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Schausteller vermissen den vollen Kirmesplatz

Das Verbot von Veranstaltungen macht den Schaustellern gerade große Sorgen.

Das Verbot von Veranstaltungen macht den Schaustellern gerade große Sorgen.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Oliver Wilmering hat einen Zuckerwatte-Stand. Wegen Corona kommt der gerade aber nicht oft zum Einsatz. Er erklärt uns, wie schwer das ist.

Wegen des Coronavirus haben es viele Menschen im Moment nicht leicht. Sie können nicht wie gewohnt ihr Geld verdienen, weil die Corona-Sicherheitsregeln sie einschränken. Oliver Wilmering ist einer von diesen Menschen. Er ist Schausteller und hat gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter einen Kirmesstand, an dem sie Zuckerwatte, Mandeln und Schokofrüchte verkaufen.

So ein Stand ist auf Jahrmärkten und Volksfesten sehr beliebt. Und normalerweise steht Oliver Wilmering damit auf vielen verschiedenen Veranstaltungen im Jahr. Bis Ende Oktober sind wegen der Corona-Krise Veranstaltungen aber verboten. Das macht es ihm gerade aber fast unmöglich, seinen Beruf auszuüben. Im Interview erklärt er uns, welche Probleme Schausteller gerade haben.



Es gibt in diesem Jahr ja keine richtige Kirmes-Saison. Wo steht also gerade Ihr Stand?

Sehr viele Geschäfte und Buden, die man sonst auf den Kirmesplätzen findet, sind im Moment eingelagert. Es gibt ja keine Großveranstaltungen, wo sie gebraucht werden. Gerade läuft in Düsseldorf aber die Veranstaltung ,Heimatsommer’. Das ist ein Stadtfest mit vielen Attraktionen und Ständen, die mit bestimmten Sicherheitsmaßnahmen erlaubt sind. Unsere Bude mit der Zuckerwatte, den gebrannten Mandeln und den Schokofrüchten hat dort auch einen Platz. Die Bude steht normalerweise auf dem Weihnachtsmarkt.


Auf wie vielen Veranstaltungen steht Ihr Stand normalerweise im Jahr?

Es sind pro Jahr normalerweise so 20 bis 25 Veranstaltungen. Das sind insgesamt ungefähr 150 bis 180 Tage, an denen der Stand zum Einsatz kommt. Wir stehen dann zum Beispiel auf der Düsseldorfer Osterkirmes oder der Rheinkirmes.


Können Sie gerade überhaupt Geld verdienen?
Ja, aber der Düsseldorfer Heimatsommer geht auch nur bis Ende August. Uns geht auch nicht wirklich ums Geldverdienen, sondern viel mehr ums Überleben. Verglichen mit dem, was wir sonst kennen, haben wir in diesem Jahr ehrlich einen Komplett-Ausfall.


Was vermissen Sie am meisten, wenn Sie an die vollen Kirmesplätze in den letzten Jahren denken?
Ich bin Schausteller mit Leib und Seele und kenne gar nichts anderes. Nach unserer Winterpause beginnt eigentlich immer die Veranstaltungszeit und wir sind viel unterwegs. Als das in diesem Jahr nicht ging, war das schlimm. Wir vermissen den Kontakt mit den vielen Menschen und das Reisen durch ganz Deutschland.


Ist ein Ende dieser schwierigen Zeit in Sicht?
Diese Frage kann im Moment glaube ich niemand so richtig beantworten. Und wenn überhaupt, dann müssen das unsere Regierung und die Virologen tun. Wir können nur hoffen, dass die Weihnachtsmärkte stattfinden können und dass es im nächsten Jahr mit der Kirmes-Saison wieder ganz normal losgeht. Aber ob das so geht, wie wir es eigentlich kennen und lieben, weiß keiner.

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