Kita-Gebühren

Der Kita-Besuch sollte grundsätzlich kostenlos sein

Denise Ludwig kommentiert.

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Foto: Bögeholz / FFS

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) erlässt den Eltern in der Corona-Krise die Kita-Gebühren. Das darf aber nur der Anfang sein.

Die Corona-Krise macht möglich, was eigentlich schon längst hätte sein sollen: Der Besuch von frühkindlichen Bildungseinrichtungen wie der Kita sollte in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich kostenlos sein. Leider ist das noch immer keine Realität. Zwar müssen ab Sommer 2020 Eltern auch für das vorletzte Kindergarten-Jahr keine Kita-Beiträge mehr zahlen. Aber komplett beitragsfrei ist der Kindergartenbesuch in NRW eben noch nicht.

Leider.

Noch immer gibt es viele Kinder, die nicht in der Kita betreut werden. Das ist bedenklich, denn hier wird die Basis der frühkindlichen Bildung gelegt. Dass gerade die unverzichtbar ist, belegen viele Studien. Noch immer ist der schulische Erfolg viel zu oft von der sozialen Herkunft geprägt. Die Betreuung in der Kindertagesstätte ist der erste Schritt aus dieser Abwärtsspirale. Der Kita-Besuch muss daher für jedes Kind unabhängig vom Geldbeutel der Eltern möglich sein.

Und noch eines zeigt die Corona-Krise: Erzieherinnen und Erzieher leisten unverzichtbare Arbeit in unserer Gesellschaft. Dieser Wert muss sich zukünftig auf ihren Konten niederschlagen. Das würde auch einen Teil dazu beitragen, die in jedem März vielzitierte Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu verringern. Denn Frauen arbeiten häufig in solch sozialen, aber oftmals schlecht bezahlten Berufen.

Viele Menschen am Niederrhein und im Ruhrgebiet müssen in diesen Krisentagen unbezahlten Urlaub nehmen, um ihre Kinder selbst zu betreuen. Andere müssen durch Kurzarbeit mit weniger Geld zurechtkommen. Dass Minister Joachim Stamp (FDP) nun entschieden hat, den Eltern die Kita-Gebühren zumindest für den April zu erlassen, ist also nur folgerichtig. Es sollte aber nicht nur eine Lösung auf Zeit sein.

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