Selbstversuch

40 Tage ohne Zucker: Plötzlich schmeckt vieles nur noch süß

Zuckerfrei: 3 Tipps für ein Leben ohne Zucker
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Berlin.  Vier Wochen ohne Zucker hat unsere Autorin hinter sich. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Bessere Haut, bessere Laune, weniger Bauch.

Ich wollte es wissen: Schaffe ich es, mich selbst gesund zu ernähren, statt nur darüber zu schreiben. Und an dieser Stelle darf ich stolz eine erste Bilanz ziehen. Es braucht zwar Disziplin, aber sich zuckerfrei zu ernähren ist nicht ganz so schwer, wie ich es befürchtet hatte.

Ich habe die ersten vier Wochen und damit Phase 1 meiner persönlichen 40-Tage-zuckerfrei-Challenge erfolgreich gemeistert – mal abgesehen von dem einen Ausrutscher-Tag, den ich letztes Mal ja schon gebeichtet habe.

Der Verzicht auf Zucker macht die Haut reiner

Und ganz ehrlich: Ich fühle mich tatsächlich deutlich besser als vorher. Die Haut ist reiner, der Schlaf ruhiger, das Mittagstief weg, die Stimmung ausgeglichener, der Bauch etwas kleiner, meine Energie dafür größer. Und das schlechte Gewissen verschwunden.

Statt nur regelmäßig über gesunde Ernährung zu schreiben und darüber zu berichten, wie hochverarbeitetes Essen und übermäßiger Zuckerkonsum das Krankheitsrisiko erhöhen, halte ich mich nun selbst an die Ratschläge und Warnungen von Gesundheits- und Ernährungsexperten. Das fühlt sich gut an.

Ich bin froh, die Zuckerfrei-Challenge bis hierhin bereits durchgezogen zu haben – trotz anfänglicher Probleme, wie Pickeln, Frieren, Schlaflosigkeit und vor allem auch trotz des erhöhten Zeit- und Arbeitsaufwandes.

Bis abends nur ein Stück Obst, etwas Käse und Gemüsesticks

Alles immer selbst zuzubereiten und nicht im Notfall auf Fertigkost zurückgreifen zu können oder beim Bäcker einfach nur fix ein belegtes Brötchen oder wenigstens ein Brot kaufen zu können, ist echt hart. Zwei kleine Kinder im Haushalt die nur bedingt auf Gemüse, Quinoa und Co. stehen erschweren mir das Ganze zusätzlich.

An stressigen Tagen habe ich manchmal bis abends nur ein Stück Obst, etwas Käse und Gemüsesticks gegessen. Heißhunger hatte ich zum Glück trotzdem selten. Denn vor diesem bleibt man eigentlich nur durch regelmäßige ausgewogene Mahlzeiten gefeit. Im Fall der Fälle haben mich ein paar Nüsse gerettet – und tatsächlich auch, hier über meine Zuckerfrei-Challenge zu berichten.

Mir die Blöße geben zu müssen, es nicht geschafft zu haben, das wollte ich nämlich auf keinen Fall. Ein bisschen Druck von außen war also gar nicht verkehrt, meinen inneren Schweinehund in Zaum zu halten und nicht aufzugeben.

Ab jetzt dürfen wieder Kartoffeln auf den Speiseplan

Die erste, strenge Zuckerfrei-Phase ist geschafft. Ab jetzt dürfen bei mir wieder stärkehaltige Gemüse wie Kartoffeln, Kürbis und Mais auf den Speiseplan. Auch Vollkorn(!)reis und vollwertige Getreide wie Roggen oder Hafer sind wieder erlaubt. Ihr Vorteil im Vergleich zu den Nicht-Vollkorn-Varianten: Die enthaltenen komplexen Kohlehydrate machen lange satt und stabilisieren den Blutzuckerspiegel, erklärt Hannah Frey in ihrem Buch „Zuckerfrei – Die 40-Tage-Challenge“.

