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Erfrischend: Exotische Eistee-Kreationen

Eistee lässt sich kinderleicht und kalorienarm zu Hause selber machen.

Eistee lässt sich kinderleicht und kalorienarm zu Hause selber machen.

Foto: Istock/Camrocker

Selbst gemachter Eistee erfrischt und löscht den Durst – ohne Zucker und Zusätze, dafür mit viel Geschmack

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Als der Engländer Richard Blechynden Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Aufgabe zu einer Weltausstellung in den Vereinigten Staaten reiste, Schwarztee bei den seinerzeit Grüntee trinkenden Amerikanern bekannt zu machen, kamen ihm die hochsommerlichen Temperaturen zugute: So übergoss Blechynden den Tee kurzerhand mit kaltem statt kochendem Wasser, schmeckte das ganze mit einer Zitrone ab und konnte sich über einen großen Andrang erfreuen. So weit die erfrischende Legende zur Entstehung des Eistees.

Kühlende Kreationen schon in wenigen Minuten

Beliebt ist das kühle Getränk besonders in den USA nach wie vor. Der Krefelder Teesommelier Sascha Wagner spricht in diesem Zusammenhang von einer „Eisteenation“, in der sich viele große Unternehmen auf zuckerhaltige, abgepackte Produkte spezialisiert hätten. Mit dem ursprünglichen Eistee-Gedanken haben viele Fertigsorten freilich nur noch wenig zu tun.

Wagner selbst schätzt im Gegensatz dazu gesündere Alternativen, die ohne viel Aufwand in lediglich vier Minuten gemacht sind – Wagner bezeichnet das als „Drittelmethode“: „Dabei übergießt man die entsprechende Menge Tee, also etwa 12 g Grüntee, mit 333 ml heißem Wasser und lässt es für die empfohlene Zeit ziehen. In der Zwischenzeit füllt man ein weiteres Gefäß mit 333 ml kaltem Wasser und Eiswürfeln – und übergießt es mit dem zubereiteten Tee.“ Diese plötzliche Kälte verhindere übrigens, dass der Tee nachzieht – und bitter wird.

Und wer es noch einfacher, aber deshalb auch nicht bitter mag, macht es einfach wie Teespezialist Alexander Poetsch vom Shop evasteeplantage.de. Er empfiehlt seinen Kunden gerne Teesorten ohne Hibiskus, etwa auf der Basis von Äpfeln oder Birnen. „Diese Sorten können lange ziehen und bittern nicht nach.“

Doch egal, für welche Teesorte man sich entscheidet, klein geschnittenes Obst wie Erdbeeren, Pfirsiche, Zitronen oder Orangen, aber auch frische Kräuter machen optisch und geschmacklich einiges her: So erinnert der Grüntee mit reichlich Minzblättern und mit Zucker verzierten Gläsern und Glasstrohhalm schnell an einen Mojito – das Auge trinkt ja bekanntlich mit.

Süße und Aromenvielfaltdank Fruchtsaft

Und wer den Eistee ein wenig süßer mag, dem rät Sascha Wagner nicht zwangsläufig zu Honig, Agaven­dicksaft & Co., sondern zu einem Schuss Fruchtsaft. „Mangosaft harmoniert zum Beispiel sehr gut mit Grüntee“, sagt der Teesommelier. Auf der Webseite von Alexander Poet­sch finden sich außerdem auch ausgefallene Rezepte für Experimentierfreudige: Da peppen Ananas und Limonen einen kühlen Rotbuschtee auf, da verfeinern Litschis, Kirschen und Limettensaft den Vanille-Kirsch-Eistee.

Coole Kombinationen

Schwarztee mit Ingwer: Etwas geraspelter Ingwer, ein Schuss frisch gepresster Ingwersaft oder ein selbst gemachter Ingwersirup verleihen dem Eistee eine angenehme Schärfe.

Früchtetee mit Minze: Das kühlende Aroma von Pfefferminze erfrischt – und passt sehr gut zur leicht herben Süße von roten Beeren. Auch zu Hibiskustee passt sie gut.

Kamillentee mit Zitrone: Kamille schmeckt mild und beruhigt, liegt also gerade an heißen Tagen nicht schwer im Magen. Zitrone sorgt für den Frischekick.

Weißer Tee mit Thymian oder Lavendel: Durch die Kräuter wird der Eistee extravagant. Am besten ist die Verbindung mit frischen Früchten, etwa Pfirsichen oder Beeren.

Grüner Tee mit Limette: Der feinherbe Geschmack von Grüntee eignet sich zum Durstlöschen im Sommer. Mit Limetten wird es säuerlich-spritzig.

K räutertee mit Gurke oder Melone: Die wasserhaltigen Früchte machen den Eistee noch erfrischender. Schmeckt auch mit ­grünem oder weißem Tee.

Genuss mit Schuss

Wer es abends bei der Grillparty mit Freunden etwas hochprozentiger mag, kann den selbst gemachten Eistee auch zum Cocktail aufpeppen

Das Wacholder-Aroma von Gin harmoniert gut mit der herben Note von Grünem Tee. Dazu einfach einen Beutel Grünen Tee mit 150 ml Wasser aufkochen, abkühlen lassen und nach Geschmack mit Honig süßen. 2 Scheiben Gurke in ein Glas geben und mit Eiswürfeln auffüllen. 2 cl Gin hinzufügen und den kalten Tee eingießen. Den Saft einer halben Zitrone hinein geben und zum Schluss alles mit Ginger Ale aufgießen.

Pfefferminztee hilft nicht nur bei Magenbeschwerden, er passt auch

perfekt zum fruchtigen Geschmack von Lillet. Einen Beutel Pfefferminztee mit 100 ml Wasser aufkochen und abkühlen lassen. Ein paar Eiswürfel und eine Hand voll roter Johannisbeeren in ein Glas geben. Mit 2 cl Lillet Blanc begießen. Alles mit dem Pfefferminztee und 100 ml Prosecco aufgießen.

Eine Eistee-Bowle lässt sich aus Weißem Tee und Weißwein zaubern. Dazu Weißen Tee mit 100 ml Wasser kochen und abkühlen lassen. Einen Pfirsich klein schneiden und in 2 cl weißen Rum einlegen. Je nach Geschmack die Pfirsichstücke mit etwas braunem Zucker bestreuen. Obst 30 Minuten ziehen lassen. Nach der Zeit Eiswürfel und Pfirsich in ein Glas geben, mit 100 ml Weißwein und dem Weißen Tee aufgießen. Einen Schuss Mango- oder Maracujasaft nach Geschmack hinzugeben.

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