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Warum „Sträters Männerhaushalt“ zu klein geraten ist

Comedian Torsten Sträter am Set seiner WDR-Show in Oberhausen.

Foto: WDR/Melanie Grande

Comedian Torsten Sträter am Set seiner WDR-Show in Oberhausen. Foto: WDR/Melanie Grande

Oberhausen  Torsten Sträter kehrt mit „Sträters Männerhaushalt“ aus der Pause zurück. Ein Besuch im Set zeigt: Der WDR dürfte mehr davon zeigen.

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Die Stimmung des Publikums in der Disko „Steffys“ in Oberhausen ist schon gut, bevor die Show – die Aufzeichnung der WDR-Sendung „Sträters Männerhaushalt“ – beginnt. Grund dafür sind lustige Pannenvideos als Anheizer, zum Teil aus den 80er Jahren, die aus dem Archiv von „Upps, die Pannenshow“ stammen könnten. Und dann betritt Torsten Sträter die Bühne. „Wir haben vor, alles in einem Rutsch aufzunehmen. Das haben wir schon so oft versucht, noch nie hat es geklappt“, verkündet er und erntet die ersten Lacher.

Am Samstag, 7. Oktober, kehrt „Sträters Männerhaushalt“ aus der Sommerpause ins Fernsehen zurück (21.45 Uhr, WDR). Wer von Torsten Sträter in seinem Männerhaushalt politisches Kabarett erwartet, wie in seiner Rolle als Vize-Ersatzpressesprecher bei der Satireshow „extra 3“ beim NDR, wird enttäuscht. Was bei seiner Sendung zählt, ist der Spaß an der Sache. Gags, Moderationen und Gespräche mit Gästen wechseln sich mit kleinen Einspielfilmen ab. In ein und derselben Show kommen Schuhcreme, Westernhelden und Ruhrgebietsfenster vor, einen logischen Zusammenhang dazwischen gibt es nicht.

Sträters selbstironische Art trägt den Humor der Sendung

Die Moderationstexte ergeben oft keinen Sinn, was Sträter bei der Aufzeichnung selbst lachend zugibt. Das ist aber auch egal, denn das Konzept geht gerade deshalb auf und macht Spaß. Sträters lakonische und selbstironische Art trägt den Humor der Sendung. Ein roter Faden hätte nur gestört. „Das ist eine reine Ego-Show“, sagt Sträter. Er macht das, was er will, und hat sichtlich Spaß an seiner eigenen Sendung. Das Publikum zieht er mit.

In seiner Rubrik „Haushaltstipps für Männer“ zeigt er den Herren die Grundlagen des Reinigens. Dieses mal geht es ums Schuheputzen. Begleitet von Rockmusik steht Sträter im Film in einer alten Fabrikhalle. Lakonisch und mit einer großen Portion Selbstironie erklärt er die nötigen Schritte, um die „ollen Treter“ wieder zum Glänzen zu bringen. Noch nie hat jemand das Schuheputzen cooler und lässiger erklärt als er. Seine lockere Art ist ihm auch im Gespräch mit seinen Gästen anzumerken. Anders als bei den Moderationen bleibt der Teleprompter dabei aus.

Die Kulisse trägt zur Lässigkeit der Show bei

Die Gespräche mit den TV-Legenden Hugo Egon Balder und Götz Alsmann wirken nicht einstudiert. Er nimmt sich Zeit für seine Gäste, fertigt sie nicht schnell ab. Die Kulisse trägt zur Lässigkeit der Show bei: Auf der rechten Seite nimmt Sträter mit seinen Gästen auf einem gemütlichen Sofa Platz, das neben einem Tischkicker steht. Auf der linken Seite befindet sich eine Bar. Das Publikum in der Disco hat besonders großen Spaß bei den Aufzeichnungspannen.

Wenn Sträter sich verspricht, ganze Moderationstexte noch einmal wiederholen muss oder Jingles zu früh einsetzen, gibt es für die überwiegend jungen Zuschauer im „Steffys“ kein Halten mehr. „Die Anmoderation wirkt lustiger beim zweiten Mal“, kommentiert der 51-Jährige selbst sein Scheitern am Wort „wasserbüffelhaft“. Nach dem zweiten erfolglosen Versuch ersetzt er das Wort einfach mit „fett“ – tosender Applaus im Publikum. 90 Minuten dauert die Show im „Steffys“. Gerade einmal 45 davon werden am Ende beim WDR zu sehen sein. Schade, eigentlich.

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