Messe

Auf der „Spiel Doch!“ rollen die Würfel wieder

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Damals noch in der Duisburger Kraftzentrale und nun in der Messe Dortmund: Auf der „Spiel Doch!“ gibt es Neuheiten und Klassiker zu entdecken.

Damals noch in der Duisburger Kraftzentrale und nun in der Messe Dortmund: Auf der „Spiel Doch!“ gibt es Neuheiten und Klassiker zu entdecken.

Foto: Hans Griesdorn / w. nostheide verlag gmbh

Dortmund.  Die Messe „Spiel Doch!“ ist nach einer zweijährigen Pause wieder zurück. Diesmal findet sie vom 1. bis 3. Juli allerdings in Dortmund statt.

Es ist kein Geheimnis, dass die Spielebranche als großer Gewinner aus der Pandemie-Hochzeit hervorging. In Zeiten des Lockdowns, oder besser gesagt der vielen kurzen und langen Wellenbrecher, griffen die Menschen zum Würfelbecher, dem Kartenstapel oder einer der vielen bunten Spielfiguren (liebevoll Pöppel genannt).

700 Millionen Euro wurden allein 2020 mit Brett- und Kartenspielen umgesetzt. Die neuentflammte Liebe zum analogen Spielen war deutlich auf der Essener „Spiel“ 2021 zu spüren. 93.600 Besucher spielten sich quer über die Messe. Etwas weniger Besucher und Besucherinnen dürften sich auf der „Spiel Doch!“ vom 1. bis 3. Juli in Dortmund tummeln.

Vielleicht kehrt die Messe Duisburg den Rücken

2019 – vor der pandemiebedingten Zwangspause – ließen sich rund 14.000 Spielefans die Neuheiten und Klassiker der Branche zeigen. Für eine Messe, die damals zum zweiten Mal überhaupt stattfand, sind das ordentliche Besucherzahlen. Den erfolgreichen Start legte die „Spiel Doch!“ in der Kraftzentrale des Duisburger Landschaftsparks hin.

Für das Comeback in diesem Jahr zieht die Messe jedoch nach Dortmund um, da die Kraftzentrale voraussichtlich bis September als Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge genutzt wird. „Wir schauen mal, wie es läuft und entscheiden dann, ob wir nicht in Dortmund bleiben“, verrät Jan Philipp Nostheide, Pressesprecher der „Spiel Doch!“. In der Messe Dortmund breiten sich die Spiele-Enthusiasten in der Halle 5 aus. „Wir haben nun ungefähr so viel Platz wie in Duisburg, allerdings hätten wir die Möglichkeit zu expandieren.“

Neuheiten und Klassiker

In diesem Jahr werden in der Halle weit über 1000 Plätze aufgebaut, an denen Besucher und Besucherinnen bequem Neuheiten anspielen und Klassiker wiederentdecken können. Über 100 Aussteller, darunter bekannte Verlage wie Kosmos, Pegasus, Amigo und Asmodee reisen mit vielen kleinen und großen Spielekartons im Gepäck an.

Kosmos bringt zum Beispiel „Cas­cadia“ mit nach Dortmund. Das Legespiel für Knobelfreunde ist für den Preis „Spiel des Jahres“ nominiert und verschlägt Spielende ins Grenzgebiet zwischen dem Nordwesten der USA und Kanada. In eben jener Region „Cascadia“ versuchen bis zu vier Freunde, ein Biotop zusammenzustellen. Aber Vorsicht: Lachs, Bussard, Bär & Co ziehen nur ein und bringen Punkte, wenn die geografischen Gegebenheiten stimmen.

Dune, Zauberberg & Co.

Nicht von dieser Welt hingegen ist das Setting des Spiels „Dune: Imperium“. Kein Wunder, immerhin basiert es auf der berühmten Romanreihe von Frank Hering und spielt somit auf dem Wüstenplaneten Akkaris. Spieler und Spielerinnen wollen das wertvolle Spice und die knappen Wasserreserven möglichst gekonnt einsetzen. Gleichzeitig strebt jeder aber auch ein bisschen nach Macht und Einfluss. Es gilt, Intrigen zu schmieden und amüsante Ränkespiele zu treiben. Und weil das gar nicht mal so einfach ist, wurde „Dune: Imperium“ von Asmodee auch für das „Kennerspiel des Jahres“ nominiert.

