Klavier-Festival Ruhr: Bilanz

34 von 61 Konzerten beim Klavier-Festival Ruhr ausverkauft

Prof. Franz Xaver Ohnesorg, Intendant des Klavier-Festivals Ruhr zwischen Dr. Rolf Martin Schmitz, dem Chef des diesjährigen Hauptsponsors RWE (rechts),und Prof. Dr. Tobias Bleek, dem Leiter des Schul- und Kindergartenprogramms des Festivals („Education“).

Prof. Franz Xaver Ohnesorg, Intendant des Klavier-Festivals Ruhr zwischen Dr. Rolf Martin Schmitz, dem Chef des diesjährigen Hauptsponsors RWE (rechts),und Prof. Dr. Tobias Bleek, dem Leiter des Schul- und Kindergartenprogramms des Festivals („Education“).

Foto: MATTHIAS GRABEN

Essen.  Das Klavier-Festival Ruhr hatte in diesem Jahr über 50.000 Besucher. 89 Pianisten traten in 23 Städten auf. 2020 geht es „natürlich“ um Beethoven

Beim Abschlusskonzert mit Joseph Moog in der Mülheimer Stadthalle am gestrigen Abend war noch kein einziger Ton erklungen, da hatte Franz Xaver Ohnesorg schon 34 ausverkaufte Abende und mehr als 50.000 Besucher für den aktuellen Jahrgang des Klavier-Festivals Ruhr bilanziert. Die Auslastung, die Festival-Chef Ohnesorg wegen der vielen verschiedenartigen Spielorte für „wenig aussagekräftig“ hält, umschrieb er mit „im hohen 90-Prozent-Bereich“.

Im nächsten Jahr auch in Oberhausen

Insgesamt gab es 61 Konzerte mit 89 Pianisten in 23 Städten des erweiterten Ruhrgebiets zwischen Rheda-Wiedenbrück, Münster und Wuppertal, von Moers bis Unna. Letzteres war ein neuer Spielort, und auch im kommenden Jahr, so viel konnte Ohnesorg gestern schon verraten, wird mit Oberhausen ein weiterer neuer Spielort hinzukommen – denn auch für diese Stadt hat sich nun ein Sponsor gefunden, ohne den keines der Konzerte stattfinden würde.

Der Festival-Intendant zeigte sich stolz, dass man in diesem Jahr der „aufsteigenden Sterne und lebenden Legenden“ (mit 17 Festival-Debüts) einige Absagen wegen Erkrankungen oder Mutterschaft achtbar kompensieren konnte. So bei der Festivaleröffnung in Bochum, für die der 95-jährigen Menahem Pressler vorgesehen war und bei der dann Daniel Barenboim einsprang. Ebenfalls in Bochum gelang den niederländischen Brüdern Arthur und Lucas Jussen, die für Khatia und Gvantsa Buniatishvili eingesprungen waren, ein umjubelter Abend mit Beifallsstürmen.

Weit über 1000 Kinder im „Education“-Programm

Dass beim Festival im Salzlager der Zeche Zollverein die erste Klaviersonate der 82-jährigen Komponistenlegende Philip Glass uraufgeführt wurde, hob Ohnesorg ebenso hervor wie das „Education“-Programm des Festivals, das seit nunmehr elf Jahren läuft. Dessen Organisator Tobias Bleek wies darauf hin, dass das Klavier-Festival inzwischen sämtliche Schulen im Duisburger Problem-Stadtteil Marxloh miteinander vernetzt habe, so das nun über 650 Schüler sich ganzjährig in 730 Workshops mit Musik beschäftigen. 541 Kinder hätten bei 22 Aufführungen mitgewirkt. Das Programm ist inzwischen auf den Bochumer Norden ausgedehnt, wo vier Schulen einen ähnlichen Weg gehen wollen.

Und mit der „Little Piano School“ für Knirpse im Kindergartenalter würden 350 Kinder in 16 Kitas in Dorsten, Essen, Gladbeck und Marl ganzjährig auf fantasievolle Weise spielerisch ans Klavier herangeführt.

Im nächsten Jahr wird das Klavierfestival, „das dem Ruhrgebiet sehr gut tut und auch gut ansteht“, wie Rolf Schmitz als Chef des diesjährigen Hauptsponsors RWE anmerkte, schon am 21. April beginnen und bis zum 11. Juli dauern. Und sich laut Franz Xaver Ohnesorg „natürlich“ um Beethoven drehen, dessen 250. Geburtstag dann ansteht. Erste Frühbucher-Angebote sollen ab Mitte November verfügbar sein.

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