Erfolg der Sozialdemokraten

Die deutsche SPD sollte nach Dänemark schauen

NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet kommentiert

NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet kommentiert

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Die Wahl in Dänemark hat gezeigt: Sozialdemokraten können sehr wohl Wahlen gewinnen - wenn sie klare Antworten geben.

Kein deutscher Sozialdemokrat von Rang wollte den dänischen Genossen gestern zum Wahlsieg gratulieren. Stattdessen waren eher Distanz und Entsetzen zu vernehmen. Mit dem Rechtsschwenk der nordischen Schwesterpartei wollen die deutschen Sozialdemokraten nichts zu tun haben. Angesichts der Orientierungslosigkeit in der hiesigen SPD war auch keine andere Reaktion zu erwarten.

Das ist schade. Denn der Blick nach Norden lohnt. Dort hat die Partei um die Spitzenkandidatin Mette Frederiksen gezeigt, dass Sozialdemokraten sehr wohl Wahlen gewinnen und den Rechten das Wasser abgraben können. Natürlich kann man das als populistische Kopie bezeichnen. Dennoch verträgt es sich sehr wohl mit sozialdemokratischen Prinzipien, wenn auch beim Thema Migration klare Regeln gesetzt werden: Der Anspruch auf Asyl muss schnell geklärt werden, Integration ist Pflicht. Im Zusammenleben ist die Verfassung der Maßstab. Im Gegenzug müssen alle Willigen und Schutzsuchenden zügige Hilfen erhalten, der Weg in den Arbeitsmarkt muss einfacher werden. Und wenn man dann auch noch das Soziale und mehr Bildung im Blick hat, dann ist das nicht rechts, sondern durchaus sozialdemokratisch. Genau diese Mischung hat die dänische SPD ihren Wählern vermittelt. Die deutsche SPD sollte schauen, ob sie nicht ein wenig von ihr lernen kann. Zwar buhlen gerade alle Parteien ums Thema Klimaschutz. Klare Antworten erwarten die Bürger aber auch bei Migration, Arbeit, Sicherheit und Bildung. Gerade von der SPD.

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