KONZERT

a-ha begeistern beim Zeltfestival mit zeitlos guter Popmusik

Morten Harket überzeugte mit a-ha beim Zeltfestival Ruhr.

Morten Harket überzeugte mit a-ha beim Zeltfestival Ruhr.

Foto: Ingo Otto

Bochum/Witten.   Für die Besucher beim Zeltfestival wurde der Auftritt von a-ha zu einer Zeitreise. Der Band gelingt es, den Sound der 80er ins Heute zu retten.

Das Zeltfestival Ruhr ist um ein Glanzlicht reicher. 36 Jahre nach ihrer Gründung begeisterten Morten Harket und die norwegische Popgruppe a-ha rund 5000 Besucher im ausverkauften Zelt. In den 80er-Jahren prägten die Skandinavier die Musikwelt mit ihrem eingängigen Synthie-Pop, befeuert durch den ersten Hit „Take on me“ mit dem schon legendären Musikvideo im comicartigen Animationsstil.

80 Millionen verkaufte Tonträger, aber Anfang der 90er kam es zum Bruch. Würde es Keyboarder Magne Furuholmen, Gitarrist Pål Waaktaar-Savoy und insbesondere Sänger Morten Harket gelingen, den Sound jener Jahre ins Heute zu retten? Das Zeltfestival-Publikum – fast ausschließlich Fans der ersten Stunde – zahlte fast 80 Euro für die Antwort, was am oberen Ende der Zeltfestival-Skala liegt.

Blendend gute Akustik im Zelt

Die Band liefert allerdings auch 100 Minuten zuverlässig und ließ vergessen, dass seit ihren größten Erfolgen drei Jahrzehnte verstrichen sind. Das war der gesamten Truppe (mit drei Streicherinnen) ebenso zu verdanken wie einer blendend guten Akustik, wie sie beim Zeltfestival häufiger mal vermisst wird.

Vor allem aber ist es Morten Harket zuzuschreiben. Der 58-Jährige hat nichts an stimmlicher Brillanz eingebüßt. Mühelos bewältigt er höchste Höhen, was gerade die sanften, fast wehmütigen Balladen wie „Hunting high and low“ (mit XXL-Besucherchor) oder „Stay on these roads“ zu kleinen Kunstwerken macht.

Voller Kraft, Anmut und Emotionen auch Harkets Performance bei Klassikern wie „Cry wolf“, „The living daylights“ und – zum Finale – „Take on me“. Wohltuend, dass sich Harket als Frontmann dabei komplett zurücknimmt, beinahe schüchtern wirkt. Mehr braucht zeitlos gute Popmusik gar nicht. „The sun always shines on TV.“ Und beim Zeltfestival.

Philipp Poisel und Roger Hodgson

Am Donnerstagabend kommt noch Pop-Poet Philipp Poisel und fragt: „Wo fängt der Himmel an?“, und den Schlusspunkt setzt eine Legende: Roger Hodgson intoniert am Sonntagabend die größten Hits von Supertramp. Für beide Konzerte gibt es noch Karten.

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