Bilanz der Klimakonferenz

Der Krieg schadet dem Klimaschutz

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NRZ-Kommentar_Manfred Lachniet

NRZ-Kommentar_Manfred Lachniet

Foto: Manfred Laschniet / funkegrafiik nrw

Die Klimakonferenz bietet ernüchternde Ergebnisse. Klar ist: Der Klimaschutz kommt nicht voran. Und der Krieg ist sein schlimmster Feind.

Wenn mehr als 20.000 Menschen aus rund 190 Staaten in einen ägyptischen Badeort reisen, um Lösungen zur Verbesserung des Weltklimas zu beraten – dann sollte man schon eine Menge Ergebnisse erwarten. Stattdessen fällt das Ergebnis äußerst ernüchternd aus.

Immerhin feiern sich nun die reicheren Staaten dafür, dass sie den ärmeren Ländern finanziell helfen wollen, falls es dort mal wieder eine Überschwemmung, Dürren oder andere Klimakatastrophen geben sollte. Diese versprochenen (aber noch nicht verbrieften) Hilfen mögen zwar hier und dort Linderung verschaffen. Grundsätzlich werden sie aber nichts zum Klimaschutz beitragen.

Finanzieller Ausgleich ist wie moderner Ablasshandel

Es ist so etwas wie ein moderner Ablasshandel: Die Länder, die jede Menge CO in die Atmosphäre pusten, zahlen halt den darunter leidenden Ländern einen finanziellen Ausgleich. Dass auch China in diesem Fall als „Entwicklungsland“ gelten wollte, wirkt nur zynisch. Es passt nicht, wenn die sonst vor Kraft und Geld strotzende Supermacht hier auf Sonderrechte pocht.

Entschädigungen helfen den ärmeren Ländern leider nicht, selbst in alternative Energien zu investieren. Dabei könnten weite Teile der Wüsten doch für die Stromerzeugung aus Solarzellen genutzt werden. Doch dazu gab es am Roten Meer keine Beschlüsse.

Die Verbräuche werden nicht reduziert

Überhaupt gibt es nach Scharm el Scheich keinerlei Anzeichen dafür, dass die Verbräuche von Öl und Gas weltweit reduziert werden. Im Gegenteil: In Afrika und anderswo wird fleißig gefördert und gepumpt, damit vor allem Europa seine Abhängigkeit von Russland überwindet. Auch hierzulande wird wieder mehr Kohle verfeuert.

Es zeigt sich, dass der Krieg der schlimmste Feind des Klimas ist. Wo geschossen und bombardiert wird, haben die Menschen völlig andere Sorgen. Dies gilt für die Ukraine wie für Syrien und Irak, wo jetzt Erdogan angreifen lässt. Klimawandel ist den Kriegsherren völlig egal.

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