Krankenhaus-Suche

Wie Sie ein gutes Krankenhaus erkennen können

Vor allem bei planbaren Krankenhaus-Aufenthalten raten Fachleute dazu, die Krankenhäuser vorher zu vergleichen.

Vor allem bei planbaren Krankenhaus-Aufenthalten raten Fachleute dazu, die Krankenhäuser vorher zu vergleichen.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Essen.  Die Wahl eines Krankenhauses ist häufig eine Bauchentscheidung. Aber es gibt durchaus harte Fakten für die Wahl der richtigen Klinik.

Das Essen hat nicht geschmeckt, das Pflegepersonal war aber freundlich und der Ausblick vom Zimmer in den Garten ganz nett. Häufig ist es dieses Drumherum, mit denen Patienten ihren Krankenhausaufenthalt zusammenfassen. Ob die medizinische Behandlung gut war, ist hingegen nicht so einfach herauszufinden. Dabei ist es lohnend, vor allem bei planbaren Eingriffen und Krankenhausaufenthalten, sich darüber Gedanken zu machen, welche Klinik wohl die beste ist.

Doch das ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach. Denn die beste Klinik für alle Arten von Krankheiten gibt es nicht, es gibt höchstens die beste für ein bestimmtes Krankheitsbild. Zwar sind die Qualitätsberichte, in denen Krankenhäuser jährlich Bericht über die Ausstattung des Haus und die Zahl der Behandlungen erstatten, ausführlich und im Internet abrufbar, aber „für den medizinischen Laien ist das oft nicht verständlich“, sagt Professor Michael Wessels, Dozent an der Bochumer Hochschule für Gesundheit.

Online nach dem besten Krankenhaus suchen

Außerdem seien die Berichte nicht standardisiert, die Kliniken also nicht zu hundert Prozent miteinander vergleichbar, so der Gesundheitsökonom. Er rät Patienten, nur begrenzt in diese Berichte zu schauen und wenn dann auch nur rückwirkend für die vergangenen zwei Jahre. Ältere Daten würden mitunter nicht mehr aussagekräftig oder haben sich verändert.

Eine andere Möglichkeit, ist die Suche über die Online-Datenbanken der Krankenkassen. Datenbasis ist bei AOK und Barmer das Portal Weisse-Liste.de, das die Qualitätsberichte der bundesweit rund 2000 Krankenhäuser auswertet und auch eine Suchfunktion bietet. Aktueller Datenbestand im Jahr 2019 sind die Berichte aus dem Jahr 2017. Hinzu kommen Erfahrungswerte ehemaliger Patienten, die von den Krankenkassen nach ihrem Klinikaufenthalt befragt werden.

Die Seite der Bertelsmann-Stiftung, die auch unter Schirmherrschaft der Patienten-Beauftragten der Bundesregierung steht, bietet zudem Hilfestellung bei der Übersetzung von medizinischen Fachbegriffen oder Diagnosen, damit Nutzer diese auch ohne medizinisches Vorwissen verstehen. Die Verbraucherzentrale hat für die Online-Recherche zudem eine Checkliste erstellt, mit der man seine Kliniksuche vorbereiten kann.

Diese Fragestellungen sollten Patienten bei der Klinikwahl beachten

Laut Marcel Weigand vom Vorstand des Aktionsbündnisses Patientensicherheit informiert sich derzeit etwa jeder zehnte Patient vor einem Klinik-Aufenthalt im Internet. Weigand, der auch Projektmanager bei der Bertelsmann-Stiftung für die „Weisse Liste“ war, empfiehlt, dass Patienten ihr Augenmerk insbesondere auf diese Fragen richten sollten:

  • Welche Eingriffe bietet das Krankenhaus an und hat es damit auch hinreichende Erfahrungen, um bei operativen Komplikationen entsprechend zu reagieren?
  • Wie häufig kommt es zu Komplikationen bei einem bestimmten Eingriff?
  • Gibt es Angaben zur Todesrate?
  • Was tut die Klinik für die Hygiene und wie sieht das Risikomanagement aus?

„Aber nach wie vor haben Freunde, Bekannte und der Hausarzt den größten Einfluss auf die Krankenhaus-Wahl“, so Weigand.

Der behandelnde Arzt kann auch Tipps zur Krankenhaus-Wahl geben

Die Verbraucherschützer raten auch dazu, die Ergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Diesen Tipp hat auch Gesundheitsökonom Michael Wessels: Zwar dürfen Mediziner nicht explizit für eine Klinik werben, aber auf Nachfrage können auch sie ihren Patienten ihre Erfahrungswerte mit den Häusern nennen. (mawo)

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