„Küchenterz“ – Klassik mal ganz privat

Dortmund/Münster.   Heißt es nun die Terz oder der Terz? Beim „Küchenterz“ – einer neuen Reihe mit kleinen wie feinen Klassik-Konzerten an privaten Orten - könnte mitunter beides passen. Gemeint sind aber doch die drei Töne drunter oder drüber. Denn eingeladen sind junge Musikerinnen und Musiker, alle auf dem Sprung an die Spitze. Beim „Küchenterz“ machen sie einmal wieder Hausmusik.

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Heißt es nun die Terz oder der Terz? Beim „Küchenterz“ – einer neuen Reihe mit kleinen wie feinen Klassik-Konzerten an privaten Orten - könnte mitunter beides passen. Gemeint sind aber doch die drei Töne drunter oder drüber. Denn eingeladen sind junge Musikerinnen und Musiker, alle auf dem Sprung an die Spitze. Beim „Küchenterz“ machen sie einmal wieder Hausmusik.

Zentraler Ort in den eigenen vier Wänden ist die Küche. In den Küchen wurde früher viel musiziert, vor allem gesungen. „Eine Köchin sang die Melodie, die andere improvisierte die zweite Stimme. Dabei sang sie drei Töne (eine Terz) höher oder tiefer. Man ,terzelte‘ – ,Küchenterzen‘ stehen für die einfachste Form der Mehrstimmigkeit“, erzählt Dr. Susanne Schulte, Ideengeberin und Geschäftsführerin der Gesellschaft für westfälische Kulturarbeit (GWK). Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Münster veranstaltet den Terz.

Besucher kommen dabei ganz schön rum. Ob der Kaminsaal von Schloss Bodelschwingh, die Panorama-Kantine im Innogy-Tower (früher RWE), die italienische Lieblings-Eisdiele, das Wohnzimmer in der City oder der alte Bauernhof unterm Haarstrang: Private Orte in Dortmund, im Kreis Unna und Raum Münster öffnen an 14 Abenden ihre Türen für Konzerte.

Anlass ist der 60. Geburtstag der Gesellschaft für westfälische Kulturarbeit, die außerdem seit 25 Jahren auch renommierte Förderpreise an junge Musiker vergibt. Die Hauskonzerte feiern auch dieses Jubiläum. In Westfalen spielt die Musik und sie spielt von Juni bis August. Der „Küchenterz“ startet am 17. Juni auf dem Wasserschloss Bodelschwingh, dem größten Adelssitz im Dortmunder Stadtgebiet. 500 Jahre Geschichte stehen hier und mit dem umliegenden Landschaftspark unter Denkmalschutz. Für dieses Konzert öffnet Familie zu Knyphausen ihr Schloss, das normalerweise nicht öffentlich zugänglich ist. Die Geigerin Liv Migdal und der Pianist Jongdo An spielen berührende Violinsonaten. Am 30. Juni ist die Mitarbeiterkantine der Innogy SE, der Tower von Gerber Architekten, Schauplatz einer besonderen Hommage an Astor Piazzolla, Vater des „Tango Nuevo“. Im 21. Stock der Ellipse gastiert das Ensemble 87: sechs Musiker, die sich dem Neuen Tango verschrieben haben und ihn mit ungebremster Leidenschaft spielen. Etwas ruhiger geht es am 21. Juli 2017 im Wohnzimmer in der Dortmunder Gartenstadt zu. Hier gibt der ukrainische Gitarrist Dmytro Omelchak ein „Heimspiel“.

Die Reihe findet außer in Dortmund noch in Münster, Coesfeld, Emsdetten, Fröndenberg, Sassenberg, Senden und Sendenhorst statt. In allen „Küchen“ ist der Zuhörer nah dran am „Terz“.

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