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Windows-7-Support endet – Rechner sind ab sofort gefährdet

Windows 7 ist ab sofort unsicher. Wer das Betriebssystem Windows 7 nach dem 14. Januar weiter nutzt, geht ein hohes Sicherheitsrisiko ein.

Windows 7 ist ab sofort unsicher. Wer das Betriebssystem Windows 7 nach dem 14. Januar weiter nutzt, geht ein hohes Sicherheitsrisiko ein.

Foto: Christin Klose / dpa-tmn

Berlin.  Microsoft stoppt am Dienstag den Support für Windows 7. Rechner erhalten keine Sicherheits-Updates mehr. Was Nutzer jetzt tun sollten.

Läuft Ihr PC oder Laptop noch mit Windows 7? Dann sollten Sie schnellstmöglich handeln. Microsoft stellt an diesem Dienstag nach rund zehn Jahren den Support für das Betriebssystem ein. Damit erhalten Rechner keine Sicherheits-Updates mehr. Was Nutzer von Windows 7 jetzt tun sollten, erfahren Sie hier.

Windows 7 läuft noch immer auf gut jedem vierten Rechner

Sie betreiben Ihren Heim-Computer oder mobilen Rechner nach wie vor mit Windows 7? Dann sind Sie keineswegs ein Exot. Zwar hat Microsofts 2009 erschienenes Betriebssystem schon über zehn Jahre auf dem Buckel. Dennoch läuft Windows 7 bis heute noch auf gut jedem vierten Computer mit Internetzugang. Das geht aus Zahlen des Statistikportals Netmarketshare hervor.

Praktisch alle Experten raten privaten Windows-7-Nutzern allerdings schnellstmöglich zum Umstieg. Denn vom heutigen Stichtag an erhält das Betriebssystem keine Software- und Sicherheits-Updates mehr. Auf der sicheren Seite sind Nutzer von Windows 8 und Windows 10. Diese machen dem Statistikportal zufolge rund 60 Prozent der Nutzer aus.

Welches Risiko besteht für Windows-7-Rechner?

Keine Sorge: Kein Bildschirm bleibt ab sofort schwarz. Anwender können ihren Computer weiterhin betreiben. Das Sicherheitsrisiko steigt jedoch täglich. Sobald Nutzer mit dem Windows-7-Rechner ins Internet gehen und dort Dateien herunterladen oder E-Mail-Anhänge öffnen, besteht künftig die Gefahr, dass der Computer mit Schadsoftware befallen wird. Ebenso riskant ist es, fremde Datenträger wie USB-Speichersticks zu verwenden.

Allein 2019 wurden laut Verbraucherzentrale Bundesverband in Windows 7 noch 250 Sicherheitslücken entdeckt. Im schlimmsten Fall können eingeschleuste Viren oder Trojaner dazu führen, dass Fremde die Kontrolle über den Rechner übernehmen, Passwörter auslesen sowie sensible Dateien stehlen oder verschlüsseln, um Besitzer zu erpressen. Antivirensoftware allein bietet keinen ausreichenden Schutz. Sie arbeitet nur im Zusammenspiel mit einen aktuellen Betriebssystem effektiv. Die meisten sollten also handeln. Aber wie?

Windows 7 ungeschützt - Was sollten Nutzer jetzt tun?

Im Grunde haben Windows-7-Besitzer drei Möglichkeiten zum Umstieg auf einen sicheren Rechner:

Einen neuen Rechner mit aktuellem Betriebssysten kaufen

Ein alternatives, aktuelles Betriebssystem wie Linux installieren

auf Windows 10 umsteigen – per Upgrade oder Neuinstallation

Sie können sich bei Bedarf einen neuen Computer mit aktuellem Betriebssystem zulegen. Neue Modelle im Handel laufen bereits mit aktuellem Windows 10. Ebenfalls sicher, aber meist teurer, sind Apple-Modelle mit Mac OS. Der Neukauf empfiehlt sich besonders, wenn Ihr Rechner bereits einige Jahre alt und für Ihre Tätigkeiten zu leistungsschwach ist.

