Heimkino

Die neue Netflix-Serie „Criminal“ startet am Freitag

Die paneuropäische Großproduktion „Criminal“ bietet Spannung im Verhörzimmer.

Die paneuropäische Großproduktion „Criminal“ bietet Spannung im Verhörzimmer.

Foto: joseharo

12 Folgen, vier Länder und jede Menge Hochspannung. Die neue Netflix-Serie nimmt die Zuschauer mit ins Verhörzimmer

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Ein Raum. Eine Tat. Ein Verdächtiger. Und nur wenige Stunden, die Wahrheit herauszufinden. Die Netflix-Serie „Criminal“ ist pures Spannungs-TV. Ein Kammerspiel in einer Überwachungskabine. Ermittlungsteams aus Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland gehen an die Arbeit. Kondensiert in 40 Fernsehminuten pro Episode verlässt sich die europäische Produktion vollkommen auf seine Darsteller und die Dialoge. In den ersten zwölf Folgen sind jeweils drei Fälle aus den vier Ländern zu sehen.

Herausgekommen ist eine Mischung aus „Tatort“ und „In Treatment“, reduziert auf einen Handlungsort und verdichtet in der Verhörsituation. Hier erfahren wir das Notwendigste: Den Hintergrund der Verdächtigen, den möglichen Tathergang, die möglichen Motive. Die Schöpfer von „Criminal“, George Kay, der unter anderem für die brillante BBC-Serie „The Hour“ schrieb, und Jim Field Smith („Der junge Inspektor Morse“), ziehen die Zuschauer konsequent hinein in den Plot. Smith inszenierte die Folgen für Großbritannien, Frédéric Mermoud für Frankreich und Mariano Barroso für Spanien. Für Deutschland saß Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“) auf dem Regiestuhl.

Da ist die sechsfache Mörderin (stark: Nina Hoss), die den Ort eines letzten vermissten Mädchens preisgeben soll, der Arzt (Lee Ingleby), der seine Tochter sexuell missbraucht und getötet haben soll, die traumatisierte Frau (Sara Girodeau), die ihren Bruder bei den Anschlägen auf den Club Bataclan verlor. Sie alle haben etwas zu verbergen und ein Ermittlungsteam der Polizei, zu dem unter anderem Sylvester Groth und Eva Meckbach gehören, stellt sich in jedem Land der Herausforderung. Darüber hinaus haben die Beamten selbst ein Geheimnis, das als verbindender Handlungsbogen über die Folge hinaus dient und dafür sorgt, dass man dran bleiben muss.

Kammerspiel im Verhörraum

Alle Folgen entstanden in einem Studio in Madrid. Das heißt auch, dass die Kulisse in allen vier Ländern ein und dieselbe ist. Ein Verhörraum, eine einseitig einsehbare Scheibe und ein Raum dahinter. Hier sitzt beim deutschen Ermittlerteam eine Psychologin („Tatort“-Kommisssarin Florence Kasumba), die auf die Körpersprache des Verdächtigen achtet. Beim Immobilienmogul Jochen Müller (Peter Kurth) durchschaut aber auch der Zuschauer schnell, dass er eine Leiche im Keller hat. Das liegt an den Dialogen und dem Spiel der Akteure, das bisweilen dezent übertrieben wirkt.

Trotzdem bleibt man dabei und die ersten zwölf Episoden machen Lust auf mehr. Ein vielversprechendes Serienprojekt, das die Stärken und Eigenheiten der unterschiedlichen europäischen Sichtweisen zu einer wirklich spannenden Melange vereint.

Criminal
12 Folgen à 40 Min., ab 20. Sept.
Onlinestreaming, Netflix
FSK k.A., Wertung: 4 von 5 Sterne

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