Sonntags-Krimi

Tatort: Ein eiskaltes Pärchen

Foto: SWR/Peter Hollenbach

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München. Eva Mattes ermittelt am Sonntag in einer neuen Tatort-Folge aus Konstanz gegen zwei Schüler eines Elite-Internats. Ein ungewöhnlicher Krimi, bei dem der Zuschauer von Anfang an alles weiß.

"Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend immer Böses muss gebären" - passend zum Schiller-Jahr zieht sich ein Zitat aus "Wallenstein" leitmotivisch durch den neuen "Tatort" vom Bodensee. "Herz aus Eis" heißt der Krimi über ein mörderisches Schülerpärchen, der mustergültig wie ein klassisches Drama den unaufhaltsamen Untergang des diabolischen Duos schildert. Die Bühne, auf der sich der neue Einsatz von Eva Mattes als Kommissarin Klara Blum abspielt, ist ein Elite-Internat am Bodensee.

Mörderisch schön

Gedreht wurde allerdings nicht im berühmten Internat Schloss Salem, sondern auf einem Gymnasium im nahen Meersburg. Auf den ersten Blick erzählt der Krimi schlichtweg eine spannende Geschichte, die gesellschaftliche Relevanz erschließt sich erst beim näheren Hinsehen:

Es geht nicht ums Thema Jugendgewalt, sondern um die Frage, welche moralischen Spielregeln die Eliten haben und ob es unter den oberen Zehntausend eine "Wohlstandsverwahrlosung" gibt, wie Drehbuchautorin Dorothee Schön das nennt.

Kaltes Herz

Nicht alltäglich beim "Tatort": Der Zuschauer weiß von Anfang an alles über die Tat. Die blasierte Schülerin Viktoria (Nora von Waldstätten), ihr arroganter Mitschüler Max (Florian Bartholomäi) und die russische Milliardärstochter Olga (brillant: Rosalie Thomass) haben vor einer Weile mit heimlich abgezweigtem Geld von Olgas Vater illegal mit Aktien gedealt. Managersohn Stephan, der bedrohlich viel von der Sache weiß, wird eiskalt aus dem Weg geräumt. Olga ist die tragische Figur in diesem Film, sie hat die Drogen besorgt, mit denen Stephan zuvor betäubt wurde, wusste aber nichts von den Mordplänen. Zwischen dem jungen Pärchen und dem Ermittlerduo Eva Mattes (Klara Blum) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) beginnt ein dramatischer Wettlauf um Olgas Leben.

Die Kaltherzigkeit der Schüler, die mit der Kargheit der winterlichen Landschaft korrespondiert, die Reduziertheit auf wenige Personen und Schauplätze: "Herz aus Eis" ist atmosphärisch enorm dicht, der kühl wie schön ins Bild gesetzte Film gehört zu den besseren "Tatort"-Krimis aus Konstanz. (NRZ)

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