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Netflix: Mädel mit Superkräften: „I Am Not Okay With This“

Hoppla: Was ist denn da passiert? Offenbar hat Syd (Sophia Lillis) ihre übernatürlichen Kräften mal wieder nicht im Griff gehabt.

Hoppla: Was ist denn da passiert? Offenbar hat Syd (Sophia Lillis) ihre übernatürlichen Kräften mal wieder nicht im Griff gehabt.

Foto: Courtesy of Netflix

Syd ist 17 – und ganz sicher kein normaler Teenager. In der neuen Netflix-Serie „I Am Not Okay With This“ kämpft Sophia Lillis mit Superkräften.

Mit „The End Of The F***ing World“ steht bereits ein Netflix-Erfolg im Portfolio des Regisseurs Jonathan Entwistle. Nun folgt seine zweite Serie für den Streaming-Riesen, die wie die erste auf einer Graphic Novel von Charles Forsman basiert. Noch dazu war das Produktionsteam von „Stranger Things“ involviert und mit Sophia Lillis und Wyatt Oleff treten zwei beliebte Newcomer aus den neuen „Es“-Adaptionen auf. Es gibt also Gründe, einen Blick auf „I Am Not Okay With This“ zu werfen. Und wenn die erste der acht 20-minütigen Episoden vorbei ist, gibt es noch viel mehr Gründe zum Weiterschauen.

Auf den ersten Blick ist die 17-jährige Sydney aus Pittsburgh eine normale Teenagerin, die mit der Welt und sich selbst hadert. Als burschikose Heranwachsende im unauffälligen Schlabber-Look, die nach außen hin eine harte Schale präsentiert, grüßt sie ihr Tagebuch im Eröffnungsmonolog mit einem herzlichen „Fick dich“. Auch das ist normal. Aber natürlich verläuft bei der von Sophia Lillis gespielten Syd nicht alles in üblichen Bahnen.

Syd ergründet in „„I Am Not Okay With This“ ihre mysteriösen Fähigkeiten

Mitten im Teenie-Alltag rund um ersten Sex, Joints, Freundschaften und Partys macht Syd nämlich eine höchst merkwürdige Veränderung durch. Gemeint sind weder die Pickel, die neuerdings auf ihren Oberschenkeln sprießen, noch der gleichaltrige Stanley (Wyatt Oleff), der sich davon nicht abschrecken lässt. Und es geht auch nicht um die Trauer um Syds Vater, der sich im Keller erhängt hat.

Die meiste Verwirrung stiftet vielmehr eine sich anbahnende Superheldenkraft, deren Beschaffenheit die Teenagerin noch ergründen muss: Syd kann anscheinend per Gedankenkraft Dinge steuern. Plötzlich blutet der neue Schwarm ihrer besten Freundin Dina (Sofia Bryant) aus der Nase, weil Syd ihn gedanklich verflucht, an anderer Stelle bröckelt Putz von der Wand, weil sie den toten Vater ins innere Kreuzverhör nimmt. Und das ist erst der Anfang.

Authentisches Jugendgefühl

Die Mischung aus typischem Jugenddrama mit vielen wahrhaftigen Szenen und ungewöhnlicher Super-Metamorphose verleiht der Serie einen besonderen Anstrich. Jede Episode klärt das Mysterium etwas weiter auf, ohne dass die Fantastik je die Oberhand gewinnt.

Von ihrem Wesen her ist „I Am Not Okay With This“ zuerst ein atmosphärisches Porträt der Jugendzeit, erst dann eine Fantasy-Story. Dazu ertönt ein ausgewählter Indie-Soundtrack, der das Jugendgefühl ebenso greifbar macht wie die feine Charakterzeichnung und die geerdete Erzählweise. Das ist womöglich nicht der nächste große Netflix-Hype, aber eine grundsympathische und in sich stimmige Jugendserie.

I Am Not Okay With This
8 Ep., je ca. 20 Min., ab 26. Feb.
Onlinestreaming, Netflix
FSK k.A., Wertung: 5 / 5 Punkten

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