Dortmund. Beim Festivalabend „WDR4 Ab in die 80er“ treten unter anderem Kim Wilde und Nik Kershaw auf. Was die Karten für die Show in Dortmund kosten.

Die 80er-Jahre sind ein Jahrzehnt, das noch vielen im Gedächtnis geblieben sein dürfte. In einem emotionalen Moment fiel die Berliner Mauer, der Gameboy wurde erfunden, die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl erschütterte die Welt und der „Denver Clan“ schmiedete im TV Intrigen. Ebenso vielfältig wie das Weltgeschehen ist die Musik der 80er: Gehört wurde alles von Howard Carpendale über The Bangles bis hin zu Europe. Der Radiosender WDR 4 möchte mit der Konzertshow „Ab in die 80er“ am 4.11. dieses Jahrzehnt auf der Bühne wieder aufleben lassen.

Die einzige Dame im Programm ist Kim Wilde, die zu den größten weiblichen Stars des Jahrzehnts zählt. Die britische Popsängerin feierte mit „Kids In America“ und „You Keep Me Hangin’ On“ weltweite Erfolge. Wilde war in den 80er-Jahren so populär, dass Michael Jackson und David Bowie sie fürs Tour-Vorprogramm engagierten. Nach dem Höhenflug ging es für Kim Wilde jedoch in einen langsamen, aber stetigen Sinkflug, der erst 2003 mit dem Nena-Duett „Anyplace, Anywhere, Anytime“ – also der Neuauflage eines weiteren 80er-Klassikers – endete. Seither setzt Wilde bei Live-Auftritten vor allem auf eines: Hits aus dem Jahrzehnt, das sie einst groß gemacht hat.

„WDR4 Ab in die 80er“ mit der Spider Murphy Gang und „Skandal um Rosi“

Hierzulande prägte vor allen Dingen die Neue Deutsche Welle die Musiklandschaft. Und zu der gehörte auch die Spider Murphy Gang. Die Herren um Sänger Günter Sigl gelang mit einer ganz besonderen Nummer, im wahrsten Sinne des Wortes, ein großer Erfolg: 32 16 8. Unter der erreichen Kunden im Mega-Gassenhauer „Skandal im Sperrbezirk“ die gute Rosi. Gewählt wird sicher auch beim Konzert in Dortmund.

Sänger und Bassist Günther Sigl trat mit der Spider Murphy Gang Anfang Oktober auf einer Kundgebung mehrerer Bündnisse unter dem Motto
Sänger und Bassist Günther Sigl trat mit der Spider Murphy Gang Anfang Oktober auf einer Kundgebung mehrerer Bündnisse unter dem Motto "Zammreißen! Bayern gegen Rechts" auf dem Odeonsplatz auf. Nun ist die Gruppe bei „WDR4 ab in die 80er“ zu sehen. © dpa | Matthias Balk

Während im Sperrbezirk die sexuelle Doppelmoral besungen wird, verarbeitete Nik Kershaw in seinem Hit „I Won’t Let the Sun Go Down on Me“ die Emotionen rund um den Kalten Krieg. Verpackt im New-Wave-Sound, besingt der britische Multiinstrumentalist unter anderem die Knöpfchen, die für den Abschuss einer Atomrakete gedrückt werden müssten.

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Holly Johnson besingt bei „WDR4 Ab in die 80er“ die Liebe

Den Gegenpol dazu liefert beim Konzert Holly Johnson, Ex-Sänger der Band Frankie Goes to Hollywood. Er bringt unter anderem „The Power of Love“, also die Macht der Liebe, mit nach Dortmund. Der Hit erreichte in Europa durchweg hohe Chartplatzierungen. An der Spitze der britischen Verkaufslisten wurde sie jedoch kurz vor Weihnachten von „Do They Know It’s Christmas“ von Band Aid abgelöst.

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Komplettiert wird das Line-Up von Sänger und Musikproduzent Fancy. Der deutsch-spanische Musiker hatte in den 80er-Jahren internationalen Erfolg mit verschiedenen Euro-Disco-Hits. Der kommerzielle Durchbruch gelang Manfred Alois Segieth, der zwischenzeitlich auch mal als Zauberer sein Geld verdiente, mit „Slice Me Nice“ 1984. Unter anderem mit „Flames of Love“ kamen weitere Hits dazu. Es dürfte also ein mit Synthie-Klängen durchtränkter Abend werden, der auch Tanzmuffel zumindest zum Mitwippen verleiten könnte. Stehplätze gibt es ab ca. 43 €, im „Front of Stage“-Bereich direkt vor der Bühne gibt es für 20 Euro Aufpreis. Auch Sitzer sind noch in allen drei angebotenen Kategorien verfügbar (ca. 53, 73, 83 €).