Koalition

Der vertrackte Weg nach Jamaika

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CDU und CSU wollen eine gemeinsame Position für die Koalitionsverhandlungen mit Grünen und FDP festzurren. Ob’s klappt? Man darf daran zweifeln

Wer am späten Donnerstagabend die Protagonisten eines möglichen Jamaika-Bündnisses in Maybrit Illners Talk-Sendung erlebt hat, dem schwant, wie schwer das Schmieden eines Bündnisses wird. Hat die Kanzlerin sich das vom heimischen Sofa aus angesehen? Mag sein, dass Joachim Sauer ihr dann zugeraunt hat: „Schatz, willst Du dir das wirklich noch antun ..?“

Es gibt Schnittmengen zwischen Schwarzen, Grünen und Gelben. Alle drei sind im bürgerlichen Lager zu Hause. Wenn es um Zukunftsthemen wie Bildung und Digitalisierung geht, um Euro und Europa, um ein Steuer- und Abgabensystem, das nicht weiter zulasten der jungen Generation geht – daraus ließe sich wohl ein Regierungsprogramm schmieden. Entscheidender ist die Bereitschaft zum Kompromiss auf den Gebieten, auf denen die Differenzen offen zutage treten. Bis wann darf in NRW noch Braunkohle gebaggert und verfeuert werden? Wie lange sollen noch Autos mit Verbrennungsmotoren unsere Atemluft belasten? Und wie hält man es mit der Obergrenze, die nun nicht mehr nur von Horst Seehofer, sondern auch vom Essener CDU-Oberbürgermeister gefordert wird?


Bei Illners Polit-Talk provozierte Dobrindt derart schroff, dass man sich wundern konnte, dass die grüne Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt nicht die Fassung verlor. Als Wähler kann man nur auf Einsicht in das Machbare hoffen und den Parteien zurufen: Ein anderes Wahlergebnis kriegt ihr nicht!

Und wie versteht die SPD wohl ihre Rolle, wenn Jamaika scheitert? Ob bei Sigmar Gabriel schon die Hoffnung keimt, doch noch Außenminister bleiben zu können ..?

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