ARD-Krimi

„Rausch der Sterne“ vertraut auf die Kraft der Bilder

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Essen.  „Rausch der Sterne“ ist der vorerst letzte Teil der ARD-Reihe „Über die Grenze“. Der Film geht es etwas ruhiger an als seine Vorgänger.

Ähnlich wie beim Auftakt 2017 sind die beiden neuen Filme der ARD-Reihe „Über die Grenze“ von gänzlich unterschiedlicher Machart. „Racheengel“ war ein atemlos geschnittener Hochspannungs-Thriller, in dem die Mitglieder der deutsch-französischen Ermittlergruppe einen Menschenhändler zur Strecke bringen wollten und eine Tochter auf Rache für ihren ermordeten Vater sann.

„Rausch der Sterne“ entspricht dagegen eher dem klassischen Krimimuster und zerrt daher längst nicht so an den Nerven. Das Erscheinungsbild des Films (Bildgestaltung Alexander Fischerkoesen) ist im Vergleich zu den Vorgängern anders: Die Schnittfrequenz ist ungleich niedriger.

Diese Anmutung entspricht der Geschichte: Niko Sander (Carlo Ljubek), der deutsche Leiter des Gemeinsamen Zentrums (GZ) einer deutsch-französischen Ermittlergruppe im badisch-elsässischen Grenzgebiet, vermutet, dass ein Nobelrestaurant bloß Fassade ist, um Drogengelder zu waschen.

Das funktioniert ganz einfach: Geschäftsführerin Silke Steiner (Lana Cooper), die sich später zum Todesengel wandelt, gibt Umsätze in den Computer ein, die es gar nicht gegeben hat – und schon ist das Geld, das sie in die Kasse legt, sauber. Leni (Anke Retzlaff), die Tochter von Sanders ermordetem Vorgänger, wird zum Beweissammeln als Küchenhilfe eingeschleust.

„Rausch der Sterne“ greift Kindheit von Niko Sander wieder auf

Das klingt im Vergleich zu „Racheengel“ fast entspannt, aber Regisseur Michael Rowitz sorgt dafür, dass auch im vierten Film immer noch mehr los ist als in den anderen Krimireihen. Die Handlung beginnt mit einem Überfall: Vier jugendliche Junkies klauen wertvolle Lebensmittel und stoßen dabei auf das Drogengeld.

Unter den Gästen sind auch Sander und seine Freundin Franziska Roth (Picco von Groote), die ausrastet, als eine junge Frau ihr den Verlobungsring vom Finger zieht. Es kommt zu einer Schießerei, in deren Verlauf die Diebin stirbt. Ihr Freund (Vincent Krüger) schwört Rache.

Diesmal steht vor allem der GZ-Chef im Mittelpunkt, zumal der Film (Drehbuch: Carsten Unger) ein biografisches Detail aus dem ersten Film aufgreift: Sander ist als Kind von seinem Vater misshandelt worden.

Fotos der toten Frau als kleines Mädchen zeigen die gleichen Wunden wie jene, deren Narben den Polizisten sein Leben lang begleiten werden. Beeindruckend ist vor allem die Beiläufigkeit, mit der diese Fakten vermittelt werden.

Herausragende Musik und sorgfältige Bildgestaltung

Wo andere Regisseure dazu neigen, alles zu erklären, vertraut Rowitz ganz auf die Kraft der Bilder – mit einer Einschränkung: Was dem kleinen Niko widerfahren ist, wird nicht gezeigt.

Auch wenn der optische Aufwand nicht so mitreißend ist wie bei „Racheengel“: Die Bildgestaltung ist erneut von hoher Sorgfalt. Und ein weiteres Mal herausragend ist die Musik (Helmut Zerlett), die den Szenen, in denen die Drogen eine Rolle spielen, ein eigenes Leitmotiv gegeben hat.

  • „Über die Grenze – Rausch der Sterne" läuft in der ARD am Donnerstag, 20. Februar, 20.15 Uhr
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