Sozialpolitik

Der soziale Arbeitsmarkt darf nicht scheitern

NRZ-Redakteur Holger Dumke

NRZ-Redakteur Holger Dumke

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Wenn man so viel Geld in die Hand nimmt und Langzeitarbeitslosigkeit wirklich angehen will, dann darf man sich nicht selbst ein Bein stellen.

Der geplante Soziale Arbeitsmarkt kann zu einem Leuchtturm-Projekt dieser bisher eher glanzlosen Bundesregierung werden. Die sich verfestigende Langzeitarbeitslosigkeit ist eine der zentralen Herausforderungen für die Gesellschaft. Sie nimmt Betroffenen Hoffnung, Selbstvertrauen und nicht selten auch die Würde. Mit der geplanten Bezuschussung von Arbeitsplätzen für Langzeitarbeitslose bei einem gleichzeitigen Coaching sendet die Bundesregierung ein wichtiges Signal: Wir schreiben die Menschen nicht ab. Gut so!

Wichtig allerdings: Wenn man so viel Geld in die Hand nimmt (Kosten: vier Milliarden Euro) und Langzeitarbeitslosigkeit wirklich angehen will, dann darf man sich nicht selbst ein Bein stellen. Dass eine Bezuschussung laut bisherigen Plänen nur auf Mindestlohn-Basis möglich sein soll, wird es den Jobcenter- und Arbeitsagenturleuten in der Praxis sehr schwer machen, überhaupt private Arbeitgeber für das Projekt zu begeistern.

Die Vorgabe, dass Teilnehmer sieben Jahre mehr oder minder ununterbrochen erwerbslos sein müssen, zieht einen unnötig kleinen Kandidatenkreis. Und, ganz wichtig, es muss mehr Plätze geben. Dort, wo sie dringend benötigt werden: im Ruhrgebiet. Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Arbeitsagentur, hat mit ihren Forderungen völlig recht. Man kann nur hoffen, dass es in den parlamentarischen Beratungen Korrekturen gibt. Der Soziale Arbeitsmarkt darf nicht scheitern.

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