Kommentar

Kaufhof und Karstadt: Die letzte Schlacht?

Michael Minholz kommentiert.

Michael Minholz kommentiert.

Foto: NRZ

Die Fusion von Karstadt und Kaufhof ist beschlossen. Jetzt geht es darum, das Überleben zu sichern - durch eine klare neue Strategie.

Wenn das Zusammengehen von Karstadt und Kaufhof nicht auch zu einem strategischen Umdenken führt, ist die Schlacht verloren. Denn gegen die Konkurrenz aus dem Internet ist der stationäre Handel alten Schlages langfristig ohne Chance. Und das ist durchaus selbstverschuldet.

Zu behäbig, zu verstaubt haben sich die Kaufhäuser präsentiert. Es gibt nicht wenige Menschen, die seit Jahren keinen dieser einstigen Konsumtempel betreten haben, weil es doch viel bequemer, schneller und auch preiswerter ist, mal eben vor dem Computer auf den Einkaufsbutton zu drücken.

In der neuen Struktur wird die „Warenhaus AG“ nur eine Zukunft haben, wenn es ihr gelingt, die Vorteile des Internets mit denen der Beratung, der Möglichkeit des Ausprobierens vor Ort überzeugend zu verbinden.

Doch auch an einem harten Sparkurs führt kein Weg vorbei. Filial-Schließungen und Entlassungen werden kommen. Das trifft zum einen die Städte. Die Citys werden immer unattraktiver. Wenn weitere Kaufhäuser schließen, geht die Erosion weiter. Da sind zum anderen die Beschäftigten in Filialen oder in Verwaltungen, deren Jobs vermutlich zu Tausenden auf der Kippe stehen.

Ausgerechnet kurz vor Beginn des Weihnachtstrubels müssen sie mit der Sorge an die Ladentheken treten, ob sie nach den Festtagen überhaupt noch eine Perspektive haben. Viele fühlen sich verraten und verkauft. Schlechte Voraussetzungen für motivierte Dienstleistung.

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