Fleischatlas 2018

Bewusster essen für eine bessere Umwelt

Foto: NRZ

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Jeder Deutsche isst im Schnitt 59 Kilo Fleisch pro Jahr - viel zu viel. Die Folgen sind Massentierhaltung, Umweltschäden und Klimagefahren.

Es ist noch nicht allzulange her, da war es in vielen Familien Tradition, sich zum Sonntagsbraten am Tisch zu versammeln, der deswegen so hieß, weil Fleisch teuer und etwas ganz Besonderes war und deshalb nur einmal in der Woche als Festessen auf den Tisch kam.

Vom Sonntagsbraten spricht man kurioserweise heute oft immer noch, obwohl er keine Ausnahme mehr ist, sondern allenfalls ein Zusatz zu unserem täglichen Fleischkonsum. Heute haben wir die Verhältnisse umgekehrt. Fleisch ist eine für nahezu jeden bezahlbare Massenware, oft billiger feilgeboten als Käse, Gemüse oder Obst. Und wer bereit ist, für 100 Gramm Hackfleisch zum Teil deutlich weniger als 50 Cent auszugeben, nimmt die Bedingungen von Massentierhaltung, quälenden Tiertransporten durch halb Europa und unterdurchschnittliche Qualität bewusst und billigend in Kauf.

Fast 60 Kilogramm Fleisch isst jede(r) Deutsche im Schnitt, das ist doppelt so viel wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen. Und das ist ein Problem – nicht nur individueller Art, sondern gesamtgesellschaftlichen und vor allem ökologischen Ausmaßes. Es geht beim Thema Fleisch um weit mehr als persönliche Lebensführung. Und es geht auch um mehr als ums Tierwohl, obwohl das allein schon gravierend genug wäre. Es geht um Klimaschutz im Allgemeinen und darum, wie wir unsere Erde verantwortungsbewusst gestalten wollen. Der einzige Weg aus diesem Dilemma: Weniger und besseres Fleisch essen. Vielleicht als Sonntagsbraten.

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