Kino

„Romys Salon“: Wenn die Enkelin ihre kranke Oma retten will

Die Niederländerin Vita Heijmen spielt im Film die Rolle der Enkelin Romy.

Die Niederländerin Vita Heijmen spielt im Film die Rolle der Enkelin Romy.

Foto: Elmer van der Marel / dpa

Im Kino startet gerade „Romys Salon“. Der Film behandelt das schwierige Thema „Demenz“. Der Kinobesuch lohnt sich trotzdem für die ganze Familie.

Kinderfilme sind ja meistens lustig und laut. „Romys Salon“, der jetzt anläuft, ist traurig und still – und trotzdem ein schönes Kino-Abenteuer. Kinder und Eltern sollten ihn gemeinsam ansehen. Nicht, weil er sonst zu gruselig wäre, wie viele Superhelden-Blockbuster ab 12. Sondern weil Mama und Papa in dem Film eine Menge lernen können, was bisher offenbar nur ihr versteht.

Kann denn eine traurige Geschichte gleichzeitig schön sein? Und ob! Doch erstmal ist das Leben der zehnjährigen Romy unschön. Die Eltern haben sich getrennt, die Mutter muss Geld verdienen. Romy soll nach der Schule zu Oma gehen. Och nö... Oma Stine ist keine kuschelige Großmama, sondern eine coole Geschäftsfrau, die einen Friseur-Salon führt. Die störende Enkelin schickt sie immer „schnell! schnell!“ oben in die Wohnung.

Plötzlich spricht Oma Dänisch

Nach ein paar Tagen merkt Romy, dass Oma Probleme hat. Sie verrechnet sich beim Wechselgeld und spricht auf einmal Dänisch. Hat sie nur Heimweh nach dem Land, in dem sie geboren wurde? Am Ende des Monats fehlen Tausende Euros in der Kasse. Romy findet die Scheine zwischen den Polstern des Sofas. Oma freut sich, kauft Romy ein Smartphone. Die beiden gönnen sich ein Wochenende im Luxus-Hotel. Romy hilft jetzt im Friseur-Salon aus, damit die Kunden nicht merken, dass Oma so durcheinander ist. Sie fühlt sich als Verbündete.

Doch plötzlich steht Oma Stine im Nachthemd vor ihren Kundinnen und kann die Trockenhaube nicht mehr bedienen. Kurz danach brennt das Haus. Erst jetzt merken Romys Eltern, dass irgendwas nicht stimmt. Im Krankenhaus erfahren sie die Wahrheit: Oma Stine leidet unter Demenz. Das ist eine schlimme Krankheit, die das Gehirn angreift. Immer mehr alte Menschen bekommen sie. Es gibt sehr viele Familien, die nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Denn demente Menschen brauchen extrem viel Hilfe.

Verstand und Gefühle

Oma Stine kommt in ein hübsches Pflegeheim und ist todunglücklich. Sie spricht fast nur noch Dänisch, schreit oder weint. Nur Romy versteht, dass diese total wirre Frau noch immer Oma Stine ist. Sie entführt die Schwerkranke und fährt mit ihr nach Dänemark. Das geht beinahe furchtbar schief… Am Schluss begreifen alle, dass Oma zwar ihren Verstand verloren hat, aber nicht ihre Gefühle. Die ganze Familie will sich nun um sie kümmern. Vielleicht sehen die Kinobesucher, dass die Rettung dementer Menschen kein Kinderspiel ist. Das wäre ein noch schöneres Ende.

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