Kommentar

NRW-Wahl 2022: Die große Macht der Wählerinnen und Wähler

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NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet kommentiert.

NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet kommentiert.

Foto: NRZ

Am Sonntag entscheiden die Wähler, wer stärkste Kraft im Düsseldorfer Landtag wird und wer verliert. Doch es geht um weit mehr als um NRW-Themen.

Im Jahr 2017 wurde bei uns in NRW Rot-Grün abgewählt, weil viele Menschen mit der Schulpolitik und dem Thema Integration und Sicherheit unzufrieden waren. Diesmal könnten wir erleben, dass Schwarz-Gelb abgewählt wird.

Die Schulpolitik dürfte erneut ein Grund dafür sein, auch die Versäumnisse bei der Flutkatastrophe. Falls wir diesen Sonntag tatsächlich erneut einen politischen Wechsel erleben, dann ist dies der beste Beleg dafür, dass wir Wähler sehr wohl eine große Macht darstellen. Leider ist das keine Garantie dafür, dass damit auch die Politik besser wird…

Dennoch sind Wahlen die Grundlage für unsere Demokratie. Und am Ende will ja auch jede Kandidatin und jeder Kandidat im Düsseldorfer Landtag mitgestalten. Diese Chance müssen wir ihnen geben. Die Abgeordneten sind es schließlich, die den Ministerpräsidenten wählen. Es geht also um Menschen und um die Ziele von Parteien. Auch wenn in den Medien so gern die Führungspersonen in den Vordergrund gerückt werden.

Eigentlich soll es am Sonntag um NRW-Themen gehen. Doch der Krieg in der Ukraine überschattet gerade alles. Spannend wird sein, ob die eher zurückhaltende Art von Scholz der hiesigen SPD nutzen wird. Oder überwiegt der Eindruck des Zauderers, den viele Medien seit Wochen über ihn ausbreiten?

Die Christdemokraten wollen die Schlappe der letzten Bundestagswahl ausmerzen. Abgehakt werden soll die Ära Merkel. Jene Kanzlerin, die über Jahre hoch gelobt wurde - und von der man in Sachen Putin so gar nichts mehr hört.

Auch für die FDP ist die NRW-Wahl ein Barometer. Ministerin Gebauer machte keine gute Figur, zuletzt ärgerte Finanzminister Lindner noch die Rentner. Dass er nun auch noch nobel auf Sylt heiratet, wird nicht überall gut ankommen.

Gute Laune haben allein die Grünen. Zwar können sie in NRW mangels Regierungsbeteiligung nicht mit Erfolgen in der Klima- und Umweltpolitik punkten. Stattdessen profitieren sie von der pragmatischen Art von Baerbock und Habeck. Das lässt manchen Grünen-Wähler vergessen, dass man nun Waffen liefert und Gas bei den Scheichs einkaufen will.

Ab Sonntagabend geht es dann um mögliche Koalitionen: Schwarz-Grün ist genauso möglich wie eine Ampel oder Rot-Grün, wobei in der Ampel vor allem die FDP ihr Gesicht wahren könnte. Die Grünen hingegen werden auf ein Zweierbündnis drängen, weil sie dort am meisten durchsetzen könnten.

Spannend wird es also auf jeden Fall. Und wir bestimmen das Ganze mit. Also: Wählen gehen!

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