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Frank Schätzings Debüt-Album: „Taxi Galaxi“

Frank Schätzing

Frank Schätzing

Foto: Joerg Schimmel / FUNKE Foto Services

Köln.  Erfolgsautor Frank Schätzing legt mit „Taxi Galaxi“ sein erstes Album vor: Es begann im eigenen Tonstudio, dann fand er renommierte Mitspieler.

„Drei Jahre hat es gedauert, das war kein Pappenstiel“, sagt Frank Schätzing über sein erstes Pop-Album „Taxi Galaxi“: „Meine Frau und ich haben alles selbst produziert, bis hin zum kompletten Artwork“. Der 62-jährigen Erfolgsautor („Der Schwarm“, „Limit“, „Die Tyrannei des Schmetterlings“) ist von einer ganz anderen Seite kennenzulernen: Als Sänger, Komponist und Musiker.

Zu hören sind elf Songs und vier Bonustracks, die stilistisch äußerst vielfältig rüberkommen. Mal orientiert am Gesangsstil von David Bowie („Modern Entertainment“), mal funkig („Perfect Illusion“) oder als Hommage an den Glam Rock der 70er („The Both We Were“). Stellenweise opulent und episch, dann wieder sehr entspannt und laid back. Stücke wie „Hidden Place“, wie „Charlene“ oder „Trains“ kurbeln das Kopfkino an und man glaubt, sich in einer Bar zu befinden, in einem Gruselfilm oder unterwegs in einem Wagon, der immer weiter und weiterrollt, ohne jemals anzuhalten.

Unterstützt von seinem Freund Paul Schmitz am Schlagzeug

Zuerst hat Schätzing sämtliche Instrumente (Gitarre, Bass, Keyboards) allein eingespielt, nur unterstützt von seinem Freund Paul Schmitz am Schlagzeug, als Co-Produzent konnte er den Komponisten und Gitarristen Markus Reuter gewinnen. Auf der Bühne kommt Helmut Krumminga (Wolf Maahn, BAP, Inga Rumpf) hinzu, als musikalischer Direktor und an der Gitarre. Die Live-Band wird komplettiert durch Hilde Müller, eine junge Pianistin aus Mannheim, und die junge Wienerin Julia Hofer (Kontrabass).

Auf dem Album außerdem dabei: eine Brass-Section um den Trompeter Rüdiger Baldauf, die israelische Sängerin Ofrin, Peter Gabriel-Bassist Tony Levin, King-Crimson-Drummer Pat Mastelotto, Pedal Steele-Legende BJ Cole und Pianist Mike Garson, der langjährige Weggefährte von David Bowie.

„Als ich mit der Produktion begann, hat mir mein Kopfradio exakt vorgespielt, wie alles zu klingen hat. Den Sound habe ich versucht, umzusetzen. Mal war ich zufrieden, mal frustriert, und irgendwann kam mir jede Distanz zu den Songs abhanden, weil gefühlt 1000 Mal gehört. Jetzt klingt es genau so, wie es soll.“

Frank Schätzing: „Ich verstehe das Ganze als Spaßprojekt in fortlaufender Veränderung“

Davon geträumt, ein eigenes Album zu machen, hat Schätzing schon mit 17: „Aber erst 2015 habe ich mein eigenes Tonstudio gebaut und mich ernsthaftdrangesetzt. „Taxi Galaxi“ ist nicht nur der Titel des Albums, sondern auch der Name der Band: „Ich verstehe das Ganze als Spaßprojekt in fortlaufender Veränderung. So sind während der Produktion immer neue Musiker dazu gekommen, oft ganz ungeplant.“

In den letzten 45 Jahren, so sagt er, habe er hunderte von musikalischen Skizzen aufgenommen, „jeweils um die 30 Sekunden lang, aus denen sich was machen ließe. Fast fertige Stücke gibt es so 100 bis 150. Die Versuchung, davon etwas zu verwenden, lag natürlich nahe. Aber ich wollte nicht in die Mottenkiste greifen.“

Als Musiker geht es Schätzing „erst mal nur um den Klang“ – die Texte kommen später

Seine zwei Leben, als Schriftsteller und als Musiker, versucht der Kölner strikt auseinander zu halten: „In der Zeit, in der ich Musik mache, interessiere ich mich nicht für Bücher, und ich bringe nichts zu Papier. Musik ist für mich kein Wurmfortsatz des Schreibens, um Texte zu vertonen. Als Musiker geht es mir erst mal nur um den Klang. Mein Bauch sagt mir, wohin es geht, nicht mein Kopf. Das genieße ich sehr. Die Lyrics kommen immer erst zum Schluss. Weil man ja über irgendwas singen muss.“

„Taxi Galaxi“ (Sony)

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