Auf einer berühmten Vorlage basiert auch „Stranger Things: Attack of the Mind Flayer“, das ebenfalls am Asmodee-Stand ausgiebig getestet werden kann. In zwei Teams müssen sich Spielerinnen und Spieler entweder dem Mind Flayer (deutsch: Gedankenschinder) – einem spinnenähnlichen Wesen aus der Schattenwelt – entgegenstellen oder ihm helfen, seinen dunklen Plan zu verwirklichen.

Weniger düster geht es auf dem „Zauberberg“ zu. Das Brettspiel von Amigo wurde vergangene Woche erst zum „Kinderspiel des Jahres“ gekürt und ist ein magisches Wettrennen für Kinder ab fünf Jahre. Die Nachwuchsspieler müssen versuchen, mit ihren Zauberlehrlingen den Berg ins Tal zum Zauberer Balduin hinunterzukommen. Wohin sich die Figuren bewegen dürfen, entscheidet das Murmelglück. Stößt eine farbige Kugel auf dem abschüssigen Spielbrett auf einen Lehrling, ist er es, der sich bis zum nächsten Fleck bewegen darf, der die gleiche Farbe hat wie die Murmel. Langsam, aber sicher manövrieren sich die liebevoll gestalteten Figürchen so das schräge Spielbrett hinunter.

Viel Platz zum Ausprobieren

An den Ständen der verschiedenen Verlage können zwar Neuheiten angespielt werden, allerdings kann ­es immer ein bisschen dauern, bis ­Pöppel, Würfel & Co. wieder frei werden. Die Wartezeit können Besucher bei der Spieleausleihe überbrücken – natürlich mit spielen. Einfach einen der rund 750 Kartons schnappen, Inhalt auspacken und los­legen. Wer nicht weiter kommt, kann sich von einem der zahlreichen Erklärer unter die Arme greifen lassen. „Die Ausleihe soll gerade Gelegenheitsspieler und Familien ­ansprechen. Für die haben wir die Messe auch ins Leben gerufen. Aber natürlich kommen auch Vielspieler auf ihre Kosten.“

Neben dem entspannten Testspielen kann ordentlich gewetteifert werden. Am Samstag findet ab 12 Uhr ein „Dominion“-Turnier statt. Kurzentschlossene Fans des Kartenspiels können sich mit etwas Glück sogar noch auf der Messe selbst dafür anmelden – ab 11.45 Uhr direkt auf der Turnierfläche oder vorab am Stand von ASS Altenburger (B.07).

Dominion Turnier

Das Turnier ist jedoch nicht das einzige Event auf der Messe. Bei „Hans im Glück“ kann täglich zwischen 10.30 und 17.30 Uhr „Carcassonne“ im Großformat gespielt werden. Außerdem findet ganztägig auf dem gesamten Messegelände eine Schnitzeljagd statt (Startpunkt ist Stand A.09). Bei der gilt es, mit dem Smartphones QR-Codes an verschiedenen Ständen zu scannen und kleine Rätsel zu lösen. Am Ende wird unter den Teilnehmenden ein Spielepaket verlost.

Wer neben Spielen, Schnitzeljagden und Bummeln noch Zeit hat, kann sich bei einer der Signierstunden von verschiedenen Spieleautoren den Karton verschönern lassen. Langeweile dürfte also nicht aufkommen, wenn die „Spiel Doch!“ in diesem Jahr wieder aus dem Dornröschenschlaf erwacht.

Die Infos zur Messe

„Spiel Doch!“: 1.-3. Juli, Fr+Sa 10-19 Uhr, So 10-18 Uhr, Halle 5 und Eingang Nord der Messe, Rheinlanddamm 200, Dortmund.

Tageskarte VVK 7 €, vor Ort 8 €, Dauerkarte VVK 16 €, vor Ort 20 €. Kinder unter 10 Jahren in Begleitung ihrer Familie oder eines Elternteils haben freien Eintritt. Vor Ort wird es noch eine Tages-Familienkarte (2 Erw. + bis zu 2 Jugendliche von 11 bis 17 Jahren) für 20 € geben. Die Tageskasse (Eingang Nord) hat täglich ab 9.30 Uhr geöffnet.

Mehr Infos und VVK-Tickets über www.spieldoch-messe.com

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