Künstlerkarrieren

Nächster Sprung für Ugur Ulusoy: Kunstpreis Junger Westen

Ugur Ulusoy , Träger des Recklinghäuser Kunstpreises Junger Westen 2019, vor seinem Werk „Heterotopie". 

Ugur Ulusoy , Träger des Recklinghäuser Kunstpreises Junger Westen 2019, vor seinem Werk „Heterotopie". 

Foto: Klaus Landry

Recklinghausen.  Der in Oberhausen geborene Maler und Installationskünstler Ugur Ulusoy erhält den mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis Junger Westen 2019.

Ugur Ulusoy im Glück: Nachdem der gebürtige Oberhausener, der noch an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) in Braunschweig studiert, bereits im Februar den mit 6000 Euro dotierten Förderpreis zum Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer gewann, wird er jetzt auch noch mit dem angesehenen, traditionsreichen Kunstpreis Junger Westen ausgezeichnet, den die Stadt Recklinghausen in diesem Jahr für das Genre der Malerei ausgeschrieben hatte.

1984 als Nachkomme einer türkisch-kurdisch-aserbaidschanischen Familie geboren, studierte Ugur Ulusoy von 2005 bis 2013 zunächst Architektur an der Technischen Universität Braunschweig, von 2013 bis 2016 Industrial Design und schließlich von 2016 bis zu diesem Jahr Bildende Kunst an der HBK Braunschweig. Dort ist Ulusoy aktuell Meisterschüler bei Hartmut Neumann an sowie bei Franz Ackermann an der Kunstakademie Karlsruhe. Ulusoy lebt und arbeitet in Braunschweig und Karlsruhe. Malerisch entwickelt er „hybride Welten, die offen für alle sind und keine klare Verortung benötigen,“ wie er es selbst beschreibt.

Verschiedene Kulturen auf Augenhöhe

Seine malerischen Räume erinnern an Bühnenbilder oder Landschafts-Panoramen, zumal er auch Wände als Malgrund nutzt. Oder auch Stoffe, die aus dem Fundus seiner stammen. Eine wichtige Grundlage ist für ihn die Theorie des „dritten Ortes“, die der indische Wissenschaftler Homi K. Bhabha begründet hat: „Ein Ort, an dem verschiedene Kulturen auf Augenhöhe aufeinander treffen um gemeinsam die Symbole und deren Bedeutung neu zu definieren, um so Stereotype und Machtstrukturen zu brechen.“ Die Jury des Kunstpreises lobte die große ästhetische Kraft seiner Werke, die vom klassischen Tafelbild bis zu raumgreifenden, malerischen Installationen und Dioramen reichen.

Für Ulusoy, der immer noch regelmäßig seine Eltern in Oberhausen besucht, ist seine Revier-Heimat „der Ort, an dem ich Energie tanke, ich bin jedesmal gerne da.“ Der nunmehr zweite Preis binnen weniger Monate sei „eine schöne Bestätigung“, sagte Ulusoy unserer Redaktion – auf seine Malerei aber habe diese Anerkennung keinen Einfluss, „da bin ich ganz bei mir“.

495 Bewerbungen – 21 Künstlerinnen und Künstler werden ausgestellt

Um den Kunstpreis, den die Stadt Recklinghausen seit 1948 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Recklinghausen alle zwei Jahre vergibt, bewarben sich in diesem Jahr 495 Künstlerinnen und Künstler. Teilnehmen konnten sie ab dem Jahrgang 1984. Die Jury, zu der etwa die Malerin und Kunstprofessorin Karin Kneffel gehörte, aber auch Kunsthallen-Direktor Hans-Jürgen Schwalm gehörten, bestimmte über den Preisträger hinaus weitere 20 Künstlerinnen und Künstler für eine Ausstellung zum Kunstpreis. Sie wird am 1. Dezember in der Kunsthalle Recklinghausen eröffnet. In der engeren Auswahl für den Kunstpreis waren neben Ulusoy auch Filiz Özcelik aus Düsseldorf, Clemens Tremmel aus Leipzig und Rebecca von Zimmermann aus Tübingen. Die intensive Diskussion spitzte sich zuletzt auf Özcelik und Ulusoy zu; der Gewinner wurde dann aber einstimmig zum Preisträger 2019 gewählt.

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