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Energie: Ab wann muss der Vermieter die Heizung einschalten?

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Gasknappheit: Der Holzofen als Alternative?

Gasknappheit: Der Holzofen als Alternative?

Das Holz ist knapp: Besonders da jetzt viele ihre eigenen vier Wände mit einem Holzofen im Winter warm halten wollen. Was die Alternative taugt und wie gefährlich sie ist, zeigt das Video.

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Berlin  Draußen und in den Wohnungen wird es merklich kühler. Doch nicht überall sind die Heizungsanlagen bereits eingeschaltet. Was hier gilt.

In diesem Jahr sind die Temperaturen bereits Mitte September ordentlich gesunken. Dabei steht der Winter erst noch bevor. Einige Menschen haben deshalb bereits ihre Heizung aufgedreht. Doch für viele Mieterinnen und Mieter ist das nicht möglich. Die zentrale Heizungsanlage in ihrem Haus muss erst eingeschaltet werden.

Wann das passiert, kann der Vermieter nicht nach eigenem Ermessen entscheiden. Denn für Immobilienbesitzer gelten beim Heizen Regeln. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengetragen. Lesen Sie auch: Heizung-Check wird bald Pflicht: Millionen betroffen

Wann beginnt die Heizperiode?

In der Regel gilt die Zeit vom 1. Oktober bis 30. April in Deutschland als Heizperiode. Laut Berliner Mieterverein kann es je nach Vereinbarung im Mietvertrag aber Abweichungen geben. So wird die Heizperiode in einigen Verträgen auf den 15. September bis 15. Mai festgelegt. Das ist aber eher die Ausnahme.

Wann muss der Vermieter die Heizung einschalten?

Auch außerhalb der Heizperiode kann es sein, dass der Vermieter die Heizung einschalten muss. Denn er darf die Mieter nicht frieren lassen und damit womöglich sogar ihre Gesundheit gefähren.

"Der Vermieter muss deshalb spätestens dann heizen, wenn die Zimmertemperatur tagsüber auch nur zeitweise unter 18 Grad sinkt und absehbar ist, dass die kalte Witterung länger als ein bis zwei Tage anhält", erklärt der Mieterverein auf seiner Webseite.

Außerdem gilt: Wenn die Zimmertemperatur tagsüber sogar unter 16 Grad sinkt, muss die Heizung sofort eingeschaltet werden. Auch bei einer Außentemperatur, die drei Tage lang weniger als 12 Grad beträgt, muss der Vermieter heizen. Mehr zum Thema: Heizlüfter liefern Wärme auf Knopfdruck: 5 Modelle im Test

Heizung: Wie warm muss die Wohnung sein?

Hier gibt es laut Mieterverein zwei Rechtsauffassungen. Während der im Mietvertrag vereinbarten Heizperiode soll der Vermieter zwischen 6 und 24 Uhr für folgende Temperaturen sorgen:

  • Badezimmer sollten 23 Grad haben
  • Wohnzimmer 21 Grad
  • Kinderzimmer 20 Grad
  • Küche und Schlafzimmer 18 Grad
  • Flur 15 Grad

In einem anderen Fall entschieden die Richter:

  • Wohnräume sollten von 6 bis 23 Uhr 20 Grad haben
  • Bad und Toilette von 6 bis 23 Uhr 21 Grad
  • alle Räume von 23 bis 6 Uhr 18 Grad

Der Deutsche Mieterbund fasst die Lage so zusammen: Die Heizungsanlage muss so eingestellt werden, dass eine Mindesttemperatur zwischen 20 und 22 Grad erreicht werden kann. Nachts würden auch 18 Grad ausreichen.

Energiekrise: Müssen Mieter heizen?

Anders als beim Vermieter gibt es für die Mietenden keine Pflicht zum Heizen. Das bedeutet, dass die Heizkörper auch komplett runtergedreht werden können, wenn beispielsweise eine längere Reise ansteht oder die Bewohner wegen der Energiekrise sparen wollen.

Doch Vorsicht: Mieterinnen und Mieter müssen sicherstellen, dass in der Wohnung keine Schäden durch zu niedrige Temperaturen entstehen. Auch interessant: Neue Maßnahmen zum Energiesparen – Was ab jetzt verboten ist

Vermieter heizt nicht: Welche Ansprüche haben Mieter?

Wird die Wohnung im Winter gar nicht oder nicht richtig warm, haben Mieterinnen und Mieter verschiedene Möglichkeiten, ihren Vermieter zum Heizen zu bewegen. Laut Mieterbund liegt ein Mangel vor, wenn die Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad im Winter nicht erreicht wird. Das könnte Sie auch interessieren: Strompreis-Schock? Stadtwerke fürchten eine Kettenreaktion

Zunächst sollten Mietende den Wohnungsbesitzer auffordern, die Heizungsanlage einzuschalten. Wenn dies nichts bringt, empfiehlt sich eine Rechtsberatung. Je nach Fall kann der Vermieter per einstweiliger Verfügung zum Heizen gezwungen werden. Aber auch Mietminderungen oder Kostenerstattungen für die Anschaffung eines zusätzlichen Heizgeräts sind möglich. (fmg)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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