Brexit

Die Briten gehören in die Europäische Union

Foto: NRZ

Premierministerin May droht auf ihrem Weg zum Brexit zu scheitern. Jetzt ist ihr Außenminister Boris Johnson mit Getöse von der Fahne gegangen.

Kommt Ihnen das nicht irgendwie bekannt vor? Eine Regierungschefin ringt mit Argumenten für ihre Politik, moderiert die Widersprüche in der eigenen Partei diplomatisch weg – und ein testosterongesteuerter Macho aus dem eigenen Kabinett tritt der Chefin und Parteifreundin mit Anlauf und Getöse vors Schienbein. Nein, hier ist nicht die Rede von Merkel und Seehofer. Hier geht es um Theresa May und Boris Johnson. Ihr neues Brexit-Konzept sei ein Scheißhaufen, soll er ihr an den Kopf geworfen haben. Nun ist der britische Außenminister zurückgetreten.

Johnson war’s, der mit üblen Polemiken seine Landleute zur denkbar knappen Mehrheit für einen Austritt aus der Europäischen Union gepeitscht hat. Wohl nicht, weil er davon zutiefst überzeugt war. Wohl eher, weil er es konnte, und weil er seinen Premierminister David Cameron vorführen wollte.

Es war die Angst vor ungesteuerter Zuwanderung, die das Votum entscheidend beeinflusst hat. Aber längst ist Europa – auch Deutschland – zu einer restriktiveren Flüchtlingspolitik zurückgekehrt. Damit entfällt aus Sicht so mancher Briten ein wichtiger Grund für den Austritt. Und es gibt eine Fülle von Hiobsbotschaften, die zur Verunsicherung beitragen. Immer mehr Firmen, immer mehr große Arbeitgeber werden ungeduldig und drohen mit Abwanderung aufs Festland.

Vielleicht hat Ex-Premier Tony Blair ja doch recht, der standfest behauptet, dass es möglich ist, den Brexit zu stoppen. Man sollte das Volk erneut befragen. Großbritannien gehört zu Europa – und in die Europäische Union!

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