DJ-Konzert

Felix Jaehn verzückt Fans mit leidenschaftlichem DJ-Konzert im Palladium Köln

Beim Konzert von Felix Jaehn war das Palladium in Köln ausverkauft. (Foto: Ingmar Kreienbrink)

Beim Konzert von Felix Jaehn war das Palladium in Köln ausverkauft. (Foto: Ingmar Kreienbrink)

Köln.  Obwohl gesundheitlich angeschlagen begeistert Felix Jaehn bei seinem DJ-Konzert die 4000 Besucher im ausverkauften Palladium in Köln.

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Nach 30 Minuten kehrt auf einmal Stille ein. Schnaufend nimmt Felix Jaehn einen Schluck Wasser aus seiner Flasche - und noch einen und noch einen. Die 4000 Besucher im ausverkauften Palladium in Köln schauen ihm erwartungsvoll dabei zu, wie er sich mit einem Handtuch den Schweiß aus dem Gesicht wischt. "Mir ging es heute den gesamten Tag echt dreckig", sagt der 23-Jährige, der aus gesundheitlichen Gründen das im Anschluss geplante DJ-Club-Set im Bootshaus kurzfristig abgesagt hat. "Aber ihr gebt mir so viel Liebe und Energie - jetzt geht es mir super", will Jaehn sämtliche Erschöpfungs-Symptome bei seinem DJ-Konzert, aus dem Saal schreien. Als Dank erntet er tosenden Jubel - wenn die Ohren nicht schon vom Bass klingelten, dann vom Gekreische der Mädchen in den ersten Reihen, die ihren Star von dort anhimmelten.

Felix Jaehn verzückt mit Lausbuben-Charme und Leidenschaft

Felix Jaehn ist bekennender Perfektionist: Kurz vor seinen Auftritten macht er sich mit Dehnübungen warm: "Da bin ich wie ein Sportler. Man muss Körper und Geist vorbereiten, um Höchstleistungen zu bringen", verriet er im Interview mit der Redaktion. Nichts anderes akzeptiert er als Anspruch an sich selbst.

Also dreht er in Köln nicht nur an den Reglern seines Mischpult. Er hüpft und springt zu den Melodic- und Tropical-House-Klängen über die Bühne, animiert das Publikum zum Klatschen und sein Lausbuben-Lächeln, das viele Teenager so verzückt, scheint in sein Gesicht gemeißelt. Mit dieser Leidenschaft zieht er die Gäste auf der vierten und letzten Station seiner Live-Tournee in seinen Bann.

Diese unbändige Leidenschaft ist einer der Gründe, weshalb Felix Jaehn als DJ und Produzent binnen weniger Jahre zu einem internationalen Star wurde. Der Durchbruch gelang ihm 2014 mit einem Remix des Liedes Cheerleader. Damit landete er einen weltweiten Hit und schaffte es sogar als erster Deutscher nach Milli Vanilli (1989) auf Platz 1 der Single-Charts in den USA. Von diesem Zeitpunkt an ging es steil bergauf. Es folgten weitere Chart-Erfolge und als DJ wurde der gebürtige Hamburger weltweit für große Festivals wie Tomorrowland (Belgien), Ultra (Südafrika) und Creamfields (Chile) gebucht.

23-Jähriger nahm sich eine mehrmonatige Auszeit

Doch nach vier intensiven Jahren rund um den Globus, wachte er im Herbst in einem Hotelzimmer in Cancun auf und wusste: So kann es nicht weitergehen. Jaehn war trotz allen Zuspruchs nicht erfüllt und glücklich. Da fasste er kurzerhand den Entschluss eine mehrmonatige Auszeit zu nehmen, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Schließlich wollte er zur Veröffentlichung seines ersten Albums "I" im Februar und für die Live-Tour, bei der er ausschließlich eigene Produktionen spielt, wieder auf dem Level zu sein, das seinen Ansprüchen genügt.

So erleben die Fans im Palladium einen Felix Jaehn, der jede Sekunde genießt: "Bei Live-Auftritten sauge ich die Stimmung auf". Immer wieder löst er sich von seinem DJ-Pult und seinem digitalen Drum-Set, agiert mit den Live-Musikern und Sängern und sucht den Kontakt zu den Besuchern. Er klatscht die Hände in der ersten Reihe ab und verschenkt sogar die eine oder andere Umarmung.

Felix Jaehn gelingt es trotz seines Erfolgs bodenständig und authentisch bleiben: "Sobald Du dich verstellst und versuchst jemand anderes zu sein, bist du nicht mehr cool." Mit dieser Art fliegen ihm die Herzen in Köln zu.

Viele positive Reaktionen auf Coming-Out von Felix Jaehn

Felix Jaehn hat kürzlich erst selbst sein Herz geöffnet: Öffentlich erklärte der Musiker, dass er seit Jahren mit einem inneren Konflikt lebe und sich zu Männern und Frauen hingezogen fühle. Daraufhin gab es fast ausnahmslos positive Reaktionen. Er hofft, dass so ein Bekenntnis in Zukunft keine Nachricht mehr sei, "sondern eine völlig normale Sache", heißt es in einem Facebook-Post.

Bei seiner musikalischen Identität scheint Jaehn allerdings noch etwas auf der Suche. 25 Lieder hat er der Produzent auf das Album "I" gepackt, das es bis auf Platz 5 der deutschen Album-Charts geschafft hat. Darunter sind alle Hits der letzten Jahre wie "Like A Riddle", Feel Good", "Bonfire", "Ain't Nobody", Book of Love" und "Stimme", aber auch viele neue Songs, die vor allem radio-kompatibel klingen. Dieses große Paket können die Fans jetzt selbst interpretieren: Bleibt Felix Jaehn bei seinen DJ-Wurzeln des melodischen House-Sounds oder ist er als Produzent längst in die Pop-Welt gewechselt?

DJ-Bookings bei Parookaville und New Horizons

Im Kölner Palladium zeigt sich: Je grooviger der Bass die Halle erzittern lässt, desto mehr Besucher wechseln vom Mitwipp-Modus in ausschweifende Tanzbewegungen. Deshalb ist die Club-Version von "Hot2Touch" ein krönender Abschluss, der die Besucher nach 90 Minuten mit einem zufriedenen Gefühl nach Hause entlässt. Nach der Album-Tour beginnt für Felix Jaehn bald wieder die Zeit als Festival-DJ. So legt er unter anderem bei "New Horizons" am Nürburgring (24. August) auf. Beim Weezer Festival Parookaville ist Felix Jaehn am 20. Juli sogar Gastgeber auf einer eigenen Bühne, die er mit internationalen DJ-Stars wie Kungs, Lost Frequencies, Moguai, Sigala und Jonas Blue bespielen wird.

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