Statt Lehrer wandern die Schüler durchs Gebäude

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NEUES SYSTEM. Am Otto-Hahn-Gymnasium müssen die Schüler mehrmals am Tag die Klassen wechseln. Denn die Lehrer haben ihren festen Raum.

A m Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) in Monheim wurde mit Beginn des neuen Schuljahres das "Lehrer-Raum-System" eingeführt. Bei diesem System wird jeder Klassenraum einer Lehrkraft zugewiesen. Der jeweilige Lehrer hält in diesem Raum alle Unterrichtsstunden ab, ganz egal welche Klasse oder welcher Kurs gerade unterrichtet wird. Es sind also die Schülerinnen und Schüler, die sich für die nächste Unterrichtsstunde zu dem Raum der Lehrerin oder des Lehrers begeben müssen. Es gibt aber auch Räume, die sich manchmal sogar drei Lehrerkräfte teilen müssen.

Hilfreich für die Lehrer

Das Lehrer-Raum-Prinzip ist insbesondere für die Lehrerinnen und Lehrer sehr hilfreich. Wie mir beispielsweise Herr Sanhaji, Lehrer für Mathematik und Informatik am OHG, sagte, besteht für ihn der größte Vorteil darin, dass er die gesamten Unterrichtsmaterialien in seinem Raum vorhalten kann. Er ist also nicht mehr gezwungen bei jeder neuen Unterrichtsstunde oder bei jedem Klassen-Wechsel Berge von Unterrichtsmaterial mitzubringen oder durch die Schüler am Anfang der Stunde heranschaffen zu lassen.

Räume sind sauberer

Einen weiteren Vorteil sieht Herr Sanhaji darin, dass die Unterrichtsräume nun sauberer sind. Einige Unterrichtsräume wurden von ihren Lehrern sogar mit Postern geschmückt oder mit Pflanzen ausgestattet. Zumindest die früher so kühle Ausstrahlung der Räume wurde hierdurch verbessert.

Auf der anderen Seite gibt es Schüler, aber auch einige Lehrer, die diesem System eher ablehnend gegenüber stehen. Das Hauptargument der Schüler ist, dass sie nun mehr laufen müssen als vorher. Tatsächlich gibt es durch dieses System mehr Bewegung auf den Fluren und in den Gängen, besonders in den Fünfminuten-Pausen. Dadurch wurde die Verletzungsgefahr erhöht. Aber bis jetzt gab es noch keine Verletzungen am OHG die hierauf zurückzuführen sind.

Negativ finden die Schüler auch, dass sie ihre Taschen in den Pausen nun mit nach draußen nehmen müssen und nicht mehr in den Klassenräumen lassen können.

Die ablehnende Haltung einiger Lehrkräfte ergibt sich aus dem Umstand, dass sich mitunter zwei oder sogar drei Lehrkräfte jeweils zwei Räume teilen müssen. Wie mir Frau Schneider, ebenfalls Lehrkraft am OHG, erklärt, kommt es vor, dass sie manchmal nicht mehr genau wisse, in welchem ihrer Räume ihre Unterlagen, beispielsweise korrigierte Klassenarbeiten, liegen. Aber auch ihre Schüler wüssten nie genau, in welchem Raum sie nun Unterricht hätten.

Schüler wollen das alte System zurück

Insgesamt aber überwiegen die Argumente, die für das Lehrer-Raum-System sprechen. Die Schülerinnen und Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums beharren allerdings darauf, dass das alte System wieder eingeführt werden muss. Ob es dazu kommt, wird jedoch frühestens in einem Jahr entschieden. So lange wird die Testphase des Lehrer-Raum-Prinzips am Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim dauern.

Tobias Neumann, 8b Otto-Hahn-Gymnasium Monheim

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