Damit wird nun alles etwas entspannter. Die letzten zwölf Tage meiner Challenge sind der Schritt hin zu einem Leben ohne Zucker – oder realistischer: zumindest mit deutlich weniger Zucker. Damit beschreite ich den Weg, den auch Frey für sich gewählt hatte, um von ihrer überzuckerten Ernährung loszukommen.

Industriezucker und seine natürlichen Alternativen wie Agavendicksaft, Sirups, Kokosblütenzucker oder Honig sowie künstliche Süßstoffe und Alkohol sind die restlichen zwölf Tage für mich weiterhin tabu. Milchprodukte und Obst in Maßen dürfen natürlich weiterhin gegessen werden.

Wofür Vitamine gut sind – und wo sie drin stecken
Wofür Vitamine gut sind – und wo sie drin stecken

Die Dattel war der reinste Zuckerschock

Selbst Trockenfrüchte sind ab jetzt erlaubt. Aber Achtung: Wie ich im Supermarkt feststellen musste, sind selbst bei Trockenobst gelegentlich Zucker oder andere Zusatzstoffe zugesetzt. Ist das der Fall, gilt ganz klar: Finger weg!

Ehrlich gesagt ist das aber auch gut so, finde ich. Trockenobst schmeckt für mich mittlerweile selbst ohne Zucker schon irre süß. Die erste Dattel, die ich mir zum Abschluss von Phase 1 gegönnt habe war der reinste Zuckerschock. Ich hatte das Gefühl, der Mund klebt mir zu. Eine zweite hätte ich definitiv nicht mehr essen können. Es ist wirklich Wahnsinn, wie schnell sich meine Geschmacksnerven und mein Geschmackssinn bereits nach vier Wochen verändert haben.

Ich bin gespannt, wie lange das nun anhält. Und ich hoffe, dass ich über diese neue Süße auf dem Speiseplan keinen Rückfall erleide. Noch schmeckt alles mit etwas mehr Fructose oder selbst die Lactose in der Milch super süß. Noch vermisse ich essenstechnisch definitiv nichts. Noch bin ich hochmotiviert. Noch halte ich gut durch.

Ein Leben ohne Zucker – so lief das Experiment

Es hilft, wenn die Familie mitzieht

Das liegt zum einen an der Challenge – an dem strikten Essensplan, an dem ich mich in den letzten vier Wochen orientiert habe. Ob mir auch die Community von Hannah Frey geholfen hat, in der die Gesundheitswissenschaftlerin Interessierte bei deren Zuckerfrei-Challenge an die Hand nimmt, kann ich nicht wirklich sagen.

Wirklich aktiv eingebracht habe ich mich bislang nicht. Allerdings, so Hannah Freys Erfahrung, sei es durch die gemeinsame Challenge in einer großen Community, in der die Teilnehmer sich austauschen und gegenseitig motivieren können, für viele einfacher, einen Einstieg in die industriezuckerfreie beziehungsweise -reduzierte Ernährung zu finden.

Aber das ist sicherlich Typsache. Wenn die Familie mitzieht, wäre das aber sicherlich hilfreich. Dieses Glück habe ich leider nicht – jedoch deren uneingeschränkte Unterstützung. Der Spruch „Das darfst du nicht essen, das hat Zucker“ fällt immer öfter. Danke, dass ihr mich daran erinnert …und dann selbst genießt.

Bessere Laune, bessere Figur durch die Challenge

Mich persönlich hat das positive Feedback aus meinem Umfeld sehr motiviert: der Respekt dafür, die Zuckerfrei-Challenge durchzuziehen, meine bessere Laune, die mir gespiegelt wird und – ja, ich bin auch etwas eitel – besonders stolz hat es mich gemacht, das mich Freunde und Bekannte, die von meiner Challenge nichts wussten, gefragt haben, was ich gemacht hätte: Ich sähe verändert aus und hätte eine echt klasse Figur bekommen. Und auch wenn ich weiß, dass es darauf wirklich nicht ankommt, es schmeichelt mir doch.

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