Wenn der Neukauf zu teuer ist oder der jetzige Rechner noch taugt, dann lässt sich ein neues Betriebssystem aufspielen. Als kostenlose Alternative zu Windows empfehlen Experten das Betriebssystem Linux. Wer die Einarbeitung scheut oder im gewohnten Windows-Kosmos bleiben möchte, der sollte auf Windows 10 umsteigen. Noch klappt das ohne Kosten.

Wie kann ich kostenlos auf Windows 10 umsteigen?

Wichtig: Bevor Sie Ihr Windows 7 von Ihrem Rechner entfernen, sichern Sie alle persönlichen Daten, die Sie behalten möchten. Dazu zählen besonders System-Einstellungen, Dokumente, Fotos oder Videos.

Anschließend können Sie ihre Windows-7-Version entweder durch ein sogenanntes Upgrade in Windows 10 umwandeln. Vorteil: Bestehende Programme, Einstellungen und Daten auf der Festplatte bleiben unangetastet, und sie müssen nicht alles neu einrichten.

Oder aber Sie installieren Windows 10 komplett neu. Dabei werden alle Daten gelöscht. Auf diesem Weg erhält man ein sauberes Betriebssystem ohne Altlasten, das für gewöhnlich flotter läuft. Für beide Fälle benötigt man ein Hilfsprogramm namens Media Creation-Tool, das Microsoft kostenlos zum Herunterladen bereitstellt (Link: https://bit.ly/380kZdp)

Wie lange Microsoft diesen kostenlosen und legalen Weg zum Umzug auf Windows 10 noch ermöglicht, ließ der Konzern bislang offen. Danach wäre ein Kauf nötig. Im Handel liegt der Preis für die Standardversion Windows 10 Home aktuell zwischen knapp 20 Euro und 145 Euro direkt bei Microsoft.

Windows 10 - Wie gehe ich bei der Installation vor?

Über das genannte Programm laden Sie schnell und bequem alle Dateien herunter, die Sie für Windows 10 benötigen. Sie können auf diesem Weg alles auf einen eigenen Datenträger herunterladen, etwa auf einen USB-Stick oder eine beschreibbare CD beziehungsweise DVD. Nach einem Neustart des Computers, bei dem der Datenträger eingelegt sein muss, startet die Neuinstallation von Windows 10.

Möchten Sie statt dieser Neuinstallation nur ein Upgrade durchführen, können Sie dies ohne Datenträger auf dem Computer durchführen und es direkt aus dem Tool heraus starten.

In beiden Fällen verlangt Microsoft aus Lizenzgründen den Produktschlüsssel Ihrer bisherigen Windows-7-Version. Diese Seriennummer finden Sie auf einem kleinen Aufkleber auf Ihrem Gerät. Auslesen lässt sie sich auch mit Gratis-Programmen wie etwa „MyKeyFinder 2019“.

Insgesamt sollten Sie sich für den Umzug auf Windows 10 mindestens eine Stunde Zeit nehmen. Der Aufwand kann je nach Installationsart, Internetverbindung und Leistung Ihres Rechners kürzer oder länger ausfallen.

Windows 10 einrichten – was sind die ersten Schritte?

Haben Sie Windows 10 erfolgreich installiert, können Sie direkt loslegen:

Prüfen Sie, ob nach dem Upgrade noch alle persönlichen Dateien vorhanden sind, oder spielen Sie Ihre vorab gesicherten Dateien wieder auf. Zudem sollten Sie alle Treiber aktualisieren.

Anschließend sollten Sie im Menü „Einstellungen“ die Datenschutz-Optionen von Windows 10 anpassen. Im Vergleich zu den Vorgängern ist das aktuelle Windows hier recht neugierig.

Machen Sie sich am Ende mit den neuen Menüs und Funktionen vertraut.

Jetzt sind Sie auf der sicheren Seite – zumindest bis zum nächsten Sicherheits-Update.

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