Theater

Krise des Düsseldorfer Theaters „Komödie“ ist überwunden

Katrin Schindler vor der Komödie an der Steinstraße: „Wenn ein Theater gut läuft, spricht sich das herum.“

Katrin Schindler vor der Komödie an der Steinstraße: „Wenn ein Theater gut läuft, spricht sich das herum.“

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.  Die Chefin des Düsseldorfer Boulevard Theaters „Komödie“ Katrin Schindler ist zufrieden: Ihr Haus zählte in der ablaufenden Saison 70 000 Gäste.

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Die Fußball-Weltmeisterschaft geht auch an der Theaterszene nicht spurlos vorüber. Eine Lehre, die Komödien-Chefin Katrin Schindler aus der letzten WM 2014 gezogen hat. So beendet die Komödie an der Steinstraße ihre Saison bereits am Sonntag, einige Wochen vor den üblichen Theaterferien. Stattdessen locken in der sonst theaterfreien Zeit besondere Angebote in das Privat-Theater: Vom 18. Juli bis 11. August bieten Peter Millowitsch und Heidi Mahler (Tochter der legendären Heidi Kabel) „Tratsch im Treppenhaus“. Und bedienen die immense Karten-Nachfrage: Beim ersten Durchgang 2017 spielten die beiden und ihre Kollegen das Kult-Stück der 1960er Jahre stets in ausverkauftem Haus. Im Anschluss können Helene-Fischer-Fans auf ihre Kosten kommen: „Danke Helene!“ nennt der Musical-Star Nadine Kühn die Cover-Show, in der sie und ihr Ensemble die großen Hits der Schlager-Diva zum Besten geben werden. Die Revue (14. bis 24. August) könnte zum Sommer-Knüller werden. Denn für Helene Fischer schwärmen viele.

Stücke stießen auf große Resonanz beim Pubilum

Beim Blick zurück auf die zu Ende gehende Saison – mit knapp 70 000 Besuchern und einer Auslastung von etwa 65 Prozent – kann Katrin Schindler zufrieden sein. Sie und ihr ehrenamtliches Kuratorium (eine Neuheit!) stieß mit einigen pfiffigen Stücken auf große Resonanz und hat ihr Haus auch für die kommende Saison gut aufgestellt. Die Krise, die vor zwei Jahren das Traditionshaus bedrohte, scheint überwunden. Die Preise sind stabil, ebenso die Zahl der Abonnenten. Premieren-, Platz- und Wahl-Abos inklusive. Mehr Zuschauer als vor Jahren kaufen wieder regelmäßig Tickets. Das hängt vielleicht auch mit dem Aufschwung im Schauspielhaus zusammen. Als sie vor fünf Jahren an den Rhein kam, machte das hoch subventionierte Schauspielhaus nur Negativ-Schlagzeilen. Jetzt sei das anders. „Wenn ein Theater gut läuft, spricht sich das ‘rum. Die Leute haben Lust auf Theater. Davon profitieren auch die kleinen Häuser“, meint Schindler.

Um ihr Haus, das keine nennenswerte öffentliche Subvention erhält, zu sanieren und auf solide Beine zu stellen, hat die gebürtige Berlinerin Schindler nicht nur kräftig gespart. Bei Probenräumen und Verwaltung. Sie setzt aber zunehmend auch auf ein eigenes, verjüngtes Ensemble. Viele Darsteller – wie Jens Hajek und Michael Schäfer, bekannt durch TV-Formate, wie „Unter uns“- sind häufiger auf der Bühne der Steinstraße zu erleben. Hajek spielt nicht nur in „Oscar und Felix“ (ab 21. November), sondern hat auch ein Stück geschrieben „Hauptsache gesund“, das am 22. Mai 2019 Premiere feiert. Das Publikum freue sich, Mimen wiederzusehen, ähnlich wie im Schauspielhaus. Zumal die meisten auch in der Region leben. „Warum soll ich Schauspieler aus Berlin, Hamburg oder München anheuern, wenn in NRW so gute wohnen?“ Sie ziehen an einem Strang und verbreiten eine gute Stimmung. Auch das übertrage sich auf die Zuschauer.

Komödie will große Namen auf die Bühne holen

Bekannte Namen dienen als Zugpferde. Wie Peter Millowitsch und Heidi Mahler, die im März 2019 erneut in „Oh diese Eltern“ auftreten werden: in einer Komödie über eine Witwe und einen Witwer, die, angekommen in ihrem dritten Frühling, ihre Familien aufmischen und nerven. Der Sohn von Willi Millowitsch wird zudem als Regisseur fungieren – in „Oscar und Felix“ und in dem Heinz-Erhardt-Stück „Wem Gott ein Amt gibt“ (ab Februar 2019, u.a. mit Michaela Klarwein und Dustin Semmelrogge). Der Ur-Kölner Millowitsch scheint sein Herz für Düsseldorf neu entdeckt zu haben. Das Neue Jahr beginnt am 15. Januar mit dem Revival der Erfolgsproduktion „Drei Männer im Schnee“.

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