Energiepreise

Heizölpreise sinken: Jetzt nachtanken oder besser abwarten?

| Lesedauer: 6 Minuten
So heizt und lüftet man die Wohnung richtig

So heizt und lüftet man die Wohnung richtig

Mit dem korrekten Belüften der Wohnung, kann man Heizkosten einsparen. Wir zeigen Tipps, wie man die eigenen vier Wände richtig heizt und lüftet.

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Berlin.  Neben Gas ist auch das Heizöl teurer denn je. Doch seit einiger Zeit sinkt der Preis - ist jetzt die Zeit zum nachfüllen gekommen?

Der Krieg in der Ukraine und der davon ausgelöste Gaskonflikt mit Russland beeinflusst auch weiter die Verbraucherpreise in Deutschland. Für Energieträger wie Heizöl oder Gas, aber auch für Lebensmittel, müssen die Bürger im Schnitt weiter tiefer in die Tasche greifen. Das spiegelt sich auch in der Inflation von aktuell 10,4 Prozent wider. Die Preissteigerungen bei den Energieprodukten seien weiter die Hauptursache für die hohe Inflationsrate, erklärt Georg Thiel, der Präsident vom Statistischen Bundesamt (Destatis) in einer Mitteilung der Behörde.

Heizölpreise sinken: Jetzt nachfüllen oder besser noch warten? Das sind die Fakten

Doch zumindest im Moment hat sich die Lage ein wenig beruhigt. Der aktuelle Gaspreis vom 22. November beträgt 19 Cent pro Kilowattstunde (kWh) – genau wie in den Tagen davor. Und auch der Heizölpreis in Deutschland sinkt und hat sich bei einem Preis von rund 1,30 Euro pro Liter eingependelt.

Aktuell (22. November) kostet der Liter Heizöl laut "TotalEnergies" 1,33 Euro pro Liter – die Vergleichsportale "Tucson" und "esyoil" geben sogar noch etwas günstigere Heizölpreise an. Ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um den Heizöltank noch einmal aufzufüllen?

Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die Energiepreise in Deutschland von heute auf morgen schnell ändern können. Die große Frage – ob man seinen Heizöltank jetzt noch einmal vollmachen sollte – lässt sich daher bloß mit vielleicht beantworten. Denn neben möglichen Preisänderungen sollte man auch bedenken, dass der Preis von rund 1,30 Euro pro Liter im Vergleich zu den Vorjahren immer noch teuer ist. Im März 2020 etwa musste man für einen Liter Heizöl im Schnitt nur 50 Cent bezahlen. Wie sich der Heizölpreis Berichten von "esyoil" zufolge seit Januar entwickelt hat:

Datum 2022 Heizölpreise pro Liter
15. Januar 0,87 Euro
15. Februar 0,94 Euro
15. März 1,69 Euro
15. April 1,30 Euro
15. Mai 1,30 Euro
15. Juni 1,47 Euro
15. Juli 1,52 Euro
15. August 1,53 Euro
15. September 1,52 Euro
15. Oktober 1,68 Euro
15. November 1,37 Euro

Heizöl jetzt bestellen oder warten? Branchenexperten geben Tipp für Unentschlossene

Die Tabelle führt deutlich vor Augen, wie der Heizölpreis im Jahresverlauf gestiegen ist und mit rund 1,68 Euro pro Liter im Oktober 2022 seinen Höhepunkt erreicht hatte. Ob sich das Preisniveau von aktuell rund 1,30 Euro fortsetzt oder sogar noch weiter sinkt, lässt sich bloß schwer prognostizieren – dabei spielen primär Faktoren wie der weitere Kriegsverlauf in der Ukraine oder die Entwicklung der Energieversorgung insgesamt in Deutschland eine tragende Rolle. Dazu kommt noch, dass viele Bürger noch vor der Heizsaison ihren Tank gefüllt haben und der Bedarf in vielen Haushalten befriedigt ist.

Ob man jetzt noch einmal nachtankt oder besser noch etwas abwartet ist eine Entscheidung, die jeder Heizölkunde für sich individuell treffen muss. Die Branchen-Experten von "esyoil" empfehlen den noch Unentschlossenen, die Preisentwicklung am Heizölmarkt genau zu beobachten – um sich gegebenenfalls in einem noch günstigeren Moment eine Lieferung Heizöl zu sichern. Ein Vorteil kann sein, dass man als Verbraucher grundsätzlich immer den Heizölpreis vom Kauftag bezahlt – auch, wenn der Preis am Tag der Anlieferung schon wieder ein ganz anderer ist.

Heizölpreise sinken – aber auf Dauer? Wie Fachleute die Energiekrise gerade einschätzen

Beim Heizöl gestalten sich Preisprognosen schwierig – genauere Aussagen gibt hier schon beim Gas. Fachleute gehen davon aus, dass der Gaspreis bald wieder teurer werden soll, nachdem er zuletzt gesunken war. Als Grund dafür werden die "günstigen Faktoren" genannt, welche die zuletzt gesunkenen Gaspreise begünstigt haben.

Hierzu zählen die vollen Gasspeicher, die ankommenden Flüssiggasschiffe oder auch das milde Wetter im Oktober. Doch Erdgas bleibe auch mit Blick auf die kommenden Monate und Jahre ein knapper Energieträger, sagt Ludwig Möhring vom Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG) im Gespräch mit der "Bild".

"Die Gas-Krise wird uns viele Jahre begleiten", so Möhring. Weder für 2022 noch für 2023 gebe es eine Entwarnung – und was für das Gas gilt, könnte sich auch auf die Preise für Heizöl und andere Energieträger wie Pellets oder Brennholz auswirken. Insofern ist es fraglich, ob man in der andauernden Energie- und Preiskrise weltweit überhaupt noch ein Schnäppchen beim Kauf von Energieprodukten machen kann. Aber immerhin: Die von der Ampel-Koalition ausgearbeitete Gaspreisbremse soll rückwirkend ab Januar gelten und Verbraucher sowie Wirtschaft entlasten.

Heizölpreise jetzt günstiger: Mit zwei cleveren Tipps bei der Bestellung noch mehr sparen

Und auch Heizölkunden können mit ein paar einfachen Tricks den ein oder anderen Cent bei der Heizöllieferung sparen. Wer etwa sein Heizöl zusammen mit der Nachbarschaft bestellt, kann bei einigen Lieferanten von einem Mengenrabatt profitieren. Wie man zudem den günstigsten Händler für Heizöl in der Umgebung findet, fasst ein separater Serviceartikel zum Heizölkauf zusammen. Unabhängig davon warnen Experten aber davor, die Bestellung auf die lange Bank zu schieben. Wer im Tank kein oder nur noch wenig Heizöl hat, sollte auch mit Blick auf mögliche längere Lieferzeiten eine gewisse Menge bestellen.

Der Artikel "Heizölpreise sinken: Jetzt nachtanken oder warten? Das sagen Experten" ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.

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