Sport

Fußball im Schritttempo - Neuer Trendsport „Walking Football“

Neue Trendsportart "Walking Football" wir waren beim offenen Verein von „Schalke Hilft“ in Gelsenkirchen dabei.

Neue Trendsportart "Walking Football" wir waren beim offenen Verein von „Schalke Hilft“ in Gelsenkirchen dabei.

Foto: Fabian Strauch

Gelsenkirchen.  Beim „Walking Football“ ist Rennen verboten. In der Region hat sich das entschleunigte Kicken teilweise schon durchgesetzt.

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Rechts, links, rechts passen die Männer in Blau den Fußball an ihren Gegnern im orangefarbenen Trainingshemd vorbei. „Mach ihn!“, schallt es durch die Kunstrasenhalle. Die Spieler gehen im Schritttempo auf das Tor zu, ein Schuss, der Ball ist drin. Gehen? Hört sich zunächst falsch an, ist beim „Walking Football“ aber gewollt. Wie bei der olympischen Disziplin „Gehen“ muss ein Fuß immer den Boden berühren. Viele stramme Waden auf dem Rasen gehören zu Männern mit grauen Haaren – oder gar keinen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 60 Jahren.

Trainer Martin Max (49), ehemaliger Torschützenkönig von Schalke, ermahnt seine Männer vom Spielfeldrand aus immer wieder: „Nicht laufen!“ – verrückt, und das beim Fußball! Doch Laufen ist sogar streng untersagt. Grundsätzlich müsste abgepfiffen werden, sobald ein Spieler läuft und die gegnerische Mannschaft erhält einen Freistoß.

„Der soziale Aspekt steht hier im Vordergrund“, sagt Spieler Werner Kasper (66), „das ist einfach ein Treffpunkt für uns Spieler.“ Er selbst kommt aus dem Profifußball, war unter anderem Co-Trainer von Peter Neururer bei Hannover 96.

In Teams spielen sich die Männer die Bälle zu. Es heißt üben, üben, üben. „Da nicht gerannt werden darf, ist Walking Football sehr passlastig“, sagt Boris Liebing (40). Er organisiert das Kicken über die Stiftung „Schalke hilft!“ und weiß alles über den Trend. Gedacht ist der für Männer und Frauen ab etwa 50 Jahren. So können auch ältere Menschen Fußball spielen – mit geringer Verletzungsgefahr. „Ich hab’ Rücken“ (wahlweise auch Knie oder Hüfte) gilt dann nicht mehr als Ausrede. Gepöhlt werden kann auch im Park.

Ganz schön anstrengend

Obwohl die Spieler „nur“ gehen, gewinnt das Spiel durch viele Pässe an Fahrt. „Manche denken, Walking Football wäre wie spazieren gehen oder shoppen mit der Frau“, sagt Kasper, „aber ich schwitze.“

Ursprünglich kommt der Geh-Fußball aus England. „Dort und in Holland wird das schon länger gespielt“, sagt Liebing. Noch existiert in Deutschland kein offizieller Verband dafür. „Wir haben aber schon mit dem DFB und der DFL lockere Gespräche geführt, alles weitere werden wir sehen“, sagt Liebing. Hier ist der Trend noch brandneu. „In Deutschland ist das noch nicht so populär, aber das kommt noch“, betont Boris Liebing. Bis dahin laufen sich die Schalker Männer schon mal ordentlich warm.

Hier gelangen Sie zum Video.

Vereine mit „Walking Football“- Angebot in der Region

Kicken beim Tus Holsterhausen in Essen
Immer donnerstags können sich Interessierte ab 55 Jahren beim „Walking Football“ auspowern.
Pelmannstr. 91, Essen. Das Probetraining ist kostenlos, bei regelmäßigem Training ist eine Mitgliedschaft im Verein erwünscht. Tel.: 0176 66 60 80 80
www.tusholsterhausen.de.

Fußball beim SV Waldesrand in Bochum
Zwischen zehn und 20 Fußballer spielen regelmäßig beim SV Waldesrand Linden - ab Mai ist immer samstags um 11 Uhr Training.
Heidelbeerweg 8, Bochum. Das Angebot ist kostenlos. Anmeldung bei AWO Bochum unter Tel.: 0234 96 477 54
www.svwaldesrand.de.

In Leverkusen spielen die Silberlöwen
Bayer Leverkusen trifft sich mittwochs ab 9.45 Uhr für fast zwei Stunden zum Walking Football.
Bismarckstr. 122-124, Leverkusen, auf den Jugendplätzen. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung unter: club@bayer04.de oder
Tel.: 0214 86 60 866
www.bayer04.de.

Training bei Schalke 04 in Gelsenkirchen
Die Königsblauen trainieren mittwochs ab 9 Uhr für zwei Stunden in der Kunstrasenhalle auf Schalke, montags um 20 Uhr für 90 Minuten.
Am Ende des Berni-Klodt-Wegs, Gelsenkirchen. Das Training ist kostenlos. Anmeldung unter: schalkehilft@schalke04.de
www.schalke04.de/verein/.

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