Wer war’s?

Ein genialer Tüftler: Herman Hollerith erfand die Lochkarte

Herman Hollerith (1860-1929)

Herman Hollerith (1860-1929)

Foto: dpa Picture-Alliance / Courtesy Everett Collection

Mit seiner Erfindung dauerte die Volkszählung in den USA nicht mehr sieben Jahre, sondern nur einen Bruchteil dieser Zeit: Herman Hollerith.

Am 2. November fragten wir in „Wer war’s?“ nach Herman Hollerith. Seine Erfindung machte die automatisierte Datenverarbeitung möglich – und den Ingenieur damit zu einem der Pioniere der Informationsgesellschaft.

Alle zehn Jahre sind die US-Bürger zur Volkszählung aufgerufen. Die Auswertung der Daten war immer eine mühsame Prozedur. So gingen sieben Jahre ins Land, bis das Ergebnis des Zensus von 1880 vorlag. 1890 stand die nächste Zählung an – doch diesmal ging alles viel schneller, denn es schlug die Stunde eines Tüftlers, dessen Eltern aus der Pfalz in die USA eingewandert waren.

Ein Schaffner brachte ihn auf die Idee

Herman Hollerith hat sich mit der Frage befasst, wie man statistische Daten maschinell bearbeiten kann. Es heißt, die zündende Idee sei ihm bei einer Zugfahrt gekommen: Er sah, wie der Schaffner Fahrkarten nach den Rubriken „Mann“, „Frau“ und „Hautfarbe“ lochte, um Betrügern den Wiedergebrauch von weggeworfenen Karten zu vermiesen. Er entwickelte 1889 das Prinzip eines Lochkarten-gesteuerten Webstuhls zu einem Gerät weiter, das nach Merkmalen wie Alter, Beruf oder Familienstand gelöcherte Pappkarten „liest“ und zuordnet.

Nach einem überzeugenden Test wurde Hollerith mit dem Auswerten der Zählung von 1890 betraut. Seine Maschinen brauchten statt sieben Jahren nur einen Bruchteil der Zeit. Er gründete die „Tabulating Machine Company“, erledigte Zensus-Aufträge in Europa, und die „Hollerithmaschine“ zog auch in Industrie, Banken und Behörden ein.

Am 17. November 1929 starb der Erfinder mit 69 Jahren. Seine Firma hatte er Jahre vorher verkauft; sie bildete später mit anderen Firmen ein Unternehmen, das sich 1924 den Namen IBM gab.

? Sie und ihr Ehemann – unzertrennlich. Sie betreute seine Events, wenn er Brücken oder den Reichstag „versteckte“. Wer war die Frau mit dem französischen Namen? Lesen Sie es am 16. November.

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