Geniessen

Gesund & voller Aroma: Avocados sind ein Superfood-Klassiker

Die Butter des Waldes.

Die Butter des Waldes.

Foto: isock/LarisaBlinova

Sie macht satt, ist aromatisch, arm an Kohlenhydraten und dient als pflanzliche Eiweißquelle: Die Avocado erfreut sich immer größerer Beliebtheit

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Vor gut einer Dekade noch galt die Avocado als langweiliger Dickmacher. Doch dann begannen junge Menschen auf ihre Ernährung zu achten und den Verzehr von tierischen Produkten in Frage zu stellen. Und plötzlich geriet die Baumfrucht, die bei den Azteken wegen ihres hohen Fettgehaltes „ahuacatl“ – Butter des Waldes – hieß, in den Fokus.

Kohlenhydratarmer Sattmacher

Denn die Frucht ist nicht nur reich an ungesättigten Fettsäuren, die, wie man herausfand, für den Körper sehr gesund sind, sondern enthält noch jede Menge Vitamine, Folsäure und Kalzium. Binnen weniger Jahre avancierte die Avocado zum angesagten Superfood: Wer auf Kohlenhydrate weitgehend verzichten möchte, schätzt sie als Sattmacher, in der vegan-vegetarischen Küche ist sie als pflanzliche Eiweißquelle eine Art Alleskönner. Befeuert wurde der Trend durch die glamouröse Zurschaustellung von Essen in den sozialen Medien – mit ihrem grünen Fruchtfleisch ist die Avocado dafür auch wie geschaffen.

Und sie kann ja echt was, auch geschmacklich. „Aus der zeitgemäßen Genuss-Welt ist sie nicht mehr wegzudenken“, sagt Karina Both-Peckham, Bloggerin und Kochbuchautorin. Die Avocado hat ein sattes Aroma, das je nach Sorte von nussig zu butterig schwankt. „Sie ist sehr vielseitig, kann pur mit etwas Meersalz im Salat gegessen werden, als Guacamole mit Zitrone und Salz oder sogar mit einem aufgeschlagenen Ei im Ofen gebacken oder frittiert. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt“, sagt Both-Peckham. Zudem lässt sich ihr cremiges Fruchtfleisch sehr leicht verarbeiten – zu Dips und Soßen, aber auch zu Avocado-Eis oder Schokoladenpudding.

Kein Wunder, dass sich die Nachfrage nach der grünen Frucht innerhalb weniger Jahre verdreifacht hat- Doch genau das ist problematisch, sagt Laura Gross vom Bundesverband Die Verbraucherinitiative. Denn die Frucht ist ein Ressourcenfresser. „Ihr Anbau verbraucht etwa 1000 Liter Wasser pro Kilo – also für gerade mal drei Früchte. Zudem muss sie weit reisen und ihr Transport erfordert hohen Verpackungsaufwand.“ In Ländern wie Mexiko oder Peru werden bereits Wälder durch Monokultur-Felder ersetzt.

Highlight anstatt Alltagsprodukt

„Die Avocado hat sich einen Status in der Küche erobert, der sie letztlich wie ein Alltagsprodukt erscheinen lässt. Aber dafür ist ihr ökologischer Rucksack doch einfach zu groß“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Gross. „Wir sollten sie wieder als das betrachten, was sie ist – ein kostbares Naturprodukt, das man sich hin und wieder gönnt.“ Foodbloggerin Both-Peckham sieht das genauso. Sie rät, die Avocado nicht täglich zu verzehren, sondern als Höhepunkt in den Speiseplan einzubauen. Zudem kauft sie bevorzugt Bio-Avocados: „Ich hoffe, so zumindest mit beeinflussen zu können, dass bessere Anbaubedingungen herrschen, als auf klassischen Plantagen.“

Tipps und Tricks

Einkaufen: Bio-Avocados haben dieselben langen Wege wie konventionelle, kommen aber oft aus Regionen, die sorgsamer mit dem Wasserverbrauch umgehen. Grundsätzlich ist an sehr trockenen Standorten wie in Südafrika oder Israel der Bedarf an Bewässerung weitaus höher als in Gebieten mit mehr Niederschlag, etwa Kenia.

Im Bio-Fachhandel kann man auch erfragen, ob die Früchte in bäuerlichen Kleinbetrieben und in Mischkultur, also zusammen mit anderen Früchten, angebaut werden. Das ist umweltfreundlicher als Monokultur-Plantagen.

Die beiden häufigsten Sorten im Supermarkt sind einmal die Gourmet-Sorte Hass, deren runzelige Schale dunkel wird, wenn sie reif ist und die ein eher nussiges Aroma hat. Die Sorte Fuerte schmeckt milder, ist birnenförmig und hat eine grüne Schale.

Reifegrad: Avocados reifen erst aus, wenn sie vom Baum sind. Darauf nehmen die wenigsten Händler Rücksicht. Harte Früchte kann man zu Hause leicht nachreifen lassen, beschleunigt wird das in einer Papiertüte zusammen mit Äpfeln.

Eine Avocadohälfte unbedingt mit Kern aufbewahren! In Folie gewickelt, hält sie sich bis zu drei Tagen im Kühlschrank. Unreife aufgeschnittene Avocados lassen sich noch „reparieren“: Mit Zitronensaft beträufeln, zusammensetzen, mit Gummiband fixieren und in Papier nachreifen lassen.

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