlich schwerer Abbauhammer. Die Kinder schaffen es kaum, ihn anzuheben. „Den hat ein Bergmann früher acht Stunden in der Hand gehabt“, sagt Steiger Sarah und fragt, was nach langer Zeit des Hämmerns dann wohl mit Ellbogen und Schultern passiert sein mag. „Die gehen dann kaputt“, vermutet Philip. Und in der Tat: Viele Bergleute litten unter kranken Gelenken und zitternden Händen.

Leonard darf ein Arschleder anprobieren, es wird mit Riemen um die Hose geschnallt. Wofür Bergleute den Lederschutz benutzt haben? Leonard weiß es: „Wenn sie unten in der Erde kleine Hügel runtergerutscht sind, dann hätten sie sich am Popo sehr doll verletzen können.“

Bergleute mussten viel essen

Die Kinder staunen, als sie hören, dass Bergleute früher fast viermal so viele Kalorien brauchten wie Papa Martin, der im Büro arbeitet. Sie mussten viel essen, weil ihre Arbeit so hart war.

In der Mitmachzeche geht es viel um Technik. Es gibt eine Lampenstube und einen Raum, in dem die Arbeit der Grubenwehr gezeigt wird. Es geht aber auch um die Wagenentleerung, um die Verwendung der Kohle („zum Heizen, für Fabriken und Dampfloks“) und den Unterschied zwischen Koks und Kohle. Die Jugendkaue und ein paar andere Stationen sind gerade leider wegen Corona geschlossen.

1000 Meter tief in die Erde

Die Förderkörbe fuhren damals bis 1000 Meter tief in die Erde hinunter. Den Aufzug, den man für die Seilfahrt brauchte, können die Kinder mit kleinen Holz- und Metallscheiben sowie Schnüren nachbauen. Es ist die sogenannte Koepe-Förderung. Dabei brauchte man nur ein Seil, um zwei Körbe gleichzeitig rauf und runter zu bewegen. „Eine gute Erfindung“, findet Philip.

Einen Bericht von Leonard über die Mitmachzeche lest ihr demnächst in unserer Kinderzeitung CHECKY! Infos: www.checky.news

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