Europa

Kulturhauptstadt Matera galt als das „Bethlehem Italiens“

Matera Anfang Januar 2019: Schnee bedeckt die Dächer der Stadt.

Matera Anfang Januar 2019: Schnee bedeckt die Dächer der Stadt.

Foto: Cosimo Martemucci

Matera.   Unesco-Welterbestadt Matera in der süditalienischen Basilikata eröffnet das Kulturhauptstadtjahr am 19. Januar mit 2000 Musikern

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Lange galt Matera in der Region Basilikata in ganz Italien als Schandfleck, rund 15.000 Menschen lebten unter ärmlichsten Bedingungen in den Höhlen. Das faschistische Regime unter Benito Mussolini verbannte Oppositionelle wie Carlo Levi in das abgelegene Bergstädtchen im damals wie heute unterentwickelten Süditalien. Der Schriftsteller und Arzt entdeckte dort 1936/37 bittere Armut - aber auch eine „wunderschöne, malerische und beeindruckende Stadt“. Malerisch thront sie auf einem Hügel über einer Schlucht. Das „Bethlehem Italiens“ wird sie auch genannt, Mel Gibson drehte hier 2004 die „Die Passion Christi“.

Materas einstige Wohnhöhlen und die knapp 160 Höhlenkirchen – viele mit Fresken bemalt – wurden 1993 Unesco-Weltkulturerbe. Mittlerweile können Touristen in Höhlen, die zu Luxusherbergen umgebaut wurden, den Charme der in den Stein gehauenen Behausungen genießen. Noch heute sind Teile des ausgeklügelten Systems zur Gewinnung von Frischwasser mit Zisternen und Klärbecken zu sehen, in denen sich aus dem Erdreich angespülte Erde absetzte. Das Ökosystem zur Wassergewinnung für die unterirdischen Behausungen soll im Kulturhauptstadtjahr als zukunftsweisendes Modell präsentiert werden.

2019 nun ist Matera neben dem bulgarischen Plowdiw Europäische Kulturhauptstadt. Am 19. Januar soll dort das Kulturhauptstadtjahr eröffnet werden, mit mehr als 2000 Musikern, die durch die Straßen ziehen